OK der Gstaad Züglete: «Wir sind glücklich und dankbar»
08.09.2026 GstaadBei idealem Wetter fand am vergangenen Samstag die 11. Gstaad Züglete statt. Das Besucheraufkommen war erneut sehr hoch – die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen haben sich bewährt.
ANITA MOSER
Phasenweise war auch dieses Jahr auf der Promenade fast kein ...
Bei idealem Wetter fand am vergangenen Samstag die 11. Gstaad Züglete statt. Das Besucheraufkommen war erneut sehr hoch – die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen haben sich bewährt.
ANITA MOSER
Phasenweise war auch dieses Jahr auf der Promenade fast kein Durchkommen. Dicht an dicht drängte sich das Publikum auf der Promenade, um den besten Blick auf die geschmückten Kühe zu erhaschen und möglichst das ultimative Foto zu schiessen. Wie viele Besucher:innen die diesjährige Gstaad Züglete anlockte, sei jedoch schwierig zu sagen, antwortete OK-Präsident David Schmid am Samstagabend auf eine entsprechende Frage. «Ich schätze so um die 2000.»
Nach dem Grossaufmarsch im letzten Jahr hat sich das OK vermehrt auf Sicherheitsfragen fokussiert. «Die getroffenen Massnahmen haben sich bewährt», ist sich das OK einig.
Güterstrasse miteinbezogen
Konkret wurde die Güterstrasse miteinbezogen, es gab auch dort Marktstände und Gastrobetriebe und anstatt zweimal durch die Promenade zu laufen, führten die Zügleten einmal durchs Dorf und einmal durch die Güterstrasse. «Das sorgte für etwas mehr Platz an der Promenade», so David Schmid. «Jene Leute, die es etwas ruhiger haben wollten, waren in der Güterstrasse super aufgehoben. Auch von Familien mit Kindern wurde die Neuerung – mit der kleinen Hüpfburg – gut angenommen», so das Fazit von OK-Mitglied Nadja Widmer. Für nächstes Jahr überlege man sich, bereits die erste Züglete via Güterstrasse zu leiten, um die Entflechtung früher zu lancieren, so OK-Mitglied Adrian Friedli.
«Gemessen rein an der Grösse des Anlasses ist die aktuelle Infrastruktur jetzt viel besser», so David Schmid.
Platz geschaffen und Platz schaffen
Um zusätzlich Platz für die Zügleten zu schaffen, habe man im Vorfeld entlang der Strecke Sitzbänke verschoben, die Marktstände besser verteilt und mit mehr Distanz zur Strassen-/Promenadenmitte aufgestellt. Auch die Gastronomen an der Promenade seien sehr kooperativ gewesen, indem sie Platz für die Zügleten geschaffen hätten, so Nadja Widmer. Platz schaffen die OK-Mitglieder jeweils auch, indem sie direkt vor den Zügleten vorauslaufen und so die nötige Spur freihalten. «Das hat sich bewährt, auch von den Landwirten bekommen wir positives Feedback», so OK-Mitglied Markus Iseli. «Das Publikum war extrem diszipliniert und sehr kooperativ», ergänzt Nadja Widmer. «Die Leute haben verstanden, dass es um ihre Sicherheit geht und nicht darum, sie unnötig einzuschränken.»
Mehr Kadetten, mehr Samariter, zusätzliche Brunnen
Im Vergleich zu anderen Jahren wurden auch mehr Verkehrskadetten aufgeboten sowie die Zahl der Samariter auf vier aufgestockt. Diese hatten jedoch wenig zu tun. Sie behandelten eine Person nach einem Misstritt, aber keinen einzigen Wespenstich – was aufgrund der heuer ziemlich aggressiven Tiere doch ziemlich überrascht.
Um einen Kuhstau zu vermeiden, wurde der Kälblibrunnen abgestellt und entleert. Im Gegenzug wurden wiederum am Eingang und Ausgang des Dorfes zusätzliche Brunnen aufgestellt, an denen die Kühe ihren Durst stillen konnten.
Schwierige Planung
Die erste Züglete war etwas früh dran, die zweite etwas spät. Und die Treichler, die normalerweise den Anlass einläuten, kamen erst nach der ersten Züglete. Das sorgte für etwas Verwirrung sowohl bei den Besucher:innen als auch beim Moderatorenteam Léonie Müller und Willi Bach. «Es ist ein Anlass, der von den Tieren abhängig ist», erklärt Markus Iseli. «Die Tiere sind teils schon Stunden unterwegs, da lässt sich ein Eintreffen in der Promenade nicht bis ins letzte Detail planen.» Zudem gelte es unter allen Umständen zu vermeiden, dass zwei Zügleten aufeinandertreffen – ob Kühe oder Geissen, so Adrian Friedli.
Internationales Publikum
Das Publikum war extrem heterogen – in Bezug auf das Alter wie auf die Herkunft. Vom Kleinkind im Kinderwagen bis zur älteren Dame oder zum älteren Herrn waren alle Altersgruppen vertreten und noch viel mehr Länder. So haben Reisegruppen aus den USA ihren Aufenthalt in Gstaad auf die Züglete abgestimmt und ein Paar aus den USA legte sogar seine Hochzeitsreise so, dass es die Gstaad Züglete miterleben konnte. Es kamen Leute unter anderem aus Australien, Brasilien, Asien, Neuseeland, aus ganz Europa und natürlich auch aus der Schweiz. «Es ist doch unglaublich schön, wie viele verschiedene Kulturen hier zusammenkommen und sich für dasselbe begeistern.»
Keine Gitter, keine Abschrankungen
Er sei auf mögliche weitere Sicherheitsvorkehrungen angesprochen worden, zum Beispiel auf Abschrankungen mit Gittern, erklärt David Schmid. «Das würde den Charakter der Züglete komplett verändern und käme für uns kaum in Frage», ist die dezidierte Meinung des Organisationskomitees. «Man muss Platz schaffen und das haben wir mit unseren Massnahmen erreicht. Wir sind glücklich und dankbar.»


















