Erst im Mai nahm Nicolas Darnauguilhem im Berghotel «Zur Sau» seine Arbeit auf. Nun endet das Gastspiel des Michelin-Sternekochs im Saaner Seitental bereits wieder. Andere Medien berichten von Unstimmigkeiten zwischen den Beteiligten. Gegenüber dem «Anzeiger von ...
Erst im Mai nahm Nicolas Darnauguilhem im Berghotel «Zur Sau» seine Arbeit auf. Nun endet das Gastspiel des Michelin-Sternekochs im Saaner Seitental bereits wieder. Andere Medien berichten von Unstimmigkeiten zwischen den Beteiligten. Gegenüber dem «Anzeiger von Saanen» halten sich jedoch beide Seiten mit Details zurück.
SONJA WOLF
Als Nicolas Darnauguilhem im Mai mit einem Grossteil seines Teams nach Abländschen wechselte, war das Engagement längerfristig gedacht. Seine bisherige Wirkungsstätte, die Pinte des Mossettes bei Cerniat, sollte während rund zwei Jahren geschlossen bleiben. Thomas und Brigitte Frei hatten ursprünglich Interesse an deren Übernahme und Renovation. Während der geplanten Umbauzeit sollte Darnauguilhem mit seinem Team in der «Zur Sau» kochen (wir haben berichtet).
Nun kommt es anders. Die Freis werden die Pinte des Mossettes nicht übernehmen. Und auch die Zusammenarbeit zwischen Darnauguilhem und der «Zur Sau» endet bereits nach wenigen Monaten.
Kein Nachtreten
In anderen Medien sorgte das vorzeitige Ende der Zusammenarbeit bereits für Schlagzeilen. Laut «La Liberté» zeigte sich Darnauguilhem enttäuscht darüber, dass die Freis von ihrer geplanten Übernahme Abstand genommen haben. Er habe erst vor Kurzem definitiv davon erfahren. Vonseiten der Freis wird der zeitliche Ablauf anders dargestellt: Darnauguilhem habe schon länger gewusst, dass die Übernahme nicht zustande komme. Der «Blick» sprach daraufhin von einem «Streit», GaultMillau von «Krach in der ‹Sau›».
Auf Anfrage des «Anzeigers von Saanen» möchten beide Seiten die Hintergründe der Trennung jedoch nicht weiter vertiefen. Thomas Frei sagt lediglich: «Wir haben keinen Weg gefunden, das gemeinsame Projekt wirtschaftlich auf eine vernünftige Basis zu stellen.» Am Können Darnauguilhelms habe es jedenfalls nicht gelegen: «Kochen kann er!»
Darnauguilhem selbst begründet seinen Weggang gegenüber dem «Anzeiger von Saanen» mit dem Wunsch, wieder näher an seinem Wohnort Charmey zu arbeiten und sich seinem ursprünglichen Projekt, der Pinte des Mossettes, zu widmen. Kritik an den Freis äussert er nicht. Er verlasse die «Zur Sau» im Vertrauen auf das bestehende Team. Dieses sei solide und habe «ein echtes Gespür für Service und gute Küche». Er sei überzeugt, dass der Betrieb seinen Weg erfolgreich weitergehen werde.
Nahtloser Übergang
Seinen letzten Service in Abländschen hatte Darnauguilhem am Sonntag, 23. August. «Der Betrieb geht nahtlos weiter», bestätigt Thomas Frei. Mit Victoria Tcheng und Jules Mechadou bleiben zwei Köche aus dem bisherigen Team vor Ort. Sie konzentrieren sich aktuell auf den Bistrobetrieb und arbeiten laut Frei bereits an der kommenden Wildkarte.