Die Jahrgänger und Jahrgängerinnen von 1940 kamen für das traditionelle Treffen im Sporthotel Victoria zusammen.
Das war 1291, als sich die Eidgenossen auf dem Rütli versammelten. Was dann? An unserem traditionellen Treffen des Jahrgangs 1940 Grand Cru ...
Die Jahrgänger und Jahrgängerinnen von 1940 kamen für das traditionelle Treffen im Sporthotel Victoria zusammen.
Das war 1291, als sich die Eidgenossen auf dem Rütli versammelten. Was dann? An unserem traditionellen Treffen des Jahrgangs 1940 Grand Cru trafen sich fünfzehn Ehemalige mit 86 Jahren auf dem Buckel, gibt nach Strübis Rechnungsbuch 15 × 86 = 1290 Jahre. Wir haben vor 70 Jahren die Schulzeit im Saanenland beendet und uns im Sporthotel Victoria in Gstaad am Freitag, 9. Oktober, eingefunden zu einem Gruppenfoto, das Heinz Oehrli für uns knipste. In der Ausgabe des AvS vom 23. September 2005 waren kleinformatig zwei Fotos abgedruckt von den 50 Konfirmierten vor der Kirche in Saanen und dem Treffen 50 Jahre später am Arnensee, wo sich noch dreiunddreissig in derselben Formation aufstellten wie damals.
Stark vergrösserte Kopien davon wurden jetzt an alle verteilt, die Gesichter gut erkennbar. Beim Apéro wurden sie genau betrachtet, kommentiert, erstauntes Raunen: «Gschou ds Bethli mit dene Züpfeni, ds Fritzi Müllener mit Grawatte, wo isch Noldis Haarmähne hi, wär het ömel so chlobigi Schue ar Konfirmation, wo isch der Bärnhard? Dä isch doch katholisch…»
Auf unseren Wunsch hin hat Thomi Oehrli im Spezialmenü Suure Mocke aufgetischt. Martha Reipen konnte aus unserer Kasse das Essen dieses Jahr ausnahmsweise offerieren.
Gottlieb von Siebenthal hatte drei Jahre an seinem Buch «Schwingen im Saanenland» recherchiert und uns ein Exemplar überreicht. Schliesslich erzählte uns Jean (früher Hans) Kohler, der in der Usine Gruben aufgewachsen war, vom Werdegang seines Vaters, der Usinier war. In den verschiedenen Umformstationen für die MOB wurde der 800-V-Gleichstrom anfangs mit grossen Bleiakkus und Schwefelsäure erzeugt. Recht gefährlich. Im Unterschied zu den sechs Usinen, in den mit Siliziumdioden oder Quecksilberdampf gearbeitet wurde. Heute sind alle ausser Betrieb. Der erste Zug erreichte Gstaad am 20. Dezember 1904 dank Grossrat und Holzhändler Reichenbach.
Bei Brönnter Creme, Gaffee und Käthi Bessons Linzertorte vom Genfersee wurde hin und her diskutiert. Viele hatten den «Beobachter»-Artikel über das Oberbort gelesen, wo fast alle Grundstücke in der Hand von Ausländern sind. Die Bodenpreise im fünfstelligen Bereich. Die Lex Furgler greift nicht.
Aus einer Tageszeitung der Bericht über einen Spanier, der zwei Luxuschalets plant mit einem Mix von Erstund Zweitwohnungen, was die kantonale Baudirektion ablehnte. Jetzt hat die Baubehörde in Saanen jedoch alles als Erstwohnungen gestattet, da eine grosse Nachfrage nach luxuriösen Wohnungen im Saanenland bestehe. Noch fehlt der Entscheid der Berner Baudirektion. Dabei fehlen für Einheimische bezahlbare Unterkünfte.
Der fortschreitende Rückgang der Gletscher, allein in den letzten 50 Jahren sind 200 ganz verschwunden, weckte Erinnerungen an die Schulwege vor 80 Jahren mit Schlitten, Ski, das Anfeuern der mächtigen Eisenöfen in den Schulzimmern der Sekundarschule durch die Fünftklässler, Schneeballschlachten, Skirennen mit Abschlussspringen auf der Kählenschanze. Noch lange waren im Bernerhof die Namen der Sieger zu lesen.
Ruth Loosli-Matti zeigte die zwei dicken Ordner mit den Fotos der letzten 70 Jahre. Ob es sinnvoll ist, mit grossem Aufwand ein Fotoband mit doch nur einer kleinen Auswahl an Bildern zu erstellen, oder doch besser, die Alben zirkulieren zu lassen?
Jedenfalls möchten alle nächstes Jahr wieder am idealen gleichen Ort sich treffen.
WILLY U. LOOSLI