Unter diesem Motto startete am Dienstagmorgen eine gut gelaunte Schar in Richtung Süden. Ein doppelstöckiger Car musste bestellt werden, damit die Teilnehmer:innen aus der ganzen Kirchgemeinde einen passenden Sitzplatz fanden.
In zügiger Fahrt ging es in ...
Unter diesem Motto startete am Dienstagmorgen eine gut gelaunte Schar in Richtung Süden. Ein doppelstöckiger Car musste bestellt werden, damit die Teilnehmer:innen aus der ganzen Kirchgemeinde einen passenden Sitzplatz fanden.
In zügiger Fahrt ging es in Richtung Welschland über den Col des Mosses dem Wallis zu. Bei der Raststätte Relais du St-Bernard in Martigny bot sich eine passende Gelegenheit, um auszusteigen, die Beine ein wenig zu bewegen, etwas zum Znüni zu bestellen oder sich am Badesee den angenehmen Wind durch die Haare streichen zu lassen. Je nach Sitzplatz konnten während der Fahrt durch die Rhone-Ebene die riesigen Obstplantagen, die sonnig gelegenen Dörfer an den Berghängen und die höher gelegenen Schneeberge bewundert werden. Bald grüssten die beiden Wahrzeichen von Sitten von ihren Hügeln. Als Zeugen der mittelalterlichen Stadt stellen die Burg Tourbillon und die Kirche Valeria ein einmaliges historische Erbe dar.
Das Ziel des Reisecars mit den Passagieren aus dem Saanenland befand sich ein paar Kilometer weiter taleinwärts. Mit präzise und feinfühligen Fahrmanövern lotste Ruedi Neuhaus die Gruppe genau an ihr Ziel: zum traditionsreichen Restaurant Château de Villa in Sierre.
Auf einer gedeckten Terrasse war für alle 77 Personen aufgedeckt für den angekündigten Racletteplausch. Nicht alle konnten sich vorstellen, wie es werden sollte, unter der brütend heissen Wallisersonne geschmolzenen Käse zu geniessen. Was die Gastgeber aber boten, wurde auch für gewohnte Käseesser zum einmaligen Genuss. Hintereinander konnten fünf verschiedene Raclettesorten aus dem ganzen Kanton genossen werden. Plötzlich war Raclette nicht einfach Raclette. An den Tischen wurde über minim kleine Unterschiede in der Beschaffenheit, dem Geschmack, der Konsistenz und dem Geruch gefachsimpelt. Die entstandenen Esspausen liessen der Verdauung genügend Zeit, um sich auf den nächsten Abstrich «Raclon» einzustellen.
Bei gemütlichem Zusammensein verging die Zeit viel zu schnell. Die Domaine des Îles in Sion bot die ersehnte Abkühlung, sei es durch das Lüftchen, das vom Badesee her wehte, oder durch den Glacestand. Die dortige Bedienung sah sich plötzlich einer grossen Warteschlange von Berner:innen gegenüber, die alle darauf bedacht waren, ein feines Eis oder etwas Kaltes zum Trinken zu kaufen.
Langsam wurde es Zeit, sich in Richtung Parkplatz zu bewegen, den angestammten Sitzplatz zu erklimmen und in Richtung Saanenland aufzubrechen. Dieses Mal führte der Weg über den Col du Pillon. Die ersten Passagiere verliessen die Gruppe in Gsteig. An weiteren individuellen Haltestationen wurden Reisende entlassen, bis in Saanen die Letzten den Bus verlassen konnten.
Ein herzlicher Dank gebührt Marianne Kellenberger und ihren Helferinnen, die diese Reiseidee erfolgreich in die Praxis umsetzten. Herzlichen Dank der Kirchgemeinde Saanen-Gsteig und dem Frauenverein Saanen für die grossen Beiträge an den Ausflug, die die Reise für jede und jeden erschwinglich machen. Last, but not least gehört dem Chauffeur Ruedi eine grosse Anerkennung für die sichere Fahrt, sei es auf der Autobahn, in den engen Gässlein des Wallis oder auf kurvigen Passstrassen.
VRENI MÜLLENER