Wandergrüsse aus Chile

Fr, 06. Dez. 2019
Morgenstimmung in der Wüste kurz vor Coya. FOTOS: IVO PARONI UND MARTINA HALLER

Martina Haller und Ivo Paroni aus Saanen sind im Abenteuerfieber. Sie starteten am 9. November im chilenischen Santiago und wandern die nächsten paar Monate südwärts. «Wir haben uns ein halbes Jahr herausgenommen, um in Chile ‹umeztschumple›», witzelt Ivo Paroni in der Whatsapp-Sprachnachricht, die er dem «Anzeiger von Saanen» zukommen liess.

Die Route führt entlang des Greater Patagonian Trails, eines Fernwanderwegs ab Santiago bis ganz in den Süden Patagoniens. Wer glaubt, das Wanderwegnetz in Chile sei ähnlich systematisch ausgeschildert wie die Spazier- und Wanderwege in der Schweiz, täuscht sich. Das Paar orientiert sich anhand von GPS-Daten. Es läuft auf landwirtschaftliche Karrwegen oder solchen, die zu ehemaligen Minen führen, manchmal aber geht es über Stock und Stein. «Wir befinden uns mitten in der Wildnis. Manche Pfade entpuppen sich als Trampelpfade von Kühen oder halbwilden Pferden, wir haben uns deshalb schon verlaufen.» Wenn der Weg durch Jungwald und Gestrüpp führt, kann es gut sein, dass sie für 700 Meter Strecke über eine Stunde brauchen. «Es gibt schon Momente, in denen wir uns fragen, was wir hier eigentlich tun, diese werden aber durch tolle Momente und die einmalige Landschaft belohnt», schwärmt Paroni. Die Treckingliebhaber haben nur das Minimum an Material mitgenommen. Nahrungsmittel kauft das Paar in grösseren Städten ein, wo es auch Ruhetage einlegt. Wasser gibt es überall auf dem Wegnetz. Nach den ersten 290 Kilometern und 15’235 Höhenmetern haben sich Körper, Geist und Seele an das neue Leben gewöhnt. Die meisten Blasen sind Hornhaut gewichen und so schmerzen die Schuhe und der Rücksack nun nicht mehr.

Gestartet sind sie in wüstenähnlichem Gebiet, danach folgte Steppe und schon bald folgt vulkanisches Gebirge. Ivo Paroni: «Wir freuen uns auf die warmen Quellen, damit wir die eiskalten Bergbäche vergessen können, in denen wir uns bisher gewaschen haben.»

PD/BLANCA BURRI

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