DO Schönried spricht sich für Tempo 30 aus
11.04.2023 SchönriedAm Gründonnerstag fand in Schönried die Dorfversammlung statt. Sie verabschiedete eines ihrer langjährigen Vorstandsmitglieder und vergrösserte den Vorstand dabei um ein weiteres Mitglied. Neben den ordentlichen Geschäften, die alle diskussionslos abgewickelt ...
Am Gründonnerstag fand in Schönried die Dorfversammlung statt. Sie verabschiedete eines ihrer langjährigen Vorstandsmitglieder und vergrösserte den Vorstand dabei um ein weiteres Mitglied. Neben den ordentlichen Geschäften, die alle diskussionslos abgewickelt wurden, gab es viele Informationen von Gastrednern. Eines der grossen Themen war die auf der Hauptstrasse geplante Temporeduktion.
NICOLAS GEISSBÜHLER
Unmittelbar vor dem Osterwochenende hielt die Dorforganisation Schönried ihre Versammlung ab. Neben den Vereinsgeschäften wie Wahlen waren auch die Ersatzbauten für den Horneggli-Sessellift und die Rellerli-Gondelbahn auf der Traktandenliste. Ausserdem fanden traditionsgemäss Ehrungen für herausragende Leistungen von lokalen Sportler:innen, Musiker:innen, Köchen und Käsern statt (siehe Kasten Dorfversammlung).
Ein Thema, welches ebenfalls im Fokus stand, war die vom Regierungsrat geplante Einführung einer Tempo- 30-Zone bei der Dorfdurchfahrt Schönried: Rolf Schwenter, Präsident der DO Schönried, gab eine Stellungnahme ab. Schwenter betonte die Wichtigkeit eines verlangsamten Verkehrs durch die belebte Zone des Dorfes mit Geschäften und Hotels. «Die Dorforganisation setzt sich für die Zukunft ein und dieses Projekt ist ein Generationenprojekt», sagte Schwenter. Er sprach sich im Namen der DO Schönried für die neue Verkehrsführung aus. «Die Längsparkplätze schaffen mehr Raum und machen das Dorf attraktiver fürs Einkaufen», fügte Schwenter an. Laut ihm ginge es in erster Linie darum, mit welchen Massnahmen man die Qualität im Dorf verbessern könne und die Tempoverminderung gehöre dazu. Ausserdem würde nur im Dorfkern (ab den ersten Häusern südlich der Hauptstrasse beim Dorfeingang, bis zur Brücke über den Hugeligrabe) Tempo 30 gelten und damit betrage die Fahrzeit laut Schwenter lediglich 15 Sekunden mehr, fährt man die betroffenen 500 Meter mit 20 Stundenkilometer weniger. Dafür sei es umso sicherer. «Die Vorteile überwiegen», betonte Schwenter.
Zusätzlich zur Temporeduktion setzt sich die DO Schönried für ein Zurücksetzen der Stützmauer zwischen der Saanenbank und der Alten Hubelstrasse ein. Diesbezüglich seien Gespräche mit der Gemeinde und dem Grundstückeigentümer am Laufen. Das Zurücksetzen der Stützmauer liesse eine Verbreiterung der öffentlichen Infrastruktur zu, was Parkplätze und Trottoirs auf beiden Strassenseiten möglich machen würde.
Kritik wegen Einseitigkeit
Schwenter unterband jegliche Wortmeldungen und sagte, er wolle heute keine grossen Diskussionen in dieser Thematik mehr hören, das Thema obliege ohnehin nicht ihrer Entscheidungsgewalt.
Hans Schär, Schönrieder Grossrat und Mitinitiant der Motion gegen die Änderung des Tempos in Schönried (siehe Artikel auf Seite 2), war ebenfalls an der Dorfversammlung anwesend und störte sich an der Einseitigkeit. «Ich fand es schade, dass nur eine Perspektive vermittelt wurde. Man hätte die Gegenseite zumindest zu Wort kommen lassen können», sagte Schär auf Nachfrage.
DIE DORFVERSAMMLUNG IN SCHÖNRIED
Neuwahlen im Vorstand
Die ordentlichen Traktanden konnten einigermassen speditiv abgearbeitet werden. Präsident Rolf Schwenter dankte unter anderem Cornelia Frautschi, die ihr Vorstandsamt niederlegte, für ihre wertvolle Mitarbeit dank ihres grossen Wissens im Langlaufsport. Als Ersatz für Frautschi schlug Schwenter gleich zwei neue Mitglieder vor: Joe Bürki und Skischulleiter Fabrice Thormann. Die Vergrösserung des Vorstands sei gewollt, wie er erklärte: «Wir wollen möglichst breit aufgestellt sein, mit verschiedensten Ansichten. Das bringt uns weiter.» Beide Vorgeschlagenen wurden mit einem Applaus der anwesenden Mitglieder in den Vorstand gewählt.
