Der Verein Arbeitsgruppe claro Weltladen Zweisimmen hielt am 11. Mai im Beinhaus die Hauptversammlung unter der Leitung von Co-Präsidentin Brigitte Blum ab. Sie sprach von einem intensiven und herausfordernden Jahr. Trotz Personalengpass und eingeschränkter Öffnungszeiten kann der ...
Der Verein Arbeitsgruppe claro Weltladen Zweisimmen hielt am 11. Mai im Beinhaus die Hauptversammlung unter der Leitung von Co-Präsidentin Brigitte Blum ab. Sie sprach von einem intensiven und herausfordernden Jahr. Trotz Personalengpass und eingeschränkter Öffnungszeiten kann der Verein auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.
MARTIN GURTNER-DUPERREX
Herausfordernd war letztes Jahr besonders, dass die Ladenleiterin des claro Weltladens Zweisimmen und langjährige Aktivmitglieder auf Frühling 2025 zurücktraten. Dank der interimistischen Leitung durch die Vorstandsmitglieder Pia Lanz, Rebekka Ryter und Barbara Marggi konnte der Betrieb jedoch weitergeführt werden. Der Mangel an freiwilligen Mitarbeiterinnen führte trotzdem dazu, dass der Weltladen im Sommer zwei Wochen geschlossen bleiben musste und bis Oktober nur halbtags geöffnet war. Seit November ist der Laden nun dank zweier neuer Teammitglieder wieder von Dienstag bis Freitag ganztags und am Samstagmorgen offen.
Schwarze Zahlen und bemerkenswerte Eckdaten
Kassierin Sandra Mülchi präsentierte dennoch schwarze Zahlen. Wie alle anderen traktandierten Geschäfte wurde die Jahresrechnung 2025 und das Budget 2026 von der Versammlung einstimmig genehmigt. Weitere Eckdaten zeugen von viel Engagement: 188 Verkaufstage, 1305 ehrenamtliche Ladenstunden sowie ca. 800 freiwillige Stunden im Vorstand. Dem Verein gehören 15 Aktivmitglieder an, welche im Verein ohne Entlöhnung mitarbeiten. 43 Passivmitglieder unterstützen den Verein mit einem Mitgliederbeitrag.
Für eine bessere, menschenwürdige Zukunft
An Ostern und Weihnachten Frischfrüchte von TerrEspoir, über Weihnachten Rispendatteln aus Tunesien, von November bis Januar Zitrusfrüchte aus Griechenland… um nur ein paar der beliebten exotischen Produkte zu nennen, die gemäss Geschäftsbericht im vergangenen Jahr über den Ladentisch in Zweisimmen gingen. Dadurch wird vielen Kleinbäuerinnen und -bauern im Weltsüden eine bessere, existenzsichernde Zukunft ermöglicht.
Neben den Sonderaktionen standen während des Jahres auch die Umgestaltung des Ladens, Erfahrungsaustausch mit weiteren Weltläden des Oberlandes und die Teilnahme an den Fair Days von claro fair trade AG, Orpund, auf dem Programm.
Zum Abschluss des Abends referierte der aus Gstaad stammende Martin Gurtner, langjähriger Mitarbeiter und Leiter einer internationalen Hilfsorganisation, über Chancen und Grenzen der Entwicklungszusammenarbeit und zeigte alternative Ansätze für ein menschenwürdiges Leben im globalen Süden auf – ein Leitmotiv, das die Weltläden und claro ebenfalls vertreten.
WELTLADEN UND CLARO
Weltläden – etwa in Zweisimmen, Château-d’Oex, Spiez oder Thun – verkaufen Lebensmittel und Kunsthandwerk aus Ländern des globalen Südens, die unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Mehrheitlich beziehen sie einen Teil ihres Sortiments von der claro fair trade AG. Das 1977 gegründete Unternehmen mit Sitz in Orpund bei Biel gilt als Pionier des fairen Handels in der Schweiz und setzt sich für gerechte Handelspraktiken ein. Das Unternehmen pflegt langfristige Beziehungen zu den Partnern im Weltsüden, überprüft die Produktionsbedingungen vor Ort und fördert die Weiterentwicklung von Fair Trade Standards.
MGU
Vier Fragen an Vorstandsmitglied Barbara Marggi
INTERVIEW: MARTIN GURTNER-DUPERREX
Wieso setzen Sie sich für fairen Handel ein?
Aus Überzeugung. Wir wollen etwas für benachteiligte Menschen im Süden tun. Fair Trade soll ihnen ein gerechtes Einkommen ermöglichen, damit sie in ihrem Land bleiben können.
Wie weiss die Kundschaft, dass die Produkte unter gerechten Bedingungen hergestellt werden?
Es gibt strenge Vorgaben, die von den Fair-Trade-Importeuren – in der Schweiz claro fair trade AG – vor Ort kontrolliert werden.
Welches sind beliebte Produkte, die Sie im Weltladen verkaufen?
Kaffee aus Afrika und Lateinamerika, Schokoladen aus Ghana, Cashew-Nüsse aus Burkina Faso, Honig aus Mittelamerika und Olivenöl aus Palästina sind besonders gefragt.
Warum gibt es im Saanenland bis jetzt keinen Weltladen?
Die Organisation claro ist in dieser Region immer noch zu wenig bekannt, daher wünschen wir uns, dass mehr Kundinnen und Kunden den Weg nach Zweisimmen finden, um bei uns im claro Weltladen einzukaufen.