Christoph Däpp: «Mit Freude und einer Portion Respekt»
07.04.2026 BildungWie die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) des Kantons Bern bekannt gibt, wird Christoph Däpp ab August neuer Rektor des Gymnasiums Interlaken.
«Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Bern hat Christoph Däpp auf Antrag der Schulkommission des ...
Wie die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) des Kantons Bern bekannt gibt, wird Christoph Däpp ab August neuer Rektor des Gymnasiums Interlaken.
«Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Bern hat Christoph Däpp auf Antrag der Schulkommission des Gymnasiums Interlaken zum neuen Rektor des Gymnasiums ernannt», schreibt die Kantonsverwaltung in einer Kurzmitteilung am 7. April, und weiter: «Er wird seine Aufgabe als gesamtverantwortlicher Rektor per 1. August 2026 übernehmen.» Die bisherige Rektorin Andrea Iseli werde im Sommer 2026 in den vorzeitigen Ruhestand gehen, mit einem kleinen Pensum aber im Projekt «Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität» weiterarbeiten.
PD/JSC
Christoph Däpp im Interview:
«Mit Freude und einer Portion Respekt»
Christoph Däpp wird auf den 1. August hin neuer Rektor des Gymnasiums Interlaken. Der bisherige Schulleiter der Abteilung Gstaad des Gymnasiums Interlaken spricht über kommende Herausforderungen und darüber, was sich in seinem Berufsalltag ändern wird.
JONATHAN SCHOPFER
Christoph Däpp, wie haben Sie auf Ihre Ernennung zum neuen Rektor des Gymnasiums Interlaken reagiert?
Mit Freude und einer Portion Respekt.
Was bedeutet dieser Karriereschritt für Sie persönlich?
Die Ernennung zum Rektor des Gymnasiums Interlaken durch das Mittelschul- und Berufsbildungsamt bedeutet für mich einen beruflichen Aufstieg, der mit mehr Verantwortung einhergeht. Nach meinem Wirken während der letzten Jahre mit Fokus auf das Gymnasium in Gstaad darf ich mein Engagement und meine Ideen nun für die Entwicklung des Gymnasiums Interlaken an beiden Standorten einbringen, also in Interlaken und in Gstaad. Darauf freue ich mich sehr.
War die Stelle öffentlich ausgeschrieben?
Ja, alle Rektorenstellen der Gymnasien des Kantons Bern werden öffentlich ausgeschrieben und die geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt.
Was hat Sie dazu bewogen, sich für diese Stelle zu bewerben?
Ich bin seit der Eröffnung des Gymnasiums in Gstaad Teil des Gymnasiums Interlaken, als Lehrperson für Sport und Biologie, seit mehr als 15 Jahren auch als Schulleiter der Abteilung Gstaad. In dieser Zeit ist mir das Gymnasium in Gstaad, aber auch das ganze Gymnasium Interlaken ans Herz gewachsen: junge Menschen aus dem Berner Oberland zusammen mit einem tollen Team auf dem Weg zur Matur begleiten – das bereitet mir Freude und darin habe ich mittlerweile auch eine gewisse Erfahrung. Diese Freude und Erfahrung für das ganze Gymnasium Interlaken und damit für das Berner Oberland einzubringen – das hat mich für die Bewerbung motiviert.
Werden Sie künftig täglich nach Interlaken pendeln?
Starten werde ich so, dass ich unter der Woche drei Tage in Interlaken arbeiten werde und die restliche Zeit in Gstaad. Ob und wie sich dies auf lange Sicht bewährt, wird sich zeigen. Klar ist für mich, dass ich mit meiner Familie weiterhin in Gstaad wohnen will.
Wie wird sich Ihr Berufsalltag mit der neuen Aufgabe verändern?
Bis jetzt war mein schulischer Berufsalltag mit dem eigentlichen Unterrichten und der Schulleitungsarbeit ausgefüllt. Mit der Übernahme der Gesamtverantwortung wird die Schulleitungsarbeit grösser werden und ich werde nicht mehr selber unterrichten – was ich auch bedaure.
Hat Ihre Ernennung Auswirkungen auf den Standort Gstaad?
Ich hoffe nur positive. Vorerst werde ich die Abteilung Gstaad weiter leiten. Da ich aber persönlich nicht mehr so viel vor Ort sein kann, werde ich eine Nachfolge für die Leitung der Abteilung Gstaad aufbauen. Ziel ist es, dass eine engagierte Lehrperson des Gymnasiums, möglichst mit Wohnsitz im Saanenland, diese Position von mir übernehmen kann, auch damit die regionale Verankerung des Gymnasiums sowie die Zusammenarbeit mit den umliegenden Bildungsinstitutionen – zum Beispiel der Wirtschaftsschule Thun in Gstaad, dem OSZ, Le Rosey, den Schulen im Obersimmental und Pays-d’Enhaut – weitergelebt werden können.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte möchten Sie als neuer Rektor setzen?
Ich werde das Gymnasium Interlaken möglichst ohne Bruch weiterführen, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Matur in Gstaad und in Interlaken erreichen und damit den nächsten Schritt zur Verwirklichung ihrer Berufswünsche wie bisher gehen können. Dazu gehört auch, dass wir für unsere Lehrpersonen, das Sekretariat und den Hausdienst ein attraktiver Arbeitgeber bleiben – mit gutem Teamgeist und zeitgemässer Infrastruktur – und so den Schulbetrieb mit der nötigen Qualität sicherstellen können.
Welche Schritte stehen für Sie als Nächstes an?
Es stehen bereits konkrete Herausforderungen an, die ich mit meinem Team konstruktiv angehen werde. Beispiele sind der Turnhallenbau in Interlaken, die baulichen Auswirkungen der Schulstrategie der Gemeinde Saanen in Gstaad oder die neuen nationalen und kantonalen Vorgaben aus dem Projekt WEGM – Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität –, die per August 2028 umgesetzt werden müssen.
Mein persönliches Fernziel ist auch, dass ich das Gymnasium Interlaken, inklusive der Abteilung in Gstaad, bei meinem Rücktritt in einem ebenso guten Zustand an die nächste Leitung übergeben kann, wie dies unsere aktuelle Rektorin Andrea Iseli gerade tut.
CHRISTOPH DÄPP
Christoph Däpp ist seit 2005 Gymnasiallehrer für Sport und Biologie und leitet seit 2009 die Abteilung Gstaad des Gymnasiums Interlaken. Er hat an der Universität Bern das Lehrdiplom für Maturitätsschulen in Sport und Biologie sowie einen Doktortitel in Molekularbiologie erworben. Darüber hinaus verfügt er über eine Weiterbildung für Schulleitungen der Sekundarstufe II und Erfahrung in den Bereichen personelle und strategische Führung aus der Privatwirtschaft. Mit diesen vielfältigen beruflichen Erfahrungen, seiner breiten Vernetzung im Berner Oberland sowie seiner Führungskompetenz bringt Christoph Däpp ideale Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit. Christoph Däpp ist in Reichenbach im Kandertal aufgewachsen und lebt mit seiner Familie in Gstaad.
BILDUNGS- UND KULTURDIREKTION (BKD)


