Was schrieben Emanuel Friedli, Johann Jakob Romang und Robert Marti-Wehren? Wer waren sie, wie dachten sie, können wir ihre Mundart heute noch verstehen? Im Kirchgemeindehaus der reformierten Kirchgemeinde Saanen-Gsteig durfte Pfarrer Peter Klopfenstein am 3. Februar nahezu ...
Was schrieben Emanuel Friedli, Johann Jakob Romang und Robert Marti-Wehren? Wer waren sie, wie dachten sie, können wir ihre Mundart heute noch verstehen? Im Kirchgemeindehaus der reformierten Kirchgemeinde Saanen-Gsteig durfte Pfarrer Peter Klopfenstein am 3. Februar nahezu 100 Gäste, meist Seniorinnen und Senioren, begrüssen.
EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH
Pfarrer Klopfenstein freute sich sichtbar am grossen Interesse an der vom Förderverein Pro Senectute Saanenland organisierten Veranstaltung: «In Gemeinschaft eine mit Herzblut gestaltete Präsentation von Urs Bach erleben zu dürfen, ist vielleicht ebenso wertvoll wie ein Spaziergang an der Sonne. Sollte jemand im Verlaufe des Vortrags ‹Gluscht nach Zvieri› verspüren, so darf ich darauf hinweisen, dass der Gemeinnützige Frauenverein Saanen mit Kaffee und Kuchen auf euch alle wartet.»
Ada van der Vlist Walkers Hände glitten virtuos über die Tasten des Flügels. Leichthändig interpretierte sie Melodien, die sie eigens für den kulturellen Nachmittag ausgewählt hatte. Das «Saaneliedli», verfasst vom Saaner Mundartdichter Rudolf Wehren und vertont von Musikdirektor Jakob Hurni, gefiel ebenso wie der im Saanenland wohlklingende Naturjodel «Dr Sufsunntig Jutz» und das von J.J. Romang verfasste «Gfell-Lied», auch bekannt als «Chüjier-Lied».
Nach diesen wunderschönen, herzerwärmenden Melodien begrüsste Urs Bach mit den Worten: «Ich möchte euch mitnehmen auf einen Zeitreise, zurück zu unseren grossartigen Schriftstellern, welche die damaligen Geschehnisse eingefangen und – Gott sei Dank – zu Papier gebracht haben. Unterstützt von meiner Frau Berti, die am PC für die korrekte Übermittlung der Bilder sorgt, versuche ich, den in ihren Dialekten geschriebenen Texten Leben einzuhauchen. Ihr, liebe Anwesende, seid der ‹Mundartsätzlene u – wörtlene u däru bedütig us em Saaneland vo früejer› noch kundig. Aber um den Dialekt unseres Dichters J.J. Romang wirklich verstehen zu können, müsste man im Gsteig gelebt haben oder doch schon sehr alt sein.
In meiner Präsentation werde ich nicht auf die Lebenswege von J.J. Romang, Emanuel Friedli und Robert Marti-Wehren eingehen. Viel interessanter sind ein paar Müsterchen aus ihren zahlreichen Schriften.»
Urs Bach las mehrere Geschichten. Und wie! Er verstand es meisterhaft, die Geschichten authentisch zu lesen. Das eine und andere Mal entwich dem Tenorsänger des gemischten Chors «Heimatglüt» Grund gar ein «Gejohl». Bei zutreffenden Episoden erinnerte er sich an seinen Vater, der ihm erzählte, dass er und seine Schulklasse einmal den Schriftsteller Friedli im Kappeli (Saanen) besuchen durften. Er sei beeindruckt gewesen von den unzähligen Zetteln, die Friedli fein säuberlich im Telefonbuch eingeordnet hatte.