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40 Jahre Berglauf Feutersoey–Arnensee

Di, 15. Okt. 2019
Patrick Feuz überquerte die Ziellinie als erster Läufer nach weniger als 50 Minuten.

Die Tochter des Hauptinitianten Fritz Knöri erinnert sie sich an verschiedene Episoden in der Geschichte des Berglaufs Feutersoey–Arnensee. Sie walkte an der 40. Ausgabe am letzten Sonntag auf den ersten Platz.

SARA TRAILOVIC

Isabelle Knöri, Sie rannten 1980 am allerersten Arnenseelauf mit. Welche Erinnerungen sind damit verbunden?
Ich war damals 17 Jahre alt und machte auch meinem Papa zuliebe mit, der den Lauf mit Gleichgesinnten ins Leben gerufen hatte, um dem Kindergarten in Gsteig Reisli oder Spezialanschaffungen zu ermöglichen. Die Strecke war kürzer als in den folgenden Jahren, sie führte nämlich der Teerstrasse entlang direkt zum See. Und natürlich hatte niemand Funktionskleider oder spezielle Laufschuhe an. Manche rannten sogar in Wollsocken und Bergschuhen – kaum zu glauben.

Nahmen gleich zu Beginn überhaupt genügend Leute teil?
Ich erinnere mich, dass die Teilnehmerlisten in den ersten Jahren sehr lang waren. Viele haben den Wettkampf als Training für die Langlaufrennen gesehen. Später wurde der Arnenseelauf Teil des Lauf-Cups und bot den Teilnehmenden als letztes von sechs Rennen die Möglichkeit, Ranglistenplätze gut zu machen. Leider folgten auch härtere Zeiten.

Was bedeutet das?
Mit den Jahren kamen immer mehr Bergläufe in der Schweiz dazu. Der Laufkalender ist heute sehr dicht und die Sportler und Sportlerinnen haben eine sehr grosse Auswahl an Wettkämpfen. Ausserdem haben die Leute heute unter dem Strich mehr Freizeit als früher und trainieren dabei öfters Laufsportarten.

Woran könnte das liegen?
Der Alltag der Familien war früher körperlich vermutlich anstrengend genug. Vor 40 Jahren gingen nur die ganz wilden Kerle nach dem Feierabend «no ga seckle». Und für Frauen war es sowieso eher unüblich, zu trainieren und an Wettrennen teilzunehmen.

Was bedeutetet der Berglauf-Boom für den Arnenseelauf?
Den meisten Athleten ist die Strecke mittlerweile wohl zu kurz. Wer viel und ehrgeizig trainiert, zielt eher auf Rennen wie den Glacier Run, den Jungfrau-Marathon oder ähnliche Herausforderungen.

Wie oft haben Sie selbst am Arnenseelauf teilgenommen?
In ganz jungen Jahren nicht regelmässig. Aber zwischen 35 und 55 Jahren sprintete ich öfters mit und schaffte es auch ein paarmal aufs Podest.

Heute sind Sie in der Walking-Kategorie angetreten.
Ich war nie eine extrem ambitionerte Läuferin (schmunzelt). Und eine Zeit lang war mir die Laufstrecke schlicht zu anstrengend. Als mich dann vor über zehn Jahren jemand vom OK fragte, ob ich nicht wieder einmal teilnehmen wolle, antwortete ich: «Ich mache mit, sobald es eine Walking-Kategorie gibt.» Mir liegt der Breitensport und der Plausch eben am Herzen, genau wie meinem Papa.

Ein Berglauf für jedermann. War das die Grundidee Ihres Vaters, als er den Arnenseelauf vor langer Zeit initiierte?
Ja, sicher auch. Aber in erster Linie suchte er nach einer Möglichkeit, um den damals noch privat geführten und nichtobligatorischen Kindergarten in Gsteig finanziell zu unterstützen.

Wieso gerade mit einem Berglauf?
Feutersoey und Gsteig hatten mit dem legendären Feutersoeyer Langlauf schon eine Wettkampftradition im Winter. Da machte es für meinen Vater einfach Sinn, einen Sportanlass im Sommer zu organisieren. Sie müssen wissen, mein Papa war ein umtriebiger Mensch und liebte das «Networken», wie man heute sagen würde (lacht). Wo es etwas zu organisieren oder helfen gab, war er dabei.

Geht der Erlös immer noch an den Kindergarten?
Der Erlös kommt seit jeher dem Kindergarten und der Schule Gsteig-Feutersoey zugute. Beide brauchen das Geld für spezielle Anschaffungen, Projekte oder Ausflüge. Zu Beginn war das Lehrerkollegium deshalb angehalten, bei der Organisation des Anlasses tatkräftig mitzuhelfen. Heute wird das OK jedoch schulunabhängig gebildet.

Sie waren damals auch im Lehrerkollegium. Erinnern Sie sich an Krisen?
Ja, Ende der Achzigerjahre hatten wir zum ersten Mal die Möglichkeit, einen Computer im Rennbüro einzusetzen. Die Technik war damals aber noch in keiner Weise ausgefeilt. Wir schwitzten Blut bei der Auswertung der Laufzeiten, denn ob wir den Läufern die passenden Laufzeiten zuordnen konnten, war eine einzige Lotterie.

