«Als Alternative zu herkömmlichen Ostereiern fanden wir, dass wir dieses Jahr zu Ostern doch einmal Dinosauriereier an die Lenk bringen könnten.» Dies die Eingangsworte von Helena Galanakis, Geschäftsführerin von Lenk-Simmental Tourismus, anlässlich der ...
«Als Alternative zu herkömmlichen Ostereiern fanden wir, dass wir dieses Jahr zu Ostern doch einmal Dinosauriereier an die Lenk bringen könnten.» Dies die Eingangsworte von Helena Galanakis, Geschäftsführerin von Lenk-Simmental Tourismus, anlässlich der Vernissage zur Osterausstellung im Kul-turhaus Lenk am Gründonnerstag. Die Idee basierte jedoch auf etwas anderem, nämlich einem 1.- April-Scherz.
Seit letztem Jahr setzt sich der Tourismusverein zum Ziel, es mit dem 1.-April-Scherz von Schweizer Unternehmen in die Top Ten zu schaffen. Im vergangenen Jahr gelang dies auch gleich auf Anhieb: Mit dem Angebot von Nacktskifahren auf den Pisten im Skigebiet Adelboden-Lenk wurde mit über 80’000 Clicks in den sozialen Medien ein riesiges Echo ausgelöst. Nun ja, da nun einmal Blut gerochen war, sollte das Ergebnis in diesem Jahr im Minimum egalisiert werden.
Fund von Dinosauriereiern bei Bauarbeiten beim Berghaus Leiterli
«Es sei ein Sensationsfund», so der Paläontologe Stefan Frieden, Inhaber des Sauriermuseums in Bellach, und schätzte im Videoclip das gefundene Dinosaurierei auf 150 bis 160 Millionen Jahre. Er beauftragte sogleich Markus Bächler von den Bergbahnen, den Fundort grossräumig abzusperren. Dass exakt vor Ostern Eier von Dinosauriern gefunden wurden, verbanden viele, welche das Video anklickten, mit einem 1.- April-Scherz, was sich auch bewahrheitete. Das Ziel, welches die Verantwortlichen verfolgten, wurde jedoch klar erreicht. Aktuell wurde der Clip weit über 100’000 Mal angeklickt, sorgte für schweizweites Interesse und schaffte es wieder locker unter die Top-Ten-Aprilscherze von Schweizer Unternehmen.
Vom 1.-April-Scherz zur Ausstellung
Den Verantwortlichen war es jedoch wichtig, es nicht bloss bei einem Aprilscherz zu belassen. So sollte der Faden weitergesponnen und das aufgegriffene Thema in einer Ausstellung weitergeführt werden. «Das Kulturhaus soll mit Leben gefüllt werden und nicht nur für Meetings und Workshops dienen», so Galanakis weiter. Sie bezeichnete die Ausstellung auch gleich als Auftakt zum Lenker Kultursommer, welcher im vergangenen Jahr neu ins Leben gerufen wurde. Dass die Ausstellung überhaupt entstehen konnte, ist einem grossen Netzwerk zu verdanken. Insbesondere Volker Herzog vom Tourismusverein, früher selbst Marketing- und Vertriebsleiter in einem Dinosauriermuseum, verfügte über die nötigen Kontakte und trug massgeblich zum Entstehen der Ausstellung bei.
Ausstellungsobjekte aus der Sammlung von François Escuillié
Er setzt sich seit Lebzeiten mit der Geschichte der Dinosaurier auseinander und verfügt entsprechend über ein riesiges Fachwissen: François Escuillié ist Paläontologe aus Frankreich und stellte die meisten der Ausstellungsobjekte zur Verfügung. Fundiert gab er Auskunft über die Geschichte, das Alter und die Fundorte der verschiedenen Dinoeier und Eiergelege. Sechs dieser Originalexponate stammen aus Südfrankreich, einer der bedeutendsten Fundregionen der Welt, und wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dort gefunden.
Doch wie kamen die Dinosauriereier, zum Teil von unschätzbarem historischem Wert, aus Frankreich an die Lenk? Der erste Kurier bekam gemäss Helena Galanakis kalte Füsse, als er erfuhr, dass es sich bei der Ladung um Dinosauriereier im Alter von rund 72 Millionen Jahren handeln sollte. Das Team des Lenkerhofs hatte diesbezüglich weniger Berührungsängste und führte den Transport sicher aus – und hoffentlich nach der Ausstellung auch wieder zurück.
Ausstellung bis zum 19. April offen
Man fühlt sich gleich um Jahrmillionen zurückversetzt, wenn man die Ausstellung im Kulturhaus betritt und realisiert, dass unsere Zeit, welche wir auf dieser Welt verbringen, ein Nichts im Vergleich dazu ist. Die Ausstellung vermittelt Wissen auf verständliche Weise und Originalexemplare dürfen zum Teil sogar berührt werden.
Für Schulen sowie Familien mit Kindern und sonst an der Urzeit interessierte Besuchende bietet die Ausstellung spannende Einblicke in eine längst vergangene Zeit, als Europa noch aus Inseln bestand, das Klima tropisch war und eben von Dinosauriern bewohnt war.
«SIMMENTAL ZEITUNG»/UELI ZÜRCHER
Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag, 19. April, geöffnet.