Seit Anfang des Jahres ist die Schweizer Privatbank EFG in Gstaad präsent. Während die Bank derzeit noch in einer provisorischen Filiale untergebracht ist, kann das EFG-Team Ende des Jahres ihr definitives Gebäude beziehen. Manuel Blanco, Head of Private Banking Gstaad, ...
Seit Anfang des Jahres ist die Schweizer Privatbank EFG in Gstaad präsent. Während die Bank derzeit noch in einer provisorischen Filiale untergebracht ist, kann das EFG-Team Ende des Jahres ihr definitives Gebäude beziehen. Manuel Blanco, Head of Private Banking Gstaad, verrät im Interview, was die EFG so besonders macht und wie sehr er und sein elfköpfiges Team mit Gstaad verbunden sind.
Auch wenn die Bank erst seit Januar in Gstaad vor Ort ist, werden Kundinnen und Kunden in der Region schon lange betreut. Der strategische Entscheid für den neuen Standort war denn auch von langer Hand geplant und bereits im Jahr 2021 gefallen. So engagiert sich die EFG seit Januar 2022 als Titelsponsorin des Internationalen Tennisturniers EFG Swiss Open Gstaad. Für die Leitung der Bank ist klar: Gstaad ist mehr als nur ein Ferienort für Vermögende. Natürlich ist es Heimatort der gebürtigen «Gstaader», daneben aber steigt der Ort auch in der Beliebtheit als ständige Wohnresidenz ihrer Kundinnen und Kunden. Diese sehr vermögende Kundschaft hat oftmals mehrere Domizile in unterschiedlichen Ländern. Sie fühlen sich hier zu Hause, sind im Dorfleben integriert, schicken ihre Kinder in die international ausgerichteten Schulen und geniessen die hervorragende Lebensqualität. Die Pandemie hat diesen Effekt nochmals verstärkt. Das Dorf, das gerade internationale Bewohner oft als «Hidden Gem» – also verstecktes Juwel – bezeichnen, ist global bestens vernetzt und dank des Gstaad Airports auch gut erreichbar. Wie zu vernehmen ist, schätzt auch die Familie Latsis diese Vorteile von Gstaad. Sie ist mit einem Anteil von 45% auch der bedeutendste Aktionär von EFG.
Besuch im Chalet
Ihre Kundinnen und Kunden betreut die EFG ganzheitlich und individuell, um in jeder Situation eine massgeschneiderte Lösung bieten zu können, wie etwa dem Bewahren und Mehren des Familienvermögens oder bei der Sicherstellung eines reibungslosen Generationenwechsels. Der Fokus liegt neben der Erfüllung der Kundenbedürfnisse im Aufbau einer langfristigen Beziehung. Als führende Schweizer Privatbank ist die EFG stark in der Schweiz verwurzelt und in den wichtigsten Vermögensverwaltungszentren global präsent – sowohl in Gstaad als auch an über 40 weiteren internationalen Standorten. Die Kunden schätzen die ganzheitliche fachkundige Beratung und den unternehmerischen Spirit der Privatbank vor Ort und sind froh, wenn ihre persönlichen Kundenbetreuer – falls gewünscht – sie auch bei ihnen im Chalet besuchen, um in aller Ruhe ihre Anliegen zu besprechen. Viel stärker als in anderen Kundensegmenten wünschen sich Kunden im Private Banking eine Konstante: dass die Bank sie und ihre persönlichen Verhältnisse kennt. EFG bietet beides: die persönliche und seit diesem Jahr auch die geografische Nähe zu ihrer Gstaader Kundschaft.
Neuer Standort
Noch ist die Filiale an ihrem provisorischen Standort «Chalet Daisy» an der Promenade 25 untergebracht. Doch im neu errichteten Chalet an der Promenade, gleich hinter dem Juweliergeschäft Graff, läuft bereits der Innenausbau auf Hochtouren. Im Winter 2024 wird das Team voraussichtlich in die neuen Räumlichkeiten umziehen.
Manuel Blanco ist Head Private Banking Gstaad & Greater Bern Area. Er kann bereits auf eine erfolgreiche, über 30-jährige Bankerkarriere zurückblicken. Managementpositionen in der UBS Deutschland und Spanien gaben ihm das nötige internationale Rüstzeug. Seit 2017 leitete er die CS Gstaad und wechselte Anfang Jahr zur EFG Bank.
Manuel Blanco, was macht die EFG International so besonders?
