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Wir stehen erst am Anfang

Fr, 26. Jun. 2020

«Schweizerinnen und Schweizer – macht Ferien in der Schweiz!», proklamieren Touristiker, Politiker und Wirtschaftsexperten. Doch sind wir überhaupt bereit für den Schweizer Gast? Welche Bedürfnisse hat er? Worauf müssen wir achten?

Grundsätzlich sind wir Schweizer anspruchsvolle Gäste. Wir schätzen tolle Qualität, freundliche Dienstleistung, Erlebnisse und ein korrektes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das alles hat die Destination Gstaad zu bieten. Und doch zeigen die ersten Erfahrungen nach dem Lockdown, wo unsere Schwachstellen liegen, nämlich beim Langsamverkehr. Über Auffahrt und Pfingsten gab es auf den Wegen mit Spaziergängern, Wanderern, Velofahrern und Bikern viel Betrieb!

Fehlen die Grossanlässe, zieht es uns raus in die Natur. Hotspots wie der Lauenensee oder der Arnensee werden bei grossen Menschenansammlungen zu Nervenproben. Auf den schmaleren Wegen, besonders zwischen Gstaad und Saanen oder zwischen Schönried und Saanenmöser, muss man sich besonders respektvoll begegnen. Toleranz und Rücksicht von Fahrradfahrern und Wanderern sind gefragt und glücklicherweise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Grund dafür ist sicherlich, dass wir Schweizer Multisportler sind. Jeder Biker und E-Biker wandert gerne und umgekehrt. Deshalb versteht er das korrekte Verhalten beim Kreuzen. Die Biker bremsen auf Schritttempo ab und machen sich bemerkbar, bevor sie die Spaziergänger vorsichtig überholen. Umgekehrt können die Spaziergänger einen Schritt auf die Seite gehen. Ein «Grüessech» und «Danke» bewirkt oft Wunder und zaubern ein Lächeln ins Gesicht.

Damit die neuralgischen Punkte nicht zu stark überlastet werden, lohnt es sich in der Hochsaison, gewisse Routen azyklisch in Angriff zu nehmen. Frühmorgens oder gegen Abend zum Lauenensee zu fahren ist eine Möglichkeit. Schön ist es auch, ausgetretene Pfade zu verlassen und etwas Neues auszuprobieren. Mein Tipp ist die Biketour aufs Rellerli oder via Lauenen aufs Türli beim Trüttlisberg. Die Rundwanderung Gstaad–Grund– Meielsgrund–Eggli–Saanen–Gstaad oder ein Ausflug auf den Hundsrügg oberhalb vom Sparenmoos mit seinem wundervollen 360°-Blick sind empfehlenswert.

Das Wanderwegnetz liegt, wie wir alle wissen, in den Händen der Gemeinden. Die Wegmeister haben in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet. Vor allem auf dem Talboden sind die Wege in einem Top-Zustand. Durch das gute Miteinander mit den Landeigentümern können Einheimische wie Gäste die x-kilometerlangen Wege geniessen. An dieser Stelle allen Beteiligten ein grosses Dankeschön, insbesondere auch den Landeigentümer und der Landwirtschaft für die konstruktive Zusammenarbeit und die Ermöglichung solcher Infrastrukturen.

Bei all dem Positiven gibt es trotzdem noch viel zu tun. Die Zeiten, als sich nur Freaks in den Bergen aufhielten, sind längst vorbei. Was momentan der See im Mittelland wird morgen der Bergsee. Schon heute gibt es viele Wanderer und Biker, welche die Höhe den heissen Sommertagen im Mitteland vorziehen. Der Klimatourismus wird weiter zunehmen.

Die Mobilität ist mit den E-Bikes deutlich angestiegen und der Perimeter grösser geworden. Diesen Trend können wir nicht aufhalten, aber wir können ihn für uns nutzen. Damit das reibungslos geht, müssen wir die Wege regelmässig unterhalten und entwickeln. Folgende Lösungen bieten sich für zufriedene Wanderer UND Biker an: Teilweise breitere Wege, gut ausgebaute Trails mit guter Entwässerung zur Vermeidung von Erosion (auch oberhalb von 1200 Metern über Meer), Leitsysteme, weniger Verbotstafeln und einfach passierbare Zaunquerungen.

Die Wanderwegcrew kennt diese Herausforderungen und steckt mitten in der Planungsphase, doch nun müssen wir einen Schritt weitergehen. Wir müssen Pickel und Schaufel in die Hand nehmen und uns von der Planung in die Umsetzung begeben. Deshalb hoffe ich, dass wir bereits im Verlauf diesen Sommers erste Massnahmen erfolgreich umsetzen können. Mir ist bewusst, dass die Erwartungen gross sind und dass es für die Umsetzung vielleicht zusätzliche Ressourcen braucht, aber ich bin überzeugt, dass es sich lohnt.

Mit dem Ausbau sorgen wir für ein gutes Miteinander, sodass wir unserem Slogan «Id Rueh vor Natur» gerecht werden, denn es liegt in unserer Hand, ob wir zufriedene Wanderer und Biker haben.

FLURIN RIEDI TOURISMUSDIREKTOR flurin.riedi@gstaad.ch

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