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Christine Schopfer für Tatjana Röthlin

Di, 18. Feb. 2020
Christine Schopfer (links) löst Tatjana Röthlin im Vorstand der Dorforganisation ab. FOTOS: ANITA MOSER

Die Mitgliederversammlung der Dorforganisation Schönried wählte Christine Schopfer in den Vorstand. Einen grossen Stellenwert in Schönried haben die Ehrungen für herausragende Leistungen. Heuer kamen ausnahmsweise nicht nur junge Leute zum Zug.

ANITA MOSER
Fast 90 Personen, darunter um die 15 Nichtmitglieder, nahmen am Dienstagabend im Hotel Ermitage an der Mitgliederversammlung der Dorforganisation (DO) Schönried teil. Präsident Rolf Schwenter leitete zügig durch die ordentlichen Traktanden. Die DO Schönried kann auf ein abwechslungsreiches Jahr zurückblicken. Positiv erwähnte der Präsident unter anderem die technische Beschneiung der Langlaufloipe, die – dank hartnäckigem Dranbleiben von einigen Exponenten – Anfang Winter realisiert wurde. Ziel dieser Beschneiung sei es, den Langlaufinteressierten möglichst frühzeitig ein Grundangebot anzubieten, betonte Schwenter.

Ersatzwahl in den Vorstand
Mit Akklamation in den Vorstand gewählt wurde Christine Schopfer. Die 57-Jährige Betreiberin der Moosbar folgt auf Tatjana Röthlin, welche aus persönlichen und beruflichen Gründen nach vier Jahren im Vorstand ihre Demission eingereicht hat.

Einstimmig angenommen wurde die vom Präsidenten erläuterte Jahresrechnung, die mit einem Überschuss von gut 2500 Franken abschliesst. Nach wie vor ist die Kasse der DO Schönried mit gut 100’000 Franken prall gefüllt. Das berge das Risiko, das Geld für «Unnötiges» auszugeben, erklärte Schwenter. Die DO sei aber jederzeit bereit, grössere oder spezielle Projekte oder Anlässe zu unterstützen, so der Vorsitzende. Die DO Schönried zählt aktuell 247 Mitglieder.

Musikalische Umrahmung der Ehrungen
Regelmässig werden an der Mitgliederversammlung der DO Schönried – in erster Linie – junge Schönriederinnen und Schönrieder für ausserordentliche Leistungen geehrt. Das Schwierigste seien die Spielregeln, die Kriterien, so Schwenter. «Primär geht es darum, junge Leute zu motivieren, Höchstleistungen anzustreben.» Nicola von Siebenthal (Marimbafon), Sämi Gyger (Tuba) und Cédric Gyger (Marimbafon) bewiesen gleich vor Ort, was sie mit ihren Musikinstrumenten drauf haben. Ebenfalls geehrt in der Sparte Musik wurde Remo von Siebenthal (abwesend). In der Sparte Sport geehrt wurden Eveline Matti (Curling/abwesend), Taymour Ojjeh (Rudern), Raphael Herrmann sowie Noel von Grünigen (Ski alpin). Für einmal wurden nicht ausschliesslich junge Leute geehrt: Auch Marianne und Klaus Burri wurde dank ihrem Doppelerfolg an der Berner Alpkäsemeisterschaft diese Ehre zuteil.

Geduld ist gefragt
Nachdem an den Schönrieder Dorfgesprächen im September die Idee einer Smiley-Geschwindigkeitsanzeige – wie es sie heute an verschiedenen Dorfeingängen gibt – aufkam, stand für kurze Zeit eine entsprechende mobile Anlage eingangs Schönried (von Saanenmöser herkommend). «Wir sind vorsichtig optimistisch, dass eine fixe Anlage 2020 installiert wird», betonte Rolf Schwenter. Keinen Schritt weiter sei man in Sachen Verkehrsplanung Ortsdurchfahrt Schönried, Ausbau Hubelstrasse und Wanderwegverbindung Solsana–Lädeli. Bewährt habe sich das Angebot Tourismusbüro mit Postagentur beim Bahnhof Schönried. Bitter sei, so Schwenter, dass sich die MOB verabschiedet habe. Es sei bedauerlich, dass es nicht möglich sei, mit dem vorhandenen Personal auch MOB-Dienstleistungen – wie z.B. Billettverkauf – abzudecken. Und die Perrons in Schönried und Saanen bräuchten unbedingt Anpassungen. Die aktuelle Situation sei unbefriedigend, vor allem für Leute, die schlecht zu Fuss seien.

In Sachen Rellerli sei er vorsichtig optimistisch, so der Vorsitzende. Stark kritisierte er hingegen den Winterwanderweg Rellerli. «Die Situation diesen Winter war inakzeptabel.»

Als Musterbeispiel einer Initiative bezeichnete Rolf Schwenter die technische Beschneiung der Langlaufloipe in Schönried. Innerhalb weniger Wochen wurde das Projekt realisiert. Initiator Sämi Matti stellte es den Anwesenden ausführlich vor.

