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Neue Jaunbachbrücke

Di, 22. Jun. 2021
Setzen der Brückenelemente.

Warum braucht es eine neue Brücke über das Jäunli beim Zimmergraben? Die Baustelle mit den diversen Maschinen, Geräten und dem emsigen Treiben bei der Jaunbachbrücke hat mich bewogen, ein Gespräch mit Simon Rauber aus Jaun, Projektleiter der Baufirma Grisoni-Zaugg AG, zu führen. Die erwähnte Baufirma führt das Bauvorhaben durch.

HANS-PETER VENNER
Der Zustand war nicht mehr haltbar. Die eisernen Längsbalken waren so weit noch gut, aber die hölzernen Querbalken in einem desolaten Zustand. Die frühere Belastung von ca. 20 Tonnen war nicht mehr verantwortbar.

Die alte Brücke hatte eine Spannweite von 7m und soll neu auf 13m verlängert und von 3,5m auf 5,5m verbreitert werden. Ebenso soll das Lichtraumprofil (Höhe) um 30cm erhöht werden. Diese neuen Massnahmen dienen der Sicherheit und gewährleisten einen besseren Wasserabfluss bei Hochwasser. Ich liess mir sagen, dass im oberen Teil des Zimmergrabens sehr viel relativ lockeres Gestein ist, das bei einem Murgang rasch in Bewegung geraten und unten die Brücke verstopfen könnte. Heute fliesst eine Wassermenge von ca. 3000 bis 4000 Liter pro Sekunde hinunter.

Am 17. Mai 2021 begannen die Bauarbeiten und dauern voraussichtlich bis Mitte Oktober (siehe Kasten). Die gesamte Sanierung ist sehr aufwendig. Da die Strasse dem Kanton Bern gehört, wird mit einem Kostenvoranschlag von 0,75 Mio. Franken gerechnet. Vorgängig mussten vielfältige Abklärungen und Koordinationen mit dem Strasseninspektorat, dem Wasserwirtschaftsamt, dem Wildhüter, dem Ornithologischen Verein, den Gemeinden usw. getroffen werden. Interessant ist, dass ein Brückenkopf zur Gemeinde Saanen und der andere zur Gemeinde Boltigen gehört. Die neue Brücke wird mit einer Belastung von 40 Tonnen berechnet.


BAUPHASEN NEUE JAUNBACHBRÜCKE

Die folgenden Bauphasen zeigen den Verlauf der Sanierung auf:

Phase 1
Auflagelager erstellen und Notbrücke platzieren. Die Notbrücke besteht aus zwei Fertigelementen aus Italien und konnte relativ rasch mit einem grossen fahrbaren Kran gesetzt werden. Sie wurden anschliessend zusammengeschraubt. Warum Italien? Die Notbrücke erwies sich als kostengünstigstes und passendes Produkt. Die Strasse war lediglich einen halben Tag gesperrt und der Verkehr wurde über die Abländschenstrasse umgeleitet.

Phase 2
Bestehende alte Brücke abbauen und Bauschutt entsorgen. Anschliessend wurde der Flusslauf korrigiert.

Phase 3
Aushub für neue Fundamente.

Phase 4
Spezieller Tiefbau: Mikropfähle mit 15 bis 20cm Durchmesser werden eingerammt, damit ein solider Baugrund entsteht.

Phase 5
Betonarbeiten: Fundamente und Widerlager für die neue Brücke bauen. Leergerüst mit Eisenbalken erstellen und darauf Brückenplatte aufbauen.

Phase 6
Abdichtungsarbeiten vornehmen und Brüstungen montieren.

Phase 7
Alle Hohlräume hinterfüllen.

Phase 8
Endarbeiten realisieren. Die definitive Belagsarbeit wird später folgen.

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