Die Zukunft des Pôle Santé du Pays-d’Enhaut nimmt konkrete Formen an. Nachdem der geplante Spitalneubau aufgegeben werden musste, liegt nun die Alternativlösung vor. Das Gemeindeparlament von Château-d’Oex hat der finanziellen Beteiligung am neuen Projekt ...
Die Zukunft des Pôle Santé du Pays-d’Enhaut nimmt konkrete Formen an. Nachdem der geplante Spitalneubau aufgegeben werden musste, liegt nun die Alternativlösung vor. Das Gemeindeparlament von Château-d’Oex hat der finanziellen Beteiligung am neuen Projekt praktisch geschlossen zugestimmt.
SONJA WOLF
Das Gemeindeparlament von Châteaud’Oex hat Anfang Oktober einen Kredit von 1,335 Millionen Franken für Bau- und Renovationsarbeiten am Pôle Santé bewilligt. Die Vorlage wurde ohne Gegenstimmen bei einer Enthaltung angenommen, wie Maximilien Stauber, Präsident des Stiftungsrats des Pôle Santé du Pays-d’Enhaut (PSPE), auf Anfrage mitteilte.
Neubau musste aufgegeben werden
Das heutige Spitalgebäude entspricht insbesondere den Brandschutzanforderungen der Waadtländer Gebäudeversicherung nicht mehr und darf ab 2029 nicht mehr als Spital betrieben werden. Ursprünglich war ein Spitalneubau vorgesehen, dessen Kosten auf rund 20 Millionen Franken geschätzt wurden. Für das Projekt waren insgesamt 4,4 Millionen Franken zugesagt worden, darunter 2 Millionen von den Gemeinden.
Doch Ende vergangenen Jahres kam die Kehrtwende: Der Kanton Waadt teilte den Verantwortlichen mit, dass er sich aus finanziellen Gründen nicht an der neuen Spitalinfrastruktur beteiligen könne. Ohne diese Unterstützung war der Neubau nicht mehr realisierbar (wir haben berichtet). Der PSPE musste deshalb nach einem anderen Modell suchen, um auch über 2028 hinaus Betten und möglichst viele medizinische Leistungen im Paysd’Enhaut erhalten zu können.
So sieht die neue Lösung aus
Wie aus dem vom PSPE veröffentlichten Konzept «Vision 2028» hervorgeht, soll auf dem heutigen Helikopterlandeplatz neben dem Spitalgebäude der bereits bestehende Pavillon «Minerva» aufgestellt und mit dem Hauptgebäude verbunden werden. Bei «Minerva» handelt es sich um ein Geschoss eines ehemaligen geriatrischen Modulbaus, der zuvor vierstöckig in St. Gallen aufgestellt war. Darin sind insgesamt 13 Betten für Übergangspflege und Kurzzeitaufenthalte vorgesehen. Die Helikopterlandeplattform muss dafür an einen anderen Standort in der Gemeinde verlegt werden.
Das bisherige Spitalgebäude bleibt bestehen. Es soll künftig insbesondere die ambulanten medizinischen Angebote sowie die Verwaltung beherbergen. Das neue Modell ersetzt allerdings kein vollwertiges Spital: Die Betten sind für Fälle vorgesehen, die weder eine medizinische Betreuung rund um die Uhr noch eine spezialisierte technische Infrastruktur benötigen.
Grünes Licht mit Vorbehalt
Mit seinem Entscheid hat das Gemeindeparlament von Château-d’Oex nun die finanzielle Beteiligung der Gemeinde gutgeheissen. Gemäss der Gemeindevorlage dürfen vom Kredit über 1,335 Millionen Franken zunächst maximal 300’000 Franken für die Reservation des Modulbaus und die notwendigen Bewilligungsverfahren verwendet werden. Die früher gesprochenen Kredite für die Helikopterlandeplattform und den geplanten Spitalneubau werden durch den neuen Kredit ersetzt. Ganz definitiv ist das Projekt damit noch nicht. Unter anderem stehen noch Bewilligungen aus. Der Modulbau soll jedoch rechtzeitig vor Ablauf der Frist Ende 2028 aufgestellt und in Betrieb genommen werden.