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Altjahrskonzerte – traditionell und erfolgsgekrönt

Di, 31. Dez. 2019
Sopranistin Beatrice Villiger. FOTOS: PHILIPPE CHEVALIER

Alle Jahre wieder erfreuen die Saaner Altjahrskonzerte ein vielschichtiges Publikum, das von nah und fern anreist. Am Donnerstag und Freitag füllten auch heuer zahlreiche Musikbegeisterte die Mauritiuskirche in Saanen.

LOTTE BRENNER
Die Märchenerzählung «Peter und der Wolf» von Sergej Prokofjew bereicherte das Programm auf eine spezielle Art und belohnte damit die kinderfreundliche Einstellung der Organisatoren, die den Kindern stets einen Gratiseintritt gewähren. Aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskis lyrischer Oper «Eugen Onegin» begeisterte das Orchestra degli Amici – unter der grosszügigen, konsequenten und äusserst feinfühligen Führung von Michael S. Bach – mit den beiden Konzertstücken Polonaise und Walzer, die gefällig und beschwingt ins neue Jahr einstimmten. Zusammen mit der einheimischen Sopranistin Beatrice Villiger führten sie die sogenannte Briefszene aus der Oper «Eugen Onegin» auf, die – von leidenschaftlicher Verzehrung und ungestillter Liebesglut geprägt – von der Sängerin dramatisch und aus goldener Kehle wiedergegeben wurde. Und stilgerecht endete das Konzert mit Musik der beiden russischen Komponisten mit einer Zugabe aus Tschaikowskis Ballettsuite «Der Nussknacker».

Tolles einheimisches Erbe
Der Kabarettist und Prix-Walo-Gewinner Fabian Unteregger, der sich im Fernsehen als Imitator von Personen aus Politik und Wirtschaft, unter anderem Christoph Mörgeli, einen Namen machte, schlüpfte in der Erzählung von «Peter und der Wolf» illustrativ in die Rollen von Peter, dem Grossvater und den Waldtieren, und natürlich mimte er auch furchterregend den bösen Wolf. Unterstützt von einzelnen Instrumentalisten im Orchester, gewann er die volle Aufmerksamkeit der kleinen und grossen Kinder, die mitfieberten und sich vom humorvollen Charme der grossartigen Märchenerzählung mitreissen und von der wundersam schönen Musik tragen liessen. All die Kinder, die sich durch die tolle Inszenierung verzaubern liessen, folgten auch dem übrigen Konzert mit grosser Aufmerksamkeit – heute sind es die Kleinsten im Publikum, morgen Schüler der Musikschule und übermorgen sitzen sie wohl gar im Orchester, dem besten Zeugen erfolreichen einheimischen Schaffens. Das Orchestra degli Amici, das sich aus einheimischen Berufs- und Laienmusikern und ihren Freunden zusammensetzt, ist heute erfolreich und musikalisch auf sehr hohem Niveau. Ihr Leiter, Michael S. Bach, der 2008 sein Dirigentenstudium erfolgreich abgeschlossen hat und seither im In- und Ausland von Erfolg zu Erfolg eilt, versteht es, sein Orchester und das Publikum mit wenigen Gesten elegant und überzeugend für die Musik zu gewinnen. Im gleichen Jahr 2008 gelang auch der Sopranistin Beatrice Villiger im Schweizer Opernfestival Avenches mit Verdis «Traviata» der Durchbruch. Seither hat sie sich als Charakterdarstellerin und ausgezeichnete Sängerin international einen Namen geschaffen. Aber auch kammermusikalisch und als künstlerische Leiterin von «Le bois qui chante» tritt sie immer wieder gerne in ihrer alten Heimat Gstaad und Umgebung auf.

Einmal mehr gelang ein unvergessliches Konzert, das bis hin zum mit szenarischen Schattenbildern liebevoll ausgeschmückten Programm sorgfältig ausgearbeitet war.

Wer Beatrice Villigers Stimme nochmals geniessen möchte, kann dies heute Abend um 19.30 Uhr in der St.-Josef-Kirche in Gstaad tun, wo sie (diesmal als Altistin) in Pergolesis «Stabat mater» singt.

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