Schulstart mit Schutzkonzept

Di, 11. Aug. 2020
Kontaktaufnahme durch die Scheibe: Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten gingen an ihrem ersten Schultag gestern auf Abstand. Die Masken brauchen sie nur, wenn sie sich durchs Schulhaus bewegen. (Fotos_AvS)

Der Schulstart im Gymnasium Interlaken, Abteilung Gstaad beginnt für die Schülerinnen und Schüler mit einem Schutzkonzept, das Trennscheiben, Masken und Kontaktkontrolle während der Mittagspause enthält.

JENNY STERCHI
Die Sommerferien sind beendet und die Kinder und Jugendlichen im Saanenland drücken wieder die Schulbank. Aber alles ist ein bisschen anders. Für die Gymnasiasten bedeutet heuer der erste Schultag nicht nur neue Gesichter und einen Schulhauswechsel. Neben Unterrichtsmaterialien werden Schutzmasken und Hygienehinweise ausgegeben.

Masken als Teil des Schutzkonzeptes
Sie starten ihre gymnasiale Laufbahn mit einem umfassenden Schutzkonzept, das sich auf drei Schwerpunkten abstützt. Zu den bereits vor den Sommerferien eingeführten Abstands- und Hygieneregeln kommt nun die Maskenpflicht hinzu, die jedoch auf das Zirkulieren im Schulhaus beschränkt bleibt. «All diese Massnahmen sollten nicht losgelöst voneinander betrachtet werden», so Christoph Däpp, Schulleiter der Abteilung Gstaad. «Vielmehr geht es darum, in jeder Situation den grösstmöglichen Schutz für Schüler und Lehrkräfte zu erreichen.» Wenn die Lehrperson an die Schüler herangehe, um individuell zu helfen, müsse sie entweder die Distanz von 1,50 Metern wahren oder aber für diesen Augenblick die Maske anlegen. Dies gelte ebenso für Gruppenarbeiten.

Frontalunterricht mit genügend Distanz
Der Frontalunterricht, der in der Vergangenheit an Bedeutung verloren hatte, wird in dieser Situation wieder zur optimalen Variante. Die Lehrkraft, deren Pult ebenfalls mit einer Trennscheibe ausgestattet ist, kann mit ihrer Position vor der Klasse den Abstand bestens einhalten.

Die Sitzordnung, die am ersten Schultag eingenommen wurde, wird bis auf Weiteres beibehalten. Händewaschen und Gebrauch von Desinfektionsmitteln, die überall im Schulhaus zur Verfügung stehen, sind bei den Schülerinnen und Schülern schon verinnerlicht. Mit dem Zuweisen der Eingänge und Pausenräume für die verschiedenen Klassenstufen sollen die Durchmischung und allfällige Ansammlungen verhindert werden. «Und gelüftet wird sowieso.»

Eine Scheibe pro Pult
Angestrebt wurde der Unterricht in ganzen Klassen. Um das Schutzkonzept dennoch einhalten zu können, müsste jeder Schüler alleine an einem Pult sitzen. «Um diese Bedingung zu erfüllen, fehlte uns schlichtweg das Mobiliar», erklärt der Schulleiter. Die Lösung waren Trennscheiben, die auf den Schülerpulten montiert wurden. Damit können sowohl Schüler als auch Lehrpersonen auf das Tragen von Masken während des Unterrichtes im Schulzimmer verzichten. «Der Hausdienst vom Gymnasium Interlaken hat in den letzten zwei Wochen über 200 Trennscheiben produziert. Das heisst, es wurden 200 Plexiglasscheiben und ebenso viele Holzrahmen zur Montage auf dem Pult produziert. Hätten wir die nicht zur Verfügung gehabt, wäre uns nichts anderes übrig geblieben, als den ganzen Unterricht mit Maske zu absolvieren.»

Tracing am Mittagstisch
«Auf der Stufe Mittelschule müssen Schülerinnen und Schüler für die letzten zehn Tage wissen, wann sie mit wem die Mittagspause verbracht haben», erläutert Däpp die Vorgabe vom Kanton. Die Dokumentation der Mittagspausen helfe über allfällige Gedächtnislücken hinweg. Aus diesem Grund wurde für die Gstaader Gymnasiasten eine App eingeführt, mittels derer sie nach der Mittagspause per QR-Code ihre Kontakte protokollieren.

Diese gesammelten Daten werden nach den geforderten zehn Tagen jeweils wieder gelöscht. «Der positive Aspekt ist der, dass mit dem Auftreten eines Infektionsfalls nicht die ganze Klasse geschlossen werden muss. Wir hoffen, dass damit lediglich die nächsten Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt werden müssen.»

Späte Informationen
Die Informationen zu Schutzkonzept und Unterrichtsablauf konnten aufgrund der sich ständig ändernden Situation erst kurz vor dem Schulstart formuliert und an die Schülerinnen und Schüler versendet werden. Rückmeldungen oder Fragen von Jugendlichen und Eltern habe Christoph Däpp bis heute jedoch nicht erhalten. «Ich denke, die Kurzfristigkeit und sich schnell ändernde Umstände sind in den vergangenen Monaten Teil des Alltags geworden», so formuliert er seine Vermutung. «Sie müssen sich in die Abläufe hineinfinden. Fragen tauchen vermutlich erst dann auf, wenn der Unterricht läuft.»

 

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