Junge Menschen engagieren sich im Saanenland auf ganz unterschiedliche Weise. Ob in Sportvereinen, Jugendorganisationen, der Feuerwehr oder bei Veranstaltungen für die Bevölkerung – überall investieren junge Menschen Zeit für andere. Zwei von vielen Beispielen ...
Junge Menschen engagieren sich im Saanenland auf ganz unterschiedliche Weise. Ob in Sportvereinen, Jugendorganisationen, der Feuerwehr oder bei Veranstaltungen für die Bevölkerung – überall investieren junge Menschen Zeit für andere. Zwei von vielen Beispielen zeigen wir in dieser Ausgabe.
Altitude Events: aus Liebe zum Game
Vor fünf Jahren sass eine Handvoll Kollegen oft gemeinsam im Oeyetli. Irgendwann stellten sie sich dieselbe Frage: Wie entsteht eigentlich eine richtig gute Party? Aus dieser Neugier wurde Altitude Events. Heute ist das sechsköpfige Team Anfang 20 und organisiert eigene DJ-Events, die längst weit über das Saanenland hinaus Besuchende anziehen. Hinter jeder Veranstaltung stecken Sponsoren, Bewilligungen, Social Media, Technik, DJs und bis zu 300 Stunden freiwillige Arbeit.
Warum dieser Aufwand? Präsident Evan Willié aus Schönried lächelt. «Aus Liebe zum Game.» Keiner verdiene einen Franken daran. Der eigentliche Lohn komme erst, wenn sich die Tanzfläche fülle und plötzlich alle investierten Stunden Sinn ergäben. «Dann siehst du das Resultat – und das ist einfach genial.»
Fast wichtiger als die Party selbst sind für die jungen Organisatoren die Erinnerungen danach. Wenn auf Instagram die Bilder geteilt werden, wenn Freunde noch Wochen oder Jahre später erzählen: «Weisst du noch, damals in der Grotte?» Genau solche Momente wollen sie schaffen. «Das sind Erinnerungen, über die man noch lange spricht», sagt Willié. Und genau dafür investieren die sechs Freunde ihre Freizeit – immer mit der Idee im Kopf, den nächsten Anlass noch ein bisschen grösser und noch ein bisschen besser zu machen.
Gsteiger Garde: von Gsteigern für Gsteiger
In Gsteig soll etwas laufen! Das ist der Anspruch der Gsteiger Garde. Die zwölf jungen Frauen und Männer zwischen 18 und 31 Jahren überlegen sich nicht, worauf sie selbst Lust hätten – sondern was dem Dorf Freude machen könnte. Der Gsteigmärit im Herbst gehört längst fest dazu, im Frühling kommt noch eine Quiz Night oder eine Blacklight Party dazu: Hauptsache, Menschen kommen zusammen.
Damit solche Anlässe gelingen, investieren sie viele Stunden ihrer Freizeit. Hinter jeder Veranstaltung stecken Sitzungen, Bewilligungen, Musik, teils Zeltbau und Küche sowie unzählige kleine Ämtli. Damit niemand den Überblick verliert, gibt es sogar ein eigenes Garde-Handbuch.
«Wir wollen das Dorfleben beleben», sagt Präsident Neil Romang. Verdient wird dabei nichts. Was nach dem Gsteigmärit übrig bleibt, fliesst zurück in die Gemeinschaft – in Vereinsmaterial, ein Helferessen, gemeinsame Ausflüge oder als finanzielle Unterstützung für den Skilift Heiti.
Was die Gsteiger Garde besonders macht, ist das Miteinander. «Interessanterweise entstehen die Ideen oft generationenübergreifend: Die einen planen Angebote für Jüngere, andere denken an Familien oder das ganze Dorf», sagt Romang. Bei so vielen Köpfen kommen auch entsprechend viele Ideen zusammen. «Wir haben es einfach gut miteinander!» Viele bleiben der Garde sogar während des Studiums oder der Ausbildung verbunden und helfen weiterhin mit. Denn was hier entstanden ist, ist mehr als ein Verein – es ist ein Freundeskreis, der Verantwortung für sein Dorf übernimmt.