Weinkorkenbilder-Ausstellung im Heimatwerk Saanen
20.03.2018 KulturAn der Vernissage vom vergangenen Freitag trafen sich Hoteliers, Sommeliers, Geschäftsleute, Weinkenner/innen und Kunstinteressierte, um die kreativen Weinkorkenbilder von Franz Rosskogler zu bewundern. Dabei wurde schnell klar, dass es hier nicht nur um die Bilder ging. Im Zentrum standen die Korkzapfen und die edlen Tropfen.
MARIANNA BETTLER
Gemeinderat Thomas Frei begrüsste die Gäste und Franz Rosskogler erzählte viel Wissenswertes über Weine, Korkzapfen und die Herstellung seiner Bilder. Vieles davon konnte bereits im «Anzeiger von Saanen» vom 13. März gelesen werden. Auch Yvan Letzter vom Hotel Rialto in Gstaad würdigte in einer kurzen Ansprache die Arbeit des Künstlers.
Bei einem Besuch in einem Weinkeller fiel dem Ehepaar Franz und Josette Rosskogler ein Fass voller Korkzapfen auf, welches auf die Entsorgung wartete. Eigentlich zu schade, fanden die beiden, und die Idee zur Gestaltung von Korkzapfenbildern war geboren und damit auch die Würdigung der unscheinbaren Zylinder. Im alten Rom muss der Wein wie Essig geschmeckt haben, da er in unverschlossenen Amphoren lagerte. Nach einem Weintransport übers Meer nach Griechenland schmeckte er dann viel besser. Anfänglich schrieb man es dem Schaukeln zu und lagerte die Weine deshalb mehrere Monate auf Schiffen. Dann fand man heraus, dass der bessere Geschmack vom Verschliessen der Gefässe herrührte. Um 1680 setzte der Benediktiner Pierre Perignon Korkzapfen ein.
Wirkliche Bedeutung gewann Kork als Flaschenverschluss erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Der erweiterten Wirtschaftsbeziehungen wegen war es sinnvoll, die Flaschen fest zu verschliessen. Der weltweit grösste Korkenproduzent ist Portugal. Im 40. Lebensjahr der Korkeiche kann mit der Gewinnung des Korks begonnen werden. Darauffolgend können Schälungen alle neun bis zehn Jahre wiederholt werden. Gute Korken sind glatt, fest, lang und feinporig. Da der Zapfen aus Naturkork beim Wein gelegentlich Korkgeschmack erzeugen kann, wird er mehr und mehr von anderen Materialien verdrängt. Schade, da es sich beim Kork um eine nachwachsende Ressource handelt. Seit den Neunzigerjahren werden die Korkzapfen in der Schweiz gesammelt und für die Baubranche recycelt.
Franz Rosskogler hat mit seinen Bildern den oft hübsch verzierten Korkzapfen einen anderen Verwendungszweck zugedacht. Sie umrahmen in verschiedenen Formen Weinetiketten, Bilder von fröhlichen Gelagen, von Weinflaschen und von Herkunftsländern. Dass er anfänglich mit Etiketten der teuersten und erlesensten Weine sehr verschwenderisch umgegangen ist, reut ihn heute ein wenig, da die Etiketten auf neuen Flaschen wegen Betrugs nicht mehr abgelöst werden können.
Die folgende lustige Anekdote erheiterte die aufmerksamen Zuhörer/innen: «In einem Wiener Lokal bestellte ein Weinliebhaber eine Flasche Wein. Der Kellner bearbeitete die Etikette mit dem Korkenzieher, worauf der Gast sich erstaunt nach dem Grund erkundigte. Der Kellner meinte: «Hier heisst es doch Bordeaux (bohr doo)!»
Die ansprechenden, originellen Bilder werden zu einem fairen Preis angeboten. Der Erlös aus dem Verkauf hat das sympathische Ehepaar für das Chinderhuus Ebnit bestimmt.
Nach dem offiziellen Teil wurden die Anwesenden mit einem feinen Tropfen vom Weingut La Colombe aus Fechy und herrlichen Häppchen verwöhnt.
Ein Besuch der Ausstellung, welche noch bis zum 5. Mai geöffnet ist, kann sehr empfohlen werden.