«Der erste und der letzte Eindruck zählt»
Als Glücksfall für die Destination bezeichnete Rolf Schwenter Flurin Riedi, den neuen Geschäftsführer von GST. Es sei seine erste Wintersaison in Gstaad und er staune immer wieder über gewisse Sachen, wie sie funktionieren oder eben nicht funktionieren, sagte Riedi. Zum Winterwanderweg Rellerli meinte er: «Die Situation ist erkannt. Wir wollen eine saubere Planung und entsprechende Vereinbarungen mit den Landeigentümern.» Angenommen hat sich der GST auch der Hugeli-Bike-Challenge. Angestossen wurde dieses Projekt letzten Frühling von Hans Frautschi. Es sei nicht überall auf offene Ohren gestossen, «was schade ist», so Riedi. Es gehe unter anderem um raumplanerische Fragen, GST sei im Gespräch mit der Gemeinde. Ziel sei, das Projekt diesen Sommer zu lancieren. «Wir machen uns gezielt Gedanken um das Gebiet Schönried-Saanenmöser – wo hat es Potenzial, wo sind die Chancen?», unterstrich Gastreferent Riedi. Eine Riesenchance, die genutzt werden müsse, sei der geplante Neubau der Hornegglibahn. «Es geht um die Zukunft, um die Zukunft der Destination.» In seinen Augen habe man vonseiten der Tourismusorganisation in den letzten Jahren die Standortförderung vernachlässigt, betonte Riedi und erwähnte unter anderem die Privatschule Le Rosey, für die unbedingt eine Lösung gefunden werden müsse. Weitere Themen seien das Sportzentrum und die Eisbahn, eine Kitalösung (über die Wochenenden) für Mitarbeitende in der Hotellerie oder das Nachtleben. Die Standortförderung könne GST nicht alleine bewerkstelligen, da sei die Zusammenarbeit mit den Gemeinden notwendig. Die Themen rund um die Destinationsentwicklung lasse sich in drei Begriffen zusammenfassen: Erlebnis, Qualität und Dienstleistungen. Positive Beispiele seien das Fondue-Caquelon oder das Spiegelhaus. Luft nach oben gebe es beispielsweise bei den Langlaufloipen, den Winterwanderwegen, dem Bikewegnetz oder bei der Parkplatzsituation. Nicht alles sei Gstaad like. So zum Beispiel die blauen Toi-Toi-WCs. In diesem Sommer werde man mit Kompost-WCs Erfahrungen sammeln und die mobilen blauen Toilettenkabinen dann sukzessive durch Holzhüsli ersetzen. Gstaad like und Liebe zum Detail sei das, was es in der ganzen Angebotsgestaltung brauche. «Der erste und der letzte Eindruck zählt», sagte Riedi mit Nachdruck.

Altlasten
Touristisch nicht förderlich seien die stillgelegten Bahnen, bemerkte Hans Frautschi. Es fehle nicht am Willen und auch nicht an den Finanzen, dass gewisse Anlagen noch nicht zurückgebaut seien, betonte Heinz Brand, VR-Präsident der BDG AG. «Für den Rückbau braucht es eine Baubewilligung und das Einverständnis der Eigentümer, dass man über ihr Land gehen darf.» Zudem gebe es raumplanerische Gründe. Man behalte die Anlagen quasi als Pfand. Wenn etwas weg sei, sei es schwierig, eine Bewilligung für etwas Neues zu bekommen. Die BDG wolle jedoch am Horneggli eine neue Bahn bauen und fürs Rellerli bestünden ebenfalls Pläne.

Deshalb sei er nicht ganz unglücklich, dass es nicht vorwärtsgehe mit dem Rückbau der Rellerligondelbahn, meinte Rolf Schwenter.

5G beschäftigt
Gemeinderat Hans-Peter Schwenter überbrachte die Grüsse von der Gemeinde und äusserte sich ebenfalls zu verschiedenen Themen. Betreffend der Verkehrssituation liege der Ball beim Kanton, seine Ratskollegin Therese Mösching stehe im Kontakt mit dem Verantwortlichen, so Schwenter. Die 5G-Technologie beschäftige die Leute, betonte er. Die Gemeinde könne 5G-Antennen nicht verhindern. «Sie ist nur zuständig für neue 5G-Antennen. Wenn bestehende Antennen ausgebaut werden, hat die Gemeinde nichts zu sagen.» Im Gebiet Schönried gebe es vier Mobilfunkantennen, drei davon – Rellerli, Bodme und Hornfluh – seien mit 5G aufgerüstet. Ein Anwesender sagte, er habe ein Rechtsbegehren gestellt und eine baupolizeiliche Anzeige erstattet gegen die Gemeinde und gegen alle 5G-Umrüstungen. «Vieles war nicht legal», so seine Begründung.

Zum Thema Verkehrsplanung Ortsdurchfahrt Schönried meldete sich auch Grossrat Hans Schär. Zuständig für eine Geschwindigkeitsanpassung sei das Stimmvolk, so Schär. Dieses habe das letzte Wort. Das habe ihm 2018 die frühere Regierungsrätin Barbara Egger auf seine entsprechende Frage geantwortet und er habe dies so den Gemeindebehörden weitergegeben. Schär schlug vor, erst das Stimmvolk entscheiden zu lassen und dann dem Entscheid entsprechend weiterzuplanen. Man habe fälschlicherweise von einer 30er-Zone gesprochen anstatt von Massnahmen, «wie man die Ortsdurchfahrt gäbiger machen könnte», wandte Rolf Schwenter ein. Er bezweifle, dass mit einer Volksabstimmung der Wille der Schönrieder eine Mehrheit finden würde.

Nach zweieinhalb Stunden konnte der Vorsitzende die Versammlung schliessen und zum späten Apéro bitten.

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