DO Schönried in Zahlen
Im letzten Geschäftsjahr verzeichnete die DO einen Erfolg von rund 3800 Franken bei Aufwänden von rund 26’600 Franken. Dies habe damit zu tun, dass der geplante Spielplatzneubau erst in diesem Jahr in Angriff genommen werden könne, so die DO. Deswegen sei für das nächste Jahr ein Minus von 23’000 Franken budgetiert.
Die DO konnte zudem fünf neue Mitglieder gewinnen, musste aber acht Austritte sowie acht Todesfälle verkraften. Eine der Besonderheiten der DO Schönried ist, wie Schwenter zu Beginn betont, dass auch Nicht-Mitglieder beisitzen dürfen. Diese haben aber kein Stimmrecht. Dennoch waren an die 140 Personen anwesend. Der «Salon Festival» des Hotels Ermitage war bis auf den letzten Platz gefüllt, einige mussten gar stehen.
Fünfzehn Ehrungen, darunter ein Festival
Eine weitere Besonderheit sind die Ehrungen für herausragende Leistungen von Schönrieder:innen. Dieses Jahr wurden mit fünfzehn Personen besonders viele geehrt, darunter auch der Coach der Kochnationalmannschaft Tobia Ciarulli, die Musiker der Brass Band Berner Oberland und Alpkäser Martin Kriegner.
Auch geehrt wurden die beiden aus Schönried stammenden Herren aus dem Organisationskomitee des Rideon-Music-Festivals, Björn Schär und Michel Hediger. Sie hätten mit ihrem über zehn Jahre andauernden Engagement viel für das Dorf und den Tourismus getan, alles aus Eigeninitiative.
Neue Bergbahnen auf beiden Talseiten
Im Anschluss an die Ehrungen informierten mehrere Gastreferenten zu den nächsten anstehenden Projekten in Schönried. Darunter Mike Haldi von Gstaad Saanenland Tourismus zum Neubau des Spielplatzes, Matthias In-Albon von den Bergbahnen Destination Gstaad zum Projektstand des Ersatzbaus der Hornegglibahn und Heinz Welten von den «Freunden des Rellerli» zum Projekt einer neuen Bahn an der Sonnseite von Schönried. Um das letztere Projekt finanziell zu stemmen, soll eine Stiftung ins Leben gerufen werden. Beide Bergbahnprojekte sind auf gutem Weg und seien gemäss den Projektleitern nun bei den Behörden des Kantons zur Genehmigung. Dies brauche nun aber seine Zeit, betonten sie.
NICOLAS GEISSBÜHLER
DORFVERSAMMLUNG DORFORGANISATION TURBACH
Anfangs letzter Woche ging im Turbachtal ebenfalls die Dorfversammlung über die Bühne. Laut Präsident Mario Hählen lief diese gut ab. Er blickt auf ein durchwegs zufriedenstellendes Jahr zurück.
Die Tätigkeiten und Zahlen
Die DO Turbach ist in diesem Jahr die Renovation des Picknicktisches in der Wintermatte angegangen und hat die Sockel erneuert und ein Schindeldach montiert. Ausserdem hat sie traditionsgemäss den Samichlausen-Anlass organisiert, dieses Jahr nicht mehr mit Verpflegung durch das Restaurant Sunne-Stübli, da dieses seine Tore geschlossen hatte. Mario Hählen bedauert dies sehr, sagt allerdings, dass sie als DO wenig dagegen unternehmen können. Die Loipe und die Winterwanderwege konnten fast während des ganzen Winters betrieben werden, zudem wurde das Winterwanderwegnetz ausgebaut. Etwas, das auch in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben werden soll.
Die DO schloss ihre Jahresrechnung mit einem Unternehmensverlust von 844 Franken, währenddem sie im Vorjahr einen Gewinn von gut 3200 Franken vorweisen konnte.
Änderung im Vorstand
Hans-Jörg Reuteler wurde nach 20 Jahren Tätigkeit als Beisitz aus dem Vorstand verabschiedet. Sein Amt übernimmt Samuel Perreten. Ausserdem konnte die DO Turbach drei neue Ehepaare als Mitglieder gewinnen, während sie keine Austritte verzeichnen musste. Sie zählt so aktuell 82 Einzelpersonen zu ihren Mitgliedern.
Als nächste Projekte geht die DO den Ausbau der Winterwanderwege und die neue Streckenführung der Loipen an. Letztere könnten – sollte alles nach Plan laufen – bereits im nächsten Winter befahrbar sein. Es handelt sich dabei um die Anpassung der Streckenführung mit weniger Steigungen. Für die neue Streckenführung ist der Neubau einer Brücke nötig, für die eine Baubewilligung nötig ist.
NICOLAS GEISSBÜHLER