FRANK MÜLLER, VERLEGER «ANZEIGER VON SAANEN»
Nach intensiven Wochen und Monaten mit vielen Diskussionen, unterschiedlichen Einschätzungen und Meinungsäusserungen rund um die Erhaltung eines Spitals in Zweisimmen ist an diesem Wochenende das Projekt ...
FRANK MÜLLER, VERLEGER «ANZEIGER VON SAANEN»
Nach intensiven Wochen und Monaten mit vielen Diskussionen, unterschiedlichen Einschätzungen und Meinungsäusserungen rund um die Erhaltung eines Spitals in Zweisimmen ist an diesem Wochenende das Projekt Integriertes Versorgungsmodell Gesundheitsnetz Simme Saane mit Akutspital an der Pattsituation in Lauenen definitiv gescheitert.
Es ist gut, dass endlich ein Resultat vorliegend ist. Nun können und müssen die Behörden sowie die betroffenen Institutionen und Unternehmen nach vorne schauen und aus den Bausteinen, die vorhanden sind, etwas kreieren. Es gilt, das Beste aus der Situation zu machen und mit positiver Energie vorwärts zu gehen.
Teilweise wurden im Vorfeld der Abstimmung die Positionen mit etwas übersteigerter Vehemenz und mit vielen Emotionen vertreten. Es wurde auch teilweise mit harten Bandagen gekämpft. Der Ton in den Leserbriefen und diverse Äusserungen von Befürwortern und Gegnern, welche in dieser Zeitung erschienen sind, zeugen von dieser «Polarisierung».
Nun sind die Abstimmungen vorüber, weshalb es mir wichtig erscheint, dass sich alle Betroffenen und Verantwortlichen der Gemeinden des Obersimmentals und des Saanenlands, des Kantons, der Spital STS AG, der Gesundheit Simme Saane AG und alle weiteren Involvierten an einem möglichst umfassenden und leistungsfähigen Gesundheitszentrum arbeiten – und sich auch dafür einsetzen. Dabei geht es vorerst darum, auf zwischenmenschlicher Ebene wieder zusammenzufinden und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Wenn sich gewisse Gräben aufgetan haben, so gilt es diese nach und nach zuzuschütten. Wir dürfen unterschiedlicher Meinung sein und uns auch dafür engagiert einsetzen. Aber nach einer demokratischen Entscheidung wollen wir zusammen weitergehen und nicht in den Wunden stochern. Viel mehr sollten wir die Wunden heilen lassen – zum Wohle von uns allen.
frank.mueller@mmedien.ch