Dorforganisation Saanenmöser: Co-Präsidium mit Daniela Kübli und Bernhard Hauswirth
31.03.2026 SaanenmöserSolveig Lanz führte am vergangenen Samstag wie gewohnt zügig durch ihre letzte Hauptversammlung als Präsidentin der Dorforganisation Saanenmöser. Die ordentlichen Traktanden waren unbestritten. Mit Applaus wählte die Versammlung das Co-Präsidium mit Daniela ...
Solveig Lanz führte am vergangenen Samstag wie gewohnt zügig durch ihre letzte Hauptversammlung als Präsidentin der Dorforganisation Saanenmöser. Die ordentlichen Traktanden waren unbestritten. Mit Applaus wählte die Versammlung das Co-Präsidium mit Daniela Kübli und Bernhard Hauswirth.
Es sei ein spezieller Tag, begrüsste Solveig Lanz am Samstagabend im Maison Hornberg die 32 Anwesenden zur Hauptversammlung der Dorforganisation Saanenmöser. Speziell einerseits bezogen auf das Wetter. «Es ist kalt wie sonst kaum im Durchschnitt im Januar/ Februar und wir haben Schnee, wie wir ihn gerne im Januar und Februar gehabt hätten. Und zudem haben wir mit dem Slopesound Festival einen ganz grossen Anlass auf dem Parkplatz Saanenmöser.» Die Präsidentin blickte in ihrem Jahresbericht auf ein aktives Jahr zurück mit vielen Anlässen – vom Neujahrsapéro bis zum Nationalfeiertag, vom Stammtisch bis zur Dorfweihnachtsfeier mit dem «Nachhaltigkeitsweihnachts(-Party)baum» aus Holz vom Vorjahr.
Mitgliederzuwachs
Erfreulich hat sich die Mitgliederakquise entwickelt. «Wir stellen fest, dass viele über unsere Dorforganisation eine Möglichkeit sehen, Beziehungen zu pflegen, ihre Begeisterung für das Dorf zu teilen und die Mösnerzugehörigkeit zu stärken», hält Solveig Lanz in ihrem Jahresbericht fest. «Wo Menschen sich begegnen, verstehen sie sich besser und können voneinander profitieren.» Die Events seien aus Sicht des Vorstands ein wichtiges Format, um dieses Ziel zu erreichen. Wie Vorstandsmitglied Bernhard Hauswirth informierte, zählt die Dorforganisation Saanenmöser aktuell 184 Mitglieder.
Neu mit Co-Präsidium
Nach neun Jahren im Vorstand, wovon acht Jahre als Präsidentin, steht Solveig Lanz im obligatorischen Austritt. Im Namen des Vorstands dankte Eliane Welten der scheidenden Präsidentin für deren Engagement. «Der Puls von den Gästen, aber genau gleich auch von den Einheimischen zu spüren, nahe bei den Leuten zu sein, darauf einzugehen und Lösungen zu finden, waren ihr sehr wichtig», betonte Eliane Welten und überreichte ihr im Namen des Vorstands einen Scherenschnitt von Regina Martin.
Im Herbst habe man die Präsidiumsfrage im Vorstand besprochen. Man sei sich einig gewesen, die Präsidiumsarbeit ab 2026 im Gesamtvorstand aufzuteilen, schreibt Solveig Lanz im Jahresbericht. Und dennoch braucht es jemanden – oder ein Team – an der Spitze. Mit Applaus wählte die Versammlung das Co-Präsidium mit Daniela Kübli und Bernhard Hauswirth.
Ausgeglichene Rechnung
Die Rechnung 2025 schliesst bei einem Ertrag von 21’025 Franken und einem Aufwand von rund 20’913 Franken mit einem Plus von 111 Franken ab. Das Budget rechnet bei einem Ertrag von Fr. 21’500 und einem Aufwand von Fr. 22’500 mit einem Minus von 1000 Franken. Rechnung und Budget wurden ohne Wortmeldung zur Kenntnis genommen und dem Vorstand Décharge erteilt.
