Der Weg zurück in die Heimat
03.07.2026 SerieDer Saaner Christian Fuhrer lebte und arbeitete mehr als zehn Jahre im luzernischen Hinterland als Optometrist. Heute ist er zurück in Saanen – mit seiner Familie und einer neuen Aufgabe.
JONATHAN SCHOPFER «Der Zeitpunkt für die Rückkehr hat ...
Der Saaner Christian Fuhrer lebte und arbeitete mehr als zehn Jahre im luzernischen Hinterland als Optometrist. Heute ist er zurück in Saanen – mit seiner Familie und einer neuen Aufgabe.
JONATHAN SCHOPFER «Der Zeitpunkt für die Rückkehr hat sich fast von selbst ergeben», sagt Christian Fuhrer. Einerseits habe sich beruflich eine Gelegenheit geboten, die perfekt dazu gepasst habe. Andererseits sei die Idee schon länger im Raum gestanden, mit der Familie wieder näher bei den eigenen Wurzeln zu leben. In Saanen ist er aufgewachsen, während seine Familie in Gstaad das Fachgeschäft Fuhrer Tabak führte.
Vom Optometristen zum Unternehmer
Nach der Lehre bei Worni Optik in Gstaad studierte Christian Fuhrer Optometrie und arbeitete über zehn Jahre in der Branche im luzernischen Hinterland. In einem Brillengeschäft mit mehreren Filialen übernahm er zunehmend Führungsaufgaben. «Schlussendlich war ich in der Geschäftsleitung und habe gemerkt, dass mir organisatorische und unternehmerische Aufgaben Freude bereiten.»
Danach stellte sich für Christian Fuhrer die Frage, wie seine nächsten beruflichen Schritte aussehen könnten. «Die Liebe zum Saanenland ist nie abgebrochen», sagt Fuhrer. Er kehrte – wie so viele Weggezogene – fast jedes Wochenende ins Saanenland zurück. «Wieso sich nicht in der Region selbstständig machen?» Gemeinsam mit Jan Pichler gründete er deshalb in Saanen die ISV Switzerland AG, die sich auf Versicherungs-, Treuhand- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen spezialisiert.
Familie und Freunde als Anker
Mit seinem Cousin und Geschäftspartner Jan Pichler versteht sich Fuhrer heute blendend. Das war nicht immer so. «Als Kinder haben wir uns noch auf den Kopf geschlagen, sodass unsere Mütter uns jeweils trennen mussten», erzählt er.
Seit einem Jahr lebt Fuhrer mit seiner Frau und den beiden Kindern wieder in Saanen. Die Kinder sind acht Monate und dreieinhalb Jahre alt. Besonders schätzt er, dass seine Eltern und weitere Verwandte in der Nähe wohnen. Auch die Freundschaften, die er während seiner Zeit im Unterland pflegte, sind nie ganz abgerissen. «Ich konnte bei der Rückkehr an ein gutes Netzwerk anknüpfen.»
Nur die Ringli fehlen
Aus dem luzernischen Hinterland vermisst Fuhrer wenig. «Ja, vielleicht die Willisauer Ringli», sagt er mit einem Schmunzeln. Dafür nennt er mehrere Dinge, die ihm im Saanenland besonders gefallen: die Internationalität der Region, das Skifahren und das Mountainbiken. Besonders angetan haben es ihm die Herbsttage kurz vor dem ersten Schnee. «Wenn im Herbst alles braun ist, ist das Saanenland besonders schön.» Dann zieht es ihn besonders oft aufs Bike. «Die Tour von Gsteig via Türli Pass in die Lauenen gehört zu meinen Favoriten.»
Ein erneuter Wegzug steht für ihn derzeit nicht zur Diskussion. «Ich möchte, dass meine Kinder auch in einer so schönen Gegend aufwachsen wie ich.»
NEUE SERIE: DIE HEIMKEHRER
Oftmals verlassen Menschen das Saanenland für die Ausbildung, den Beruf oder aus privaten Gründen. Manche bleiben für immer weg, andere finden nach Jahren den Weg zurück in ihre Heimat. Mit der Serie «Die Heimkehrer» erzählt der «Anzeiger von Saanen» ihre Geschichten. Was hat sie zur Rückkehr bewegt? Und weshalb haben sie sich entschieden, im Saanenland ein neues Kapitel zu beginnen? Wir fragen nach.
JSC
Kennen Sie eine Person, die nach Jahren ins Saanenland zurückgekehrt ist? Dann freuen wir uns über Ihren Hinweis an redaktion@anzeigervonsaanen.ch.


