Nathalie von Siebenthal: Aus der Pause wird der Rücktritt

Fr, 25. Okt. 2019
Für den Entschluss, die Karriere als Spitzensportlerin im Skilanglauf zu beenden, nahm sich Nathalie von Siebenthal genug Zeit, um sicher zu sein, dass er richtig ist. FOTO: ARCHIV AVS

Die Langläuferin Nathalie von Siebenthal aus Lauenen hatte nach Abschluss der letzten Saison eine Pause vom Spitzensport angekündigt. Am Dienstag gab die U23-Weltmeisterin von 2015 nun das endgültige Ende ihrer Sportlerinnenkarriere bekannt.

JENNY STERCHI
Die Nachricht, dass Nathalie von Siebenthal dem Spitzensport definitiv den Rücken kehrt, verbreitete sich Anfang der Woche wie ein Lauffeuer, überraschte jedoch nicht.

Bereits am Ende der letzten Saison bekundete die Lauenerin Mühe mit der Motivation. Sie habe sich körperlich und mental ausgelaugt gefühlt, erklärte sie gegenüber den Medien. Dieser Zustand habe sie zu dem Entschluss geführt, eine Trainings- und Wettkampfpause einzulegen. In diesem Herbst habe sie dann doch wieder die Lust auf das Training verspürt. «Allerdings wehrten sich schon nach wenigen Tagen Kopf und Körper dagegen. Nun bin ich sicher, dass der Entscheid zum Rücktritt vom Spitzensport richtig ist», sagte die 26-Jährige gegenüber Swiss-Ski.

Fünf Jahre im Weltcup
Nathalie von Siebenthal gilt als beste Schweizer Distanzläuferin der letzten Jahre. Sie kämpfte in den vergangenen fünf Wintersaisons um Weltcuppunkte, trainierte im Sommer zwar etwas anders als ihre Teamkolleginnen, aber nicht weniger hart. Das bestätigte auch Hippolyt Kempf, Chef Langlauf von Swiss-Ski, der ihren Entscheid sehr bedauert: «Ihre Härte im Training hat mich beeindruckt».

Bereits an ihrem dritten Weltcuprennen 2014 in Davos lief sie in die Punkteränge. Es folgten mehr als 20 TopTen-Platzierungen in den Weltcuprennen in den Jahren darauf.

Der überraschende 6. Rang an den Weltmeisterschaften 2015 in Falun über 10 km sei einer der schönsten Momente gewesen. «Das war ein riesiges Erlebnis.» Gut vierzehn Tage vorher hatte sie sich im Skiathlon den Titel an den U23-Weltmeisterschaften im kasachischen Almaty geholt.

Schöne Erinnerungen und Freude auf Zukunft
«Ich nehme aus den fünf Jahren im Weltcup viele schöne Erinnerungen mit, welche mich mein Leben lang begleiten werden», zieht Nathalie von Siebenthal Bilanz. Dazu zählten auch schwierige Momente, die sie mit ihren Teamkolleginnen durchlebt habe. Dafür und für die Freundschaft zu jenen Athletinnen sei sie sehr dankbar. Ihren Dank sprach sie auch allen Betreuern von Swiss-Ski sowie den grossen und kleinen Sponsoren aus. «Der grösste Dank aber gilt meiner Familie, denn ohne sie wäre ich nie in den Weltcup gekommen», liess von Siebenthal wissen. Die Liebe zu ihrer Familie und zu ihrem Daheim war das, was die erfolgreiche Athletin während ihrer Karriere auszeichnete. Daher erstaunt es wenig, wenn sie nun sagt: «Nun freue ich mich auf freie Wochenenden und an Neujahr zu Hause zu sein.» Als Coach sehe sie sich nicht. Dennoch versicherte sie, auch weiterhin zum Langlaufen zu gehen: «So lange und so langsam ich will».


NATHALIE VON SIEBENTHAL – IHRE GRÖSSTEN ERFOLGE

– U23-Weltmeisterin 2015 in Almaty (Kasachstan) im Skiathlon
– über 20 Top-10-Klassierungen im Weltcup seit 2014
– zwei Olympia-Diplome an den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea
– Rang 6 WM 2015 in Falun (Schweden)
– Rang 4 WM 2017 in Lahti (Finnland)
– Rang 7 WM 2019 in Seefeld (Österreich)
– drei Schweizermeistertitel (2014 in Leysin, 2015 in Kandersteg und 2016 in Zweisimmen)

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