Starke Frauen für ein starkes Saanenland
13.03.2026 PublireportageIn der Saaner Brockenstube werden Regale eingeräumt, in der Mehrzweckhalle Gsteig Kisten für den Kleiderverkauf geschleppt und im Advent an Lauener Haustüren geklopft. Freiwilligenarbeit im Saanenland hat viele Gesichter. Nach dem Blick auf die Vielfalt des Engagements und ...
In der Saaner Brockenstube werden Regale eingeräumt, in der Mehrzweckhalle Gsteig Kisten für den Kleiderverkauf geschleppt und im Advent an Lauener Haustüren geklopft. Freiwilligenarbeit im Saanenland hat viele Gesichter. Nach dem Blick auf die Vielfalt des Engagements und das Konzept der sorgenden Gemeinschaft in den ersten beiden Teilen unserer Serie Freiwilligenarbeit richten wir heute den Fokus auf drei konkrete Beispiele: die Frauenvereine unserer Region. Hier zeigt sich, wie freiwillige Arbeit Generationen verbindet und direkt bei den Menschen ankommt.
1. Frauenverein Lauenen:
Zeit schenken im Advent
Anfang Dezember klopfen Frauen des FV Lauenen an rund 50 Türen. Sie bringen Blumen oder Honig – vor allem aber Zeit. Organisiert werden die Adventsbesuche von Vorstandsmitglied Julia Perreten. «Die Menschen freuen sich sehr über den Austausch», sagt sie. Oft bleiben die Besucherinnen ein bis zwei Stunden oder falls gewünscht sogar den ganzen Nachmittag.
Besucht werden alle Lauenerinnen und Lauener ab 80 Jahren – in der Regel zu Hause. Auch wer inzwischen ausserhalb des Dorfs lebt, etwa im Altersheim in Saanen, wird nicht vergessen. Im Lauener Altersheim Sunnebühl organisieren die Frauen zusätzlich einen gemeinsamen Besuchsnachmittag für alle Bewohnende. Jedes Geschenk ist mit einer Karte und einem persönlichen Grüssli versehen.
Zur Arbeit des Vereins gehört auch Handarbeit: Co-Präsidentin Ursula Trachsel produziert an ihrer Nähmaschine gleich 20 bis 30 Babylätzchen vor. Eine Kollegin überbringt sie dann im Lauf des Jahres Lauener Familien mit Nachwuchs, aber erst, wenn das Baby älter als halbjährig ist. «Wir wollen uns nicht aufdrängen. Wir wissen, wie intensiv die erste Zeit ist», sagt Ursula Trachsel. So spannt sich der Bogen im Dorf vom Neugeborenen bis ins hohe Alter.
2. Frauenverein Gsteig-Feutersoey:
Wenn ein Verkauf das ganze Dorf bewegt
Zweimal jährlich verwandelt sich die Mehrzweckhalle Gsteig in ein Secondhand-Paradies: Kleider, Bettwaren, Spielsachen oder Deko können dort erstanden werden. «Bereits am Vortag helfen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die Kisten mit den Waren hereinzutragen», berichtet Co-Präsidentin Marianne Raaflaub. Am Mittwoch folgt der grosse Verkauf – einschliesslich einer Kaffeestube mit selbstgebackenen Kuchen, Schinkengipfeli und anderen Leckereien. Organisiert und gebacken wird alles vom Vorstand, tatkräftig unterstützt von ehemaligen Vorstandsmitgliedern.
Die Spenden stammen aus der Bevölkerung – teils auch von Chaletgästen. Und die Einnahmen kommen direkt der Dorfgemeinschaft von Gsteig und Feutersoey zugute: «Was wir einnehmen, geben wir zurück», sagt die Co-Präsidentin. Mit dem Erlös finanzieren die Frauen Adventsbescherungen für über 80-Jährige, Selbstgestricktes für Neugeborene oder ein «Nötli» für Schulabgänger:innen. Ebenso ermöglichen sie eine jährliche Seniorenreise ins Blaue und regelmässige Seniorennachmittage mit Vorträgen, musikalischer Unterhaltung oder dem legendären Lottospiel – inklusive selbstgemachten Käsekuchen, Lasagne oder Salaten. Aus einem einzigen Verkaufstag entsteht so ein ganzes Jahr gelebte Gemeinschaft.
3. Frauenverein Saanen:
Über 2000 Stunden für die Brocki
In der Brockenstube Saanen sind regaleweise Geschirr, Bücher, Deko, Haushaltsgegenstände und Kleider fein säuberlich angeordnet. Ein Team von insgesamt 34 Frauen kümmert sich um die Annahme der gebrauchten Gegenstände, Preisetikettierung, Einräumen und Verkauf. Viele sind seit Jahrzehnten dabei, einige bereits über 80 Jahre alt. Jahr für Jahr kommen allein in der Brocki mehr als 2000 freiwillig geleistete Einsatzstunden zusammen.
Die Einnahmen aus der Brocki wie auch aus der Brocante oder der Gstaader Messe bleiben in der Region. Unterstützt werden damit Institutionen wie die Alpenruhe, die Altersheime Pfyffenegg und Maison Claudine Pereira sowie Vereine, insbesondere in der Jugendförderung, wie etwa das Regionale Leistungszentrum. Und wenn es brennt – im wörtlichen Sinn –, hilft der Frauenverein unkompliziert: Betroffene dürfen sich in der Brockenstube mit dem Nötigsten eindecken. «In solchen Momenten geht es darum, dass wir rasch helfen können», sagt Sonja Kübli, die die Brockenstube bereits seit 30 Jahren leitet.
Den Raum stellt die Gemeinde gratis zur Verfügung. Dennoch sind Platz und Ressourcen begrenzt. «Immer wieder werden unbrauchbare Gegenstände oder einmal sogar eine ganze Geschäftsauflösung vor der Tür deponiert», sagt Sonja Kübli. Das überfordere natürlich die Kapazitäten des Teams und die Finanzen für die Entsorgung.
Ergänzt wird die Brockenstube durch das Rapunzel, das Pendant für Familien, wo man Kinderkleider und Babyausstattung findet. Gemeinsam sorgen Brockenstube und Rapunzel dafür, dass aus gespendeten Gegenständen konkrete Unterstützung für Menschen in der Region wird.




