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Digitalisierung als grosse Chance für ländliche Regionen

Di, 19. Nov. 2019

Ist die Digitalisierung eine Chance für die Peripherie? Die Referenten des Wirtschaftstreffens Berner Oberland versuchten, diese Frage zu beantworten. Der Anlass, organisiert durch die Volkswirtschaft Berner Oberland und getragen von den Planungsregionen und den wichtigsten Wirtschaftsverbänden, lockte über 130 Gäste aus Wirtschaft und Politik nach Spiez.

«Die digitale Kluft zwischen Stadt und Land darf nicht grösser werden», sagte Prof. Dr. Heike Mayer, Universität Bern. In ihrem Referat anlässlich des Wirtschaftstreffens Berner Oberland präsentierte die Leiterin der Gruppe Wirtschaftsgeografie und Regionalforschung die neusten Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt «Digital Lives» des Schweizer Nationalfonds SNF. Sechs Personen, die jeweils teilweise auf dem Land und teilweise in der Stadt ihrer Arbeit nachgehen, wurden dabei auf Schritt und Tritt begleitet und beobachtet. Dabei zeigte sich: Auf dem Land arbeiteten alle Studienteilnehmenden länger, effizienter und selbstbestimmter als in ihren Büros in den Ballungszentren. Hier liegen gemäss Mayer auch die grössten Chancen, um im ländlichen Raum von der Digitalisierung langfristig zu profitieren. Indem Räume geschaffen werden, in denen die digitalen Nomaden effizient und in ihrem eigenen Rhythmus ihrer Arbeit nachgehen können.

Alpiner Arbeits- und Lebensort
Neben den Räumlichkeiten müssen aber auch die technischen Voraussetzungen für ortsunabhängiges Arbeiten geschaffen werden: digitale Dörfer und gemeindeübergreifende Entwicklungsprojekte, die sich beispielsweise der Erschliessung von Regionen mittels Glasfasernetz widmen, sind hier mögliche Lösungsansätze. Mayer ist überzeugt, dass die Digitalisierung für periphere Regionen, trotz grossen Herausforderungen, auch zahlreiche neue Chancen bietet. «Das Spielfeld in der Schweiz ist top», nahm die Wirtschaftsgeografin eine Fussballanalogie zur Veranschaulichung zu Hilfe, «die Fähigkeiten und die Motivation der Spieler sind jedoch noch ausbaufähig.» Ländliche Regionen müssen sich verstärkter mit den digitalen Entwicklungen auseinandersetzen und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln, damit die rosige Zukunft vom alpinen Arbeits- und Lebensort Realität wird.

Neue Technologien als Chance
Neben der Digitalisierung an sich standen am Wirtschaftstreffen Berner Oberland technologische Entwicklungen im Fokus. Christian Grasser, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbands der Telekommunikation asut, informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Vorteile, die der 5G-Standard künftig bringen soll. Gerade für ländliche Regionen, ist Grasser überzeugt, birgt die hohe Bandbreite des 5G-Standards riesige Chancen.

Andreas Koschak, Managing Director der Parametric GmbH, erläuterte in seinem Referat, wie Unternehmungen an Digitalisierungsprojekte herangehen sollten. «Digitalisierung heisst nicht, dass der Mensch einfach durch die Maschine ersetzt wird», so Koschak. Auch sei es wichtig, dass immer von dem zu lösenden Problem ausgegangen werden sollte und nicht von der Technologie, die man gerne einsetzen möchte.

Von der Zukunft in die Gegenwart
Zum Schluss des Wirtschaftstreffens stand nicht die digitale Zukunft, sondern die Gegenwart im Mittelpunkt: Roger Neuenschwander, CEO der be-advanced AG, zeigte die vielfältigen Dienstleistungen für KMU und Start-ups im Kanton Bern auf und Max Braunschweiger stellte das Angebot der Unternehmens- und Personalentwicklung IdeeTransfer Berner Oberland vor.

VOLKSWIRTSCHAFT BERNER OBERLAND


WIRTSCHAFTSTREFFEN BERNER OBERLAND

Das Wirtschaftstreffen Berner Oberland wird jährlich im November von der Volkswirtschaft Berner Oberland durchgeführt. Der Wirtschaftsanlass wird von den Planungsregionen und den grossen Wirtschafts- und Gewerbeverbänden im gesamten Berner Oberland unterstützt.

PD

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