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Ein neuer Bergführer für das Saanenland

Di, 24. Sep. 2019
Die Abschlussklasse von Bernhard Raaflaub (links) vor den Vajolet-Türmen im Rosengarten (Dolomiten) FOTO: ZVG

Bernhard Raaflaub hat die anspruchsvolle Bergführerausbildung mit Bravour gemeistert. Jetzt ist der Turbacher brevetiert.

BLANCA BURRI
«Ein rechter Stein ist mir vom Herzen gefallen», sagt ein erleichterter Bernhard Raaflaub. Vom 3. bis 19. September fand der zwei Woche dauernde Abschlusskurs statt. Nach der dreijährigen Ausbildung erhielten eine Bergführerin und 24 Bergführer im Schloss Sargans die Berufsurkunde.

Angespannte Stimmung
Die Ausbildung ist modular aufgebaut. Die ersten Kursen bestehen recht viele Kandidaten nicht. «Es ist bekannt, dass im Abschlussmodul nur noch selten jemand durchfällt. Trotzdem war die Stimmung angespannt und konzentriert», sagt der frischgebackene Bergführer. Schliesslich habe keiner der 25 Teilnehmer die letzte Hürde verpassen wollen. «Diesen Druck haben wir uns selbst aufgebaut, der kam nicht von den Lehrern», resümiert er.

Die erste Abschlusswoche wäre in den Dolomiten geplant gewesen. Wegen schlechtem Wetter reisten drei Klassen nach Arco an den Gardasee und eine Klasse ins Tessin. «Dort kletterten wir klassische Mehrseillängenrouten.» Die zweite Woche verbrachten die angehenden Bergführer bei anspruchsvollen und langen Hochtouren im Bergell. «Weil im Norden bereits viel Schnee lag, waren wir vor allem im südlichen Teil, zum Beispiel im Val di Mello, unterwegs.» Besonders speziell sei gewesen, dass sie in den Abschlusswochen nur gerade zwei Nächte in der Schweiz verbracht hätten.

Intensive Abschlussprüfung
Die letzten zwei Tage waren für die praktische Abschlussprüfung reserviert. Es gab einen Tag im Fels und einen im Eis. «Auf dem Morteratschgletscher prüften uns die Experten in den Disziplinen Stufenschlagen, Flaschenzug, Eisklettern und Eisparcours.» Im Eisparcours galt es, einen Figuranten zu führen. «Die Lehrer wollten sehen, wie wir auf den Steigeisen stehen und welchen Umgang wir mit den Gästen haben.» Am zweiten Tag ging es in den Fels. Eine Kletterroute bewältigten die Prüflinge mit den Wanderschuhen, zwei mit den Kletterfinken. Wiederum kamen Figuranten zum Einsatz, die von den Bergführern am kurzen Seil geführt wurden.

Hoffnung auf Wintersaison
Trotz des Abschlusses kann sich Bernhard Raaflaub im Moment nicht ausruhen. «Ich konnte das Haus meines Grossvaters umbauen. Ich hoffe, dass ich diese Woche fertig werde und umziehen kann.» Danach gönnt sich der gelernte Zimmermann eine kleine Auszeit, bevor er sich für zwei Monate auf dem Bau verpflichten wird. «Dank dem grossen Netzwerk und der guten Zusammenarbeit mit den hiesigen Bergführern bin ich für den kommenden Winter bereits gut gebucht.»

Bernhard Raaflaub freut sich auf die Skitouren, denn Skifahren ist seine Leidenschaft. Im Januar fliegt er für einen Auftrag nach Japan, wo er zehn Tage verbringen wird. Wie sich der Sommer entwickle, sei noch unsicher. Für junge Bergführer sind in den Sommermonaten die Bergsteigerschulen interessant. Raaflaub ist aber unsicher, ob er sich dort verpflichten möchte. Alternativ könnte er den eigenen Kundenstamm mit genügend Zeit selbst aufbauen. «Alles braucht ein bisschen Zeit.» Dann werde es sich zeigen, wohin die Reise gehe.

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