Der Arnenseelauf hat die Digitalisierung überlebt und hält sich wacker neben den unzähligen Bergläufen.
Zum Glück! In den vergangenen Jahren hat erfreulicherweise immer wieder eine Crew von jungen Leuten am Karren gerissen. Was sich im Vergleich zu früher am meisten verändert hat, ist, dass mehr Kinder teilnehmen. Sie können hier bei gemütlicher und familiärer Stimmung erste Lauferfahrungen sammeln. Aber es gibt auch viele Erwachsene, die dem Lauf seit Jahren die Treue halten. Es macht mich auch ein bisschen stolz zu sehen, dass die Idee meines Vaters den Leuten schon seit 40 Jahren immer wieder schöne Erlebnisse bringt. Er ist kurz vor dem Arnenseelauf vor zwei Jahren gestorben. Damals habe ich zusammen mit meinem jüngeren Sohn Yves die Walking-Strecke zurückgelegt, ganz genüsslich im Gedenken an meinen Papa.

Weitere Fotos unter https://tinyurl.com/y24d79nb

Auszug aus der Rangliste:
Juniorinnen 11 km:
1. Stalder Anja, 1:07:26.7; 2. Zeller Jael, 1:18:29.2; 3. Marti Lara, 1:20:33.7.
Junioren 11 km: 1. Baggenstos Gian, 58:36.9; 2. Stalder Marco, 1:03:02.8; 3. Burri Björn, 1:05:06.4. Damen 1, 11 km: 1. Mösching Nathalie, 58:56.9; 2. Reichenbach Yvonne, 1:14:04.3; 3. De Labouchere Colombe, 1:35:10.7. Damen 2, 11 km: 1. Graf Stephanie, 1:06:09.2; 2. Mathis Franziska, 1:13:24.3; 3. Aebischer Barbara, 1:19:28.8. Herren Hauptklasse 11 km: 1. Feuz Patrick, 49:53.1; 2. Marchon Thierry, 54:04.0; 3. Eschler Daniel, 56:16.0. Senioren 1, 11 km: 1. Zeller Stephan, 1:04:09.6; 2. Däpp Christoph, 1:05:34.8; 3. Hauswirth Mike, 1:06:59.9. Senioren 2, 11 km: 1. Arn Christoph, 57:33.9; 2. Marmet Philippe, 1:03:42.7; 3. Feller Sigi, 1:04:10.8. Walking Damen 7 km: 1. Knöri Isabelle, 1:00:27.2; 2. Yersin Iabelle, 1:03:22.3; 3. Rinaldi Tamara, 1:05:04.0. Walking Herren 7 km: 1. Favre Cédric, 54:50.6; 2. Mathis Marc, 56:09.7; 3. Wenger Bernhard, 59:34.7. Mädchen 5, 1,5 km: 1. Berchten Lara, 6:27.8. Mädchen 4, 1,5 km: 1. Reuteler Sinja, 6:26.9; 2. Rentschler Luana, 6:27.4; 3. Perreten Melanie, 6:57.8.
Knaben 4, 1,5 km: Reichenbach Luca, 7:51.6.
Mädchen 3, 1 km: 1. Steffen Leonie, 4:10.7; 2. Marti Lynn, 5:00.5; 3. Kohli Alina, 5:23.9. Knaben 3, 1 km: 1. Reichenbach Yanis, 4:01.9. Mädchen 2, 1 km: 1. Reichenbach Danja, 4:27.5; 2. Perreten Simea, 5:22.7; 3. Beetschen Anais, 5:43.5. Knaben 2, 1 km: 1. Baggenstos Mathieu, 4:46.1; 2. Iseli Luis, 4:56; 3. Reichenbach Jaris, 6:50.2. Mädchen 1, 0,5 km: 1. Haldi Jil, 2:51.6; 2. Bach Zoe, 3:02.3; 3. Steiner Jana Sophie, 3:13.1. Knaben 1, 0,5 km: 1. Steffen Luca, 2:32; 2. Steffen Cyrill, 2:45.5; 3. Kohli Mathéo, 2:47.2.


JUBILÄUMSAUSGABE

Am Sonntag rannten 43 Läufer/innen und 20 Walker/innen die 11 Kilometer lange Jubiläumsstrecke vom Schulhaus Feutersoey über den Seeberg zum Arnensee. Dabei überwanden sie eine Höhendifferenz von 682 Metern. Danach absolvierten 50 junge Sportler/innen die 0,5 bis 1,5 Kilometer lange Rennstrecke im Dorf. Die zahlreichen Zuschauer/innen konnten den Wettkampf vor malerischer Herbstkulisse geniessen. Nach den Läufen trafen sich alle auf dem Schulhausplatz in Feutersoey zu einem gemeinsamen Mittagessen und der Rangverkündigung.


ZUR PERSON

Isabelle Knöri ist 1962 in Feutersoey geboren und aufgewachsen. Ihr Vater Fritz Knöri, damaliger Posthalter von Feutersoey, hatte 1979 die Idee, den Kindergärtelern in Feutersoey und Gsteig mit dem Erlös eines Berglaufes die Schulausflüge zu finanzieren. Gesagt, getan: Am 7. September 1980 fand der erste Berglauf Feutersoey–Arnensee statt. Seine 17-jährige Tochter Isabelle nahm damals teil. Sie erlebte danach noch viele weitere Ausgaben mit, sei es als Läuferin oder im Organisationskomitee. Nach Tätigkeiten im Ausland und anderen Regionen der Schweiz arbeitet Isabelle Knöri heute als Primarlehrerin in Gstaad.

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