Verkehrssituation
Unter dem Traktandum Verschiedenes gab die Verkehrssituation in Saanenmöser zu reden. Auf der Dorfstrasse gelte Tempo 50, oft werde schneller gefahren und man müsse mehrmals das Trottoir wechseln, monierte ein Anwesender. «Ist etwas geplant oder wartet man, bis die neue Brücke steht zum Saanerslochparkplatz?» fragte er. Sie sei nicht in eine mögliche Planung involviert, sagte Solveig Lanz. Aber sie habe sich persönlich sehr dafür eingesetzt, dass zumindest während des Winters ein Verkehrsdienst eingesetzt wurde. Dieser sei sehr gut angekommen und habe die Situation entschärft. Das Verkehrsmanagement habe sich bewährt, bestätigte ein Anwesender. «Es gibt eine Arbeitsgruppe Besucherlenkung zwischen der Bergbahnen Destination Gstaad AG und der Gemeinde Saanen. Auch Gstaad Saanenland Tourismus ist mit an Bord», erklärte Tourismusdirektor Flurin Riedi. Von einer entsprechenden Planung zur Situation in Saanenmöser habe er keine Kenntnis. «Ich werde das Thema einbringen», versprach Riedi. Für sie als Mutter sei diese Situation – wegen des Schultaxis beim Bahnhof und der Parkiererei – auch nicht ideal, meinte eine weitere Votantin. Die Kinder müssten zwischen den parkierten Autos durch und in der Dämmerung oder im Winter würden sie oft übersehen. Sie habe die Gemeindepräsidentin kontaktiert und gefragt, ob man zumindest eine Hinweistafel auf die Schüler, auf das Schultaxi anbringen könnte. Bisher sei nichts passiert.
«Weiss die Dorforganisation, wie es mit der Lodge weitergeht?», fragte ein weiteres Mitglied der DO. «Man sieht, dass sie langsam zerfällt…» Der Dorforganisation sei nichts bekannt, so Solveig Lanz. Der Besitzer sei an der Planung – «es chunnt», sagte Jan Grünig.
Flurin Riedi dankte im Namen des GST dem Vorstand für den Einsatz. «Ein paar Bilder zeigen nur die halbe Wahrheit, was an Arbeit dahintersteckt. Ihr macht viel, viel mehr.» Im Anschluss an die Versammlung gab Hornberg-Bergvogt Ueli Thoenen einen Einblick rund um den Hornberg (siehe Kasten).
SPANNENDE EINBLICKE RUND UM DEN HORNBERG
«Dass ein Gstaader auf den Mösern reden darf, ist mir eine Ehre», begrüsste Hornberg-Bergvogt Ueli Thoenen die Anwesenden – was einen spontanen Applaus auslöste. Der Hornberg habe Saanenmöser nach dem Bahnbau geprägt. Familie Wehren habe das erste grosse Hotel gebaut und internationale Gäste seien auf das Dorf aufmerksam geworden. Sein Grossvater habe um das Jahr 1918 die Gelegenheit ergriffen, von Familie Mösching Kuhrechte auf dem Hornberg zu kaufen. Der Zügelweg auf den Hornberg sei vielseitig genutzt worden: von den Bauern für den Alpbetrieb, aber auch vereinzelt von Gästen, die Skisport betrieben hätten. So habe man in Anlehnung an den Annen-Funi-Schlitten im Gstaad Ende der 1920er-Jahre einen Funischlitten vom Lochstafel auf den Hornberg installiert.
Um die Transportanlage vom Bahnhof Saanenmöser besser zu erschliessen, habe sein Grossvater zusammen mit anderen Personen den ersten Teil der Hornbergstrasse gebaut. Die Skigäste wurden mit Raupenfahrzeugen zum Lochstafel transportiert. Aber schon bald habe die Kombination von Raupenfahrzeugen und Funi nicht mehr ausgereicht, die wachsende Zahl von Skigästen zu befördern. Deshalb wurde der zweite Teil der Hornbergstrasse in Angriff genommen, um den Bau des Funi mit zwei Sektionen voranzutreiben. «Mein Grossvater hat von einem Kollegen aus dem Unterland einen Bagger per Bahn nach Saanenmöser bringen lassen, damit der Bau der Hornbergstrasse schneller voranging», so Thoenen. Und der Hornberg sei dank der neuen Strasse bis «uf ds Läger» auch für die Chüejer besser erreichbar gewesen.
Der Aufschwung des Tourismus Ende der 1950er-Jahre habe den Ausschlag gegeben, den Funi mit Aluminiumschlitten zu erneuern. Die Förderleistung sei um sage und schreibe 300 Personen erweitert worden.
Mit der letzten Betriebssaison in der Saison 1986 sei eine neue Zeit im Skigebiet angebrochen. «Die neue Hornbergbahn wurde gebaut und der erste Speichersee im Saanenland realisiert, um die Beschneiung auf dem Hornberg und Horneggli sicherzustellen.»
Abschliessend richtete Ueli Thoenen einen Appell an die Anwesenden. Mit dem Generationenprojekt – dem neuen Speichersee und drei neuen Bahnen – stelle man wieder den Hornberg in den Fokus. «Ich hoffe, ihr habt auch den Mut – wie damals unsere Grossväter und Väter –, dieses Projekt zu unterstützen. Schliesslich ist es an uns, der nächsten Generationen ein intaktes Tourismusgebiet zu übergeben», betonte der Referent und verabschiedete sich unter Applaus mit den Worten: «Ich bi halt e Gstaader, wo ds Hore gärn het.»
ANITA MOSER



