Eine Woche im Dienst der Gemeinschaft
08.09.2026 BildungDie Klasse 9b des Oberstufenzentrums Ebnit tauschte für eine Woche das Schulzimmer gegen verschiedene soziale Institutionen. In Altersheimen und bei der Bergquelle Zweisimmen packten die Jugendlichen mit an, übernahmen Verantwortung und erhielten Einblicke in ihnen bisher wenig ...
Die Klasse 9b des Oberstufenzentrums Ebnit tauschte für eine Woche das Schulzimmer gegen verschiedene soziale Institutionen. In Altersheimen und bei der Bergquelle Zweisimmen packten die Jugendlichen mit an, übernahmen Verantwortung und erhielten Einblicke in ihnen bisher wenig bekannte Lebens- und Arbeitswelten.
Seit einigen Jahren wird am Oberstufenzentrum Ebnit zu Beginn der 9. Klasse eine gemeinnützige Arbeitswoche durchgeführt. Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich aktiv für andere einzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln. In den vergangenen Jahren konnten die Jugendlichen an vielfältigen Projekten mitwirken, beispielsweise bei der Renaturierung eines Bachs, bei der Schutzwaldpflege oder bei der Sanierung der Wildhornhütte. In diesem Jahr wurde die Klasse 9b auf verschiedene Institutionen in Lauenen, Saanen, Zweisimmen und St. Stephan aufgeteilt. Die Schülerinnen und Schüler unterstützten dort die Altersheime sowie die Bergquelle Zweisimmen und halfen in den unterschiedlichsten Bereichen tatkräftig mit. Die verschiedenen Einsatzorte ermöglichten den Jugendlichen spannende Einblicke in unterschiedliche Lebens- und Arbeitsbereiche. Gleichzeitig konnten sie erfahren, wie wichtig freiwilliges Engagement, Hilfsbereitschaft und die Übernahme von Verantwortung für eine Gemeinschaft sind.
Wir konnten während einer Woche den Alltag in einem Altersheim kennenlernen und mithelfen. Unsere Klasse wurde auf verschiedene Altersheime in Saanen, St. Stephan, Zweisimmen und Lauenen aufgeteilt. Für viele von uns war es eine ganz besondere Erfahrung, eine Woche lang in einem Altersheim zu arbeiten und dabei einen Einblick in einen für uns eher unbekannten Arbeitsbereich zu bekommen.
Je nach Altersheim waren unsere Aufgaben unterschiedlich. Wir halfen zum Beispiel beim Putzen, Kochen, Aufräumen und bei verschiedenen Arbeiten im Gebäude. In St. Stephan bauten wir unter anderem Möbel auf und strichen Wände. Dabei durften wir teilweise selbstständig arbeiten und uns als Gruppe organisieren. Es war interessant zu sehen, wie viele verschiedene Aufgaben es in einem Altersheim gibt und dass nicht alles direkt mit der Pflege zu tun hat.
Ein wichtiger Teil der Woche war auch der Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Wir verbrachten Zeit mit ihnen, spielten Spiele, machten Sport oder gingen gemeinsam spazieren. Dazu durften wir beim Servieren, beim Zimmerputzen, beim Abwaschen und beim Dekorieren des Wohnbereiches helfen. Teilweise konnten wir auch bei der Betreuung zuschauen und mithelfen oder beim Frühstück, beim Zvieri und bei verschiedenen Aktivitäten das Personal unterstützen. Dadurch konnten wir den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner besser kennenlernen und sehen, wie wichtig solche gemeinsamen Momente für sie sind.
Besonders interessant war für uns, mit älteren Menschen ins Gespräch zu kommen und ihre Geschichten und Erfahrungen kennenzulernen. Dadurch entstanden interessante Gespräche, bei denen wir viel Neues erfahren konnten. Gleichzeitig merkten wir, dass man manchmal auf Situationen trifft, die man vorher nicht gewohnt war. Mit der Zeit wurden wir aber sicherer im Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und wussten besser, wie wir auf verschiedene Situationen reagieren können.
Auch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden des Altersheims war eine lehrreiche Erfahrung. Wir konnten beobachten, wie sie ihren Alltag organisieren und welche verschiedenen Aufgaben sie übernehmen. Dabei wurde uns bewusst, dass die Arbeit in einem Altersheim viel Verantwortung mit sich bringt. Ausserdem braucht es Geduld, Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft und Flexibilität. Gegenüber den Bewohnenden braucht es nicht nur Fachwissen, sondern auch Geduld, Verständnis und einen respektvollen Umgang. Gleichzeitig konnten wir unsere eigenen Erfahrungen sammeln und herausfinden, wie es für uns ist, mit älteren Menschen zu arbeiten.
Am Ende der Woche konnten wir auf viele neue Eindrücke und Erlebnisse zurückblicken. Wir haben nicht nur bei verschiedenen Arbeiten geholfen, sondern auch gelernt, auf andere Menschen einzugehen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Die Projektwoche war auch deshalb für uns eine wertvolle Erfahrung im Hinblick auf unsere zukünftige Berufswahl.
SUNNA SCHWARTZ UND CLEA GEELER, SCHÜLERINNEN DER KLASSE 9B, OBERSTUFENZENTRUM EBNIT, UND LEHRER MARCUS SCHERER




