Ein Film voller Naturwunder

Di, 14. Jan. 2020
Felix Thürler (links) in der Rolle des Grossvaters, Produzent Ronny Mast (Mitte) und Fabrizio Mast als Gabriel erhielten viel Applaus für den Film «Leben mit der Natur». FOTO: JENNY STERCHI

Ein sehr grosses Publikum kam am Samstagabend in den Genuss eines Naturfilms, dessen Aufnahmen in die Wildnis des Jauntals führten und damit für staunende Gesichter sorgten. «Leben mit der Natur» überrascht mit unglaublichen Bildern.

JENNY STERCHI
Ein junger Adler bei seinen ersten Flugversuchen