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In mühseliger Handarbeit aufgeräumt

Fr, 28. Mai. 2021

Leser Daniel Welten erzählt vom Chaos, das der Lawinenniedergang am 3. Februar 2021 am Primelod hinterliess.

Nach den grossen Schnee- und Regenfällen Ende Januar und Februar blickten wir besorgt in Richtung Primelod und Tschärzis – wussten wir doch nur zu gut, was es heisst, Lawinenschäden aufzuräumen. Bereits im Winter 2018 hatte eine grosse Staublawine ein Drittel der Weide in der Mühlischüpfe überführt und ein mächtiges Chaos hinterlassen. (Bild 1)

Fünf Meter neben Stafel
Es kam wie befürchtet. An der ganzen Primelodflanke bis in die Tschärzis löste sich der Schnee und rutschte ins Tal. Vorsassweiden wurden mit riesigen Schneemassen, Holz, Dreck und Geröll verschüttet und zwar zum Teil bis auf den Talboden. Die Tschärzisstrasse wurde in verschiedenen Teilen haushoch unter dem Schnee begraben. Zu Fuss machten wir uns auf den Weg über den Lawinenkegel, taleinwärts zu unserer Vorsass. Wir waren dankbar, das Stafel stand noch unversehrt an seinem Platz. Die Lawine hatte sich ihren Weg nur fünf Meter daneben vorbei gebahnt. (Bild 2)

Frühe Räumung der Strasse
An dieser Stelle möchte ich den Arbeitern und den Verantwortlichen der Wegmoderation Tschärzis herzlich danken und ihnen ein «Chränzli» winden. Für uns «Mühlischüpfi-Lüt» war es nicht selbstverständlich, dass sie die Strasse durch den Lawinenkegel so früh geräumt haben. Es ersparte uns manchen mühsamen Fussmarsch. (Bild 3)

Mit Kessel, Rechen und Elan
Dank dem schönen Wetter im März konnten wir schon Ende März mit den Aufräumarbeiten beginnen. Mit Kessel, Rechen und viel Elan ging es an die Arbeit. In vielen Arbeitsstunden konnte der obere Teil des Lawinenzuges, wo der Schnee schon geschmolzen war, von Steinen und Holz gesäubert werden. Von Woche zu Woche verwandelt sich die überführte Weide wieder in den ursprünglichen Zustand. Ich staunte nicht schlecht, als im dahinschmelzenden Lawinenkegel eine grosse, lange Tanne zum Vorschein kam, die vorher gar nicht zu sehen gewesen war.

Zeitzeugen bleiben
Heute, am 18. Mai, ist der letzte kleine Fleck Lawinenschnee am Schmelzen und wir werden fertig mit Aufräumen. Die mühsame Arbeit soll ein Segen sein für die nächste Generation. Froh und zufrieden sitze ich auf einem Stein und schaue über die sauber geräumte Weide. Wenn ich rechts und links von mir schaue, sehe ich alte Steinhaufen, die Zeugen sind für frühere Ereignisse und erkenne die Arbeit und Mühen der vorherigen Generationen. Ein Kommen und Gehen, aber die Spuren bleiben bestehen.

DANIEL WELTEN, GRUND BEI GSTAAD

 

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