Die Wechseljahre als Chance sehen
17.04.2026 NachbarschaftAlle Frauen, die sich am vergangenen Samstag zum Frauenfrühstück im Kuspo Lenk einfanden, befolgten bereits einen guten Ratschlag, den Therese Berger ihnen während ihres Vortrags ans Herz legte: «Tut euch etwas Gutes, um Kraft zu tanken!» Mit passenden Melodien ...
Alle Frauen, die sich am vergangenen Samstag zum Frauenfrühstück im Kuspo Lenk einfanden, befolgten bereits einen guten Ratschlag, den Therese Berger ihnen während ihres Vortrags ans Herz legte: «Tut euch etwas Gutes, um Kraft zu tanken!» Mit passenden Melodien umrahmte Debora Lempen den Vormittag auf dem Klavier.
VRENI MÜLLENER
Das feine Frühstück aus der Kuspo-Küche liess keine Wünsche offen und war eine gute Gelegenheit für die Besucherinnen, sich miteinander zu unterhalten und über alltägliche Bedürfnisse zu sprechen. Traditionsgemäss wird am Frauenfrühstück nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt. Referentin Therese Berger aus Uebeschi schöpfte aus dem Vollen und ging auf die vielseitigen Aspekte der Wechseljahre ein. Während ihrer langjährigen Tätigkeit als Pflegfachfrau in der Akutpflege verstärkte sich ihr Wunsch, ihren Fokus auf Prävention und nachhaltige Gesundheit zu legen. Ihr breites Wissen in diesem Bereich verpackte sie in einen Vortrag von 50 Minuten, dadurch wurden einzelne Themen nur kurz angesprochen.
Wechseljahre – nicht Verlustjahre
Zu Beginn ihres Referats betonte die Expertin für naturheilkundliche Frauengesundheit, dass sie den Menschen ganzheitlich betrachte. Ganzheitlich heisse für sie, Körper, Seele und Geist als Einheit zu berücksichtigen. Wechseljahre – und jetzt? «Mit den Wechseljahren kommt nicht das Ende, es ist ein Wechsel in eine andere Lebensphase, die auch ihre Lebensqualität mit sich bringt», ermutigte die Pflegefachfrau HF ihre Zuhörerinnen. Wenn sich das Klimakterium (übersetzt: Treppenjahre) ankündigt, nimmt die Hormonproduktion im Körper ab. Dies führt zu den allseits bekannten Veränderungen, die sich bei jeder Frau ganz individuell auswirken. In einem kurzen Abriss nahm die als Gesundheitscoach arbeitende Referentin bedeutende Hormone unter die Lupe und zeigte auf, für was diese im Körper zuständig sind und wie sich eine Unter- oder Überversorgung auswirken kann.
Was tut mir und meiner Seele gut?
Um körperlichen Beschwerden entgegenzuwirken, gibt es eine ganze Palette an Möglichkeiten, die jede Frau ausprobieren kann. Es ist nie zu spät, die eigene Ernährung zu reflektieren. Vollwertkost, viel Gemüse und Früchte, genügend Proteine und wenig Zucker, führt zu mehr Wohlbefinden. Die regelmässige Bewegung erhöht die Lebensqualität. «Nehmt euch dafür Zeit, auch wenn der Garten noch nicht gejätet ist», riet die Bauersfrau und fünffache Mutter. «Gesunde Selbstfürsorge ist kein Egoismus!» Eine Liste mit Dingen, die gut tun, kann in Stresssituationen vor Frustessen (beispielsweise Schokolade) schützen. Wer gut zu sich selbst schaut und weiss, wie seinen Stress abzubauen, kann besser für seine Liebsten da sein.
Sanfte Wegbegleiter
In der Natur finden sich verschiedene Pflanzen, die in dieser Lebensphase unterstützend wirken. Tees oder Tinkturen aus Hirtentäschli, Frauenmänteli oder Salbeiblättern können Beschwerden lindern. Mit Bitterstoffen aus Artischocken, Löwenzahn, Mariendistel, Tausendgüldenkraut oder Wintersalaten wird die Leber, dieses lebenswichtige Organ, umsorgt. Die Vitalstofftherapeutin nannte auch verschiedene ätherische Öle, bei deren Anwendung der Hormonhaushalt unterstützt werden kann. Aber auch mit gezielt eingenommenen Lebensmitteln wie gesunden Fetten, Nüssen oder Milchprodukten kann den Nebenwirkungen von weniger Hormonen entgegengewirkt werden.
Dankbarkeit – Schlüssel der Zufriedenheit
Bereits in jungen Jahren entschied sich Therese Berger, mit Gott an ihrer Seite durch das Leben zu gehen. Dies verschonte sie nicht vor Wüstenzeiten. Als ihr fünftes Kind tot geboren wurde, war ihre Seele total überfordert. Eindrücklich schilderte sie, wie sie durch die Kraft ihres Geistes getragen wurde. Noch heute ist es für sie wichtig, sich vom Vaterherz Gottes trösten zu lassen, wenn der Trauerschmerz sie übernimmt. Sie ist dankbar dafür, dass sie leben und mit ihrer Familie und in ihrer Oasenhof-Praxis mit Frauen unterwegs sein darf.
Bei dieser komplexen Thematik war der Vormittag schnell vorbei. Die gehörten Ausführungen waren nur ein kleiner Abriss eines breit gefächerten Gebiets. Als Essenz empfahl Therese Berger, bei Defiziten jeglicher Art die Selbstfürsorge zu hinterfragen und zu pflegen. Dazu gehöre auch einmal die ehrliche Auseinandersetzung mit der Frage: Was bedeutet mir Gott?
Die musikalische Umrahmung von Debora Lempen untermalte die Stimmung im Saal. An den Tischen folgten angeregte Gespräche, Therese Berger mischte sich unter das Publikum und konnte noch individuelle Fragen beantworten. Vollgepackt mit guten Impulsen, wie die Wechseljahre zu einer Chance für eine Neuorientierung werden können, kehrten die Besucherinnen gestärkt in ihren Alltag zurück.
CDs mit dem ganzen Vortrag können bei Therese Beetschen, Tel. 079 948 24 88, bestellt werden.


