Der Gstaad Airport plant neuen Hangar für 3,75 Millionen Franken
12.06.2026 GewerbeAm 9. Juni stimmten die Genossenschafter:innen an der 40. Generalversammlung der Flugplatzgenossenschaft Gstaad-Saanenland (FGGS) über den Bau des Hangars 4 und die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs ab. Zudem blickte die Genossenschaft auf ein finanziell erfolgreiches ...
Am 9. Juni stimmten die Genossenschafter:innen an der 40. Generalversammlung der Flugplatzgenossenschaft Gstaad-Saanenland (FGGS) über den Bau des Hangars 4 und die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs ab. Zudem blickte die Genossenschaft auf ein finanziell erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück.
JONATHAN SCHOPFER
Das Bauprojekt: Weshalb braucht der Gstaad Airport einen zusätzlichen Hangar?
«Der Hangarplatz für Flugzeuge wird immer knapper», sagte Erich Imboden, Leiter des operativen Geschäfts der Flugplatzgenossenschaft Gstaad-Saanenland (FGGS). Gerade im Winter wolle man vermeiden, dass Flugzeuge im Freien abgestellt werden müssten. «Für eine saubere Schneeräumung und Enteisung der Asphalt Flächen brauchen wir einen leeren Apron – also ein leeres Vorfeld. Ausserdem verfügen wir nicht über das nötige Equipment für die Enteisung von Flugzeugen.»
«Die Nachfrage nach Abstellplätzen ist gross, das ist erfreulich», sagte daraufhin Verwaltungsmitglied Marcel Bach, der für das Bauprojekt verantwortlich ist. «Wir wollen versuchen, im Frühling mit dem Bau zu beginnen.»
Der geplante Hangar 4 soll auf der Ostseite des Flugplatzes direkt an den bestehenden Hangar 3 angebaut werden und dieselben Abmessungen aufweisen. Der Verwaltungsrat beantragte dafür einen Kredit von 3,75 Millionen Franken. Finanziert werden soll der Neubau mit Eigen- und Fremdmitteln sowie gegebenenfalls mit Beiträgen der öffentlichen Hand. Derzeit werde die Baueingabe vorbereitet. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter genehmigten den Kredit einstimmig.
Die Flugbewegungen: Führt der neue Hangar zu mehr Flugverkehr?
2025 wurden auf dem Flugplatz Saanen neun Prozent mehr Flugbewegungen registriert als im Vorjahr. Aus der Versammlung kam deshalb die Frage auf, ob der zusätzliche Hangar zu noch mehr Flugbewegungen führen werde und ob der Flugplatz in Saanen dadurch nicht irgendwann an seine Kapazitätsgrenze stosse.
Präsident Walter Egger bestätigte, dass die Zahl der Flugbewegungen zugenommen habe. «Der Flugplatz kann diese Entwicklung jedoch gut bewältigen.» Die Zunahme des Flugverkehrs stehe ausserdem nicht direkt mit dem Bau eines zusätzlichen Hangars in Verbindung. Die Anzahl Bewegungen, welches ein Flugzeug generiere, hänge von dessen Einsatz ab. Das sei sehr unterschiedlich. Flugzeuge in privater Hand würden zum Teil wenig genutzt, während andere Maschinen im kommerziellen Betrieb mehr Flugbewegungen generierten. «Wir wollen sicher keine Verdoppelung der Bewegungszahlen», hielt er fest. Eine gewisse Entwicklung sei für den Betrieb des Flugplatzes jedoch unerlässlich.
Die Zukunft: Könnten später noch weitere Hangars entstehen?
«Ausgeschlossen ist es nicht», sagte Walter Egger auf die Frage aus der Versammlung, ob später noch ein weiterer Hangar entstehen könnte. Mit dem Bau des geplanten Hangars sei der verfügbare Platz auf der Ostseite allerdings ausgeschöpft. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flugplatzes befänden sich ältere Hangars. Sollten diese in Zukunft das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, könnten sie abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden. «Sofern zu einem späteren Zeitpunkt entsprechender Bedarf besteht», betonte der Präsident.
Die Sicherheit: Weshalb braucht der Flugplatz ein neues Feuerwehrfahrzeug?
Das heutige Feuerwehrfahrzeug vom Typ Rosenbauer Panther 8×8 wurde 2018 vom Flughafen Genf übernommen. Mittlerweile ist es 21 Jahre alt. «Die Ersatzteilversorgung ist kritisch.
Es gibt Teile, die nicht mehr verfügbar sind», erklärte Imboden. Deshalb soll ein neues Feuerwehrfahrzeug angeschafft werden.
Dieses wird eine Achse weniger haben und kleiner sein als sein Vorgänger. Das Löschfahrzeug vom Typ Rosenbauer Panther 6×6 kostet rund 1,3 Millionen Franken. «Das neue Fahrzeug muss weniger Löschwasser mitführen», erklärte Imboden. Möglich werde dies durch die verbesserte Qualität und Wirksamkeit des Löschschaums.
Bewährt sich die neue Photovoltaikanlage?
Die Photovoltaikanlage auf der Westseite des Flugplatzes ging im April 2025 in Betrieb. Erich Imboden präsentierte die Kennzahlen der Anlage: «Seither produzierte die Anlage rund 203’847 Kilowattstunden Strom.»
Davon verbrauchte der Flugplatz rund 45’763 Kilowattstunden selbst. Rund 158’075 Kilowattstunden wurden ins öffentliche Stromnetz eingespeist, da der Flugplatz keine Batterie für die Speicherung besitzt. Der Eigenverbrauchsanteil lag bei 22,45 Prozent. Zusätzlich bezog der Flugplatz rund 173’512 Kilowattstunden aus dem Netz.
Durch den selbst produzierten und genutzten Strom konnten Bezugskosten von rund 11’355 Franken vermieden werden. Hinzu kam eine Rückliefervergütung von rund 8019 Franken. Insgesamt erzielte die Anlage im ersten Betriebsjahr damit einen finanziellen Nutzen von rund 19’374 Franken.
Die Bilanz: Wie schliesst die Flugplatzgenossenschaft das Geschäftsjahr 2025 ab?
Mit einem deutlich höheren Gewinn als im Vorjahr: Die Jahresrechnung weist ein Ergebnis von 342’309 Franken aus. 2024 hatte der Gewinn noch 23’327 Franken betragen.
Das Eigenkapital erhöhte sich von 1,766 Millionen auf 2,109 Millionen Franken.
Auch das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, der sogenannte Ebitda, fiel deutlich höher aus: Es stieg von knapp 540’000 Franken im Vorjahr auf rund 1,494 Millionen Franken.
Das Personelle: Wer führt die Genossenschaft in den kommenden zwei Jahren?
Die bisherigen Verwaltungsmitglieder Marcel Bach, Walter Egger, Beat Marti und Andrea Scherz stellten sich für die Amtsperiode von 2026 bis 2028 erneut zur Verfügung. Die Generalversammlung bestätigte alle vier einstimmig im Amt.
An der Generalversammlung nahmen 28 stimmberechtigte Genossenschafterinnen und Genossenschafter teil. Zehn weitere Stimmen wurden durch Vertretungen wahrgenommen.





