Berufseinblicke für Schulkinder

Di, 19. Nov. 2019
Frauenquote im ersten Ausbildungsjahr einer beruflichen Grundbildung nach Bildungsfeld im Jahr 2017. QUELLE: BFS

Der Zukunftstag ist nicht einfach schnuppern. Er soll einen Blick in das vielfältige Berufsleben ermöglichen. Am 14. November 2019 besuchten Schüler und Schülerinnen unter dem Motto «Seitenwechsel» Betriebe oder nahmen an einem Spezialprojekt teil.

Viele Mädchen und Jungen schränken sich bei der Berufs- und Studienwahl ein: Sie ziehen nur Berufe in Betracht, die als «typisch weiblich» oder «typisch männlich» gelten, schreibt der Nationale Zukunftstag in einer aktuellen Medienmitteilung. Klassische Rollenbilder dominieren noch immer die Berufswahl und hindern die jungen Frauen und Männer daran, ihre Talente zu entfalten. Der Zukunftstag sensibilisiert seit 19 Jahren Schulkinder für eine offene Berufswahl und ermutigt sie, ihren persönlichen Neigungen zu folgen. In spannenden Spezialprojekten erhalten sie praktische Einblicke in unbekannte Berufe.

Wachsende Durchmischung
Langsam aber stetig wächst die Zahl der jungen Frauen und Männer, die sich für «untypische» Berufe entscheiden. So ist der Frauenanteil an den Fachhochschulen in Technik und IT von 4% im Jahr 2000 auf 12% im Jahr 2018 angestiegen. Bei den jungen Männern, die sich für eine Ausbildung im Sozialwesen entschieden haben, ist der Anteil von 2% (2000) auf 15% (2017) gestiegen.

Nach wie vor dominieren jedoch klassische Rollenbilder die Berufswahl und hindern Mädchen und Buben daran, ihre Talente zu entfalten. Damit diese weniger Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt sind, braucht es eine Berufsbildungskultur, die alle Lernenden in der Entwicklung ihrer Interessen und Fähigkeiten unterstützt.

Glücklicherweise steigt das Bewusstsein für den Wert der offenen Berufswahl kontinuierlich. Stellvertretend für die positiven Erfahrungen vieler Betriebe hält Marc Aurel Hunziker, Vizedirektor und Leiter Berufsbildung des Schweizerischen Baumeisterverbands, fest: «Das Wohl unserer Volkswirtschaft hängt nicht zuletzt von begeisterungsfähigen jungen Menschen ab, die einen Beruf dort ergreifen, wo sie berufliche Kompetenzen im Einklang mit ihren Talenten und Interessen entwickeln können. Nutzen wir den Zukunftstag deshalb, um Mädchen und Jungen in der Berufswahl ungewohnte Türen zu öffnen.»

Spezialprojekte
In den Spezialprojekten verbringen junge Menschen gruppenweise den Tag mit Fachpersonen, die sie an die jeweiligen Berufe heranführen und ihre Fragen beantworten. Der Fokus liegt bewusst auf geschlechterspezifisch geprägten Berufen, in denen sich ein Fachkräftemangel abzeichnet. Für Mädchen stehen Projekte wie «Mädchen-bauen-los!», «ein Tag als Landwirtin» oder «ein Tag als Chefin» zur Auswahl. Den Knaben «Jungs entdecken Gesundheitsberufe», «Abenteuer Schule geben» und «ein Tag als Florist».

Einstehen für die Chancengleichheit
«Unser biologisches Geschlecht bestimmt nur begrenzt, wer wir sind», schreibt die Berufsschuldozentin und Forscherin Kerstin Duemmler. «Ungleichheiten können wir thematisieren und ihnen entgegenwirken.» Der Zukunftstag bietet die optimale Gelegenheit dazu.

PD

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