Wir sind eine unternehmerisch denkende Privatbank, die lokal verankert ist und trotzdem ein globales Netzwerk bietet. Sie können sich das vorstellen wie in anderen Luxussegmenten, wo anspruchsvolle Kundinnen und Kunden es schätzen, in einer Boutique persönlich bedient zu werden und wo auf besondere Bedürfnisse eingegangen wird. Wie bei einem globalen Luxusbrand üblich, kennen wir unsere Kunden und können sie aus Gstaad global betreuen. Zudem stehen ihnen neben Gstaad rund um den Globus an unseren über 40 Standorten stets die Türen offen. Wir haben Kunden aus der ganzen Welt, meist Unternehmer, die wir bei der Erreichung komplexer Bedürfnisse wie Vermögenserhalt, Generationenwechsel oder Immobilienerwerb unterstützen. Hier liegt eine der grossen Stärken der EFG: Wir lassen die Kunden von unserem globalen Netzwerk profitieren und helfen ihnen dadurch, ihre finanziellen Ziele effektiver zu verfolgen.
Zum Beispiel?
Wir finanzieren Kunden beispielsweise dank unserer globalen Verbindungen Immobilien in London oder an der Côte d'Azur. Selbstverständlich finanzieren wir auch in unserem Heimatmarkt Gstaad Immobilien.
Sie sprachen von lokaler Verankerung. Können Sie das genauer erläutern?
Wir haben den Anspruch, nachhaltig in der Region verankert zu sein und uns lokal zu engagieren. Zum Beispiel sind wir Hauptsponsor des EFG Swiss Open Gstaad und fördern die Tennistalente von heute und morgen und leisten einen Beitrag an den einzigartigen Standort Gstaad.
Engagiert sind Sie auch privat. Sie sind Initiant, Gründungsmitglied und Verwaltungsratspräsident der Impact Gstaad AG.
Genau, ich möchte einen Beitrag ans lokale Ökosystem leisten. Mit Impact Gstaad geben wir Nachhaltigkeitsvisionärinnen und -visionären die Möglichkeit, ihre lokalen oder auch globalen Projekte potenziellen Investoren vorzustellen. Ein gutes Beispiel ist der Gstaad University Day, den wir erstmals im September organisieren.
Worum geht es da?
Zusammen mit Vize-Chairman Lorenz Furrer laden wir Gäste nach Gstaad ein, die sich für Firmenbeteiligungen bzw. Spin-offs der ETH und EPFL interessieren, und so deren nachhaltige Projekte umsetzen möchten. Die EFG ist übrigens Sponsor des Events.
Engagieren Sie sich noch für andere Projekte im Saanenland?
Ja, aber nicht nur ich. Mein ganzes Team ist schon lange im Saanenland im Finanzwesen tätig und engagiert sich teilweise auch in anderen Bereichen. Christian Frey zum Beispiel ist Präsident des FC Sarina sowie Initiant und OK-Mitglied des Gstaader Oktoberfestes. Hans Notter ist Finanzchef Gstaad Yacht Club. Ich selbst werde ab Herbst dieses Jahres als Stiftungsratsmitglied in die John F. Kennedy School Foundation aufgenommen. Ausserdem bin ich Initiant und Ausführender des Le Rosey Educational Day, der ein bis zweimal pro Jahr durchgeführt wird.
Was ist der Sinn und Zweck dieses Erziehungstages?
Ich vermittle den Le Rosey-Schülern Basiswissen im Finanzbereich, zum Beispiel wie Aktien und Bonds funktionieren oder was eine strategische Asset Allocation ist. Dinge also, die man in der Schule nicht lernt, aber im Leben durchaus wichtig sind.
Haben Sie das Ihren eigenen drei Kindern auch beigebracht?
Ja – manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg (lacht). Geld ist für mich Mittel zum Zweck, bestimmte Werte zu schaffen. Das versuche ich ihnen zu vermitteln. Letztlich müssen Kinder jedoch ihre eigenen Erfahrungen machen. Nur so lernen sie etwas und das finde ich richtig.
Und Sie? Können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie selbst in Ihrer Jugend an das Thema Geld herangeführt wurden?
Ja, ich erinnere mich noch genau. Als 14-Jähriger habe ich jeden Mittwochnachmittag für einen Blumenladen in der Berner Altstadt Blumen mit dem Velo ausgefahren. Ich habe dafür im Monat 60 Franken bekommen und oft noch ein gutes Trinkgeld dazu. Das Geld habe ich dann in ein Mofa investiert. Meinen Eltern war es wichtig, dass ich lerne, etwas zu leisten für mein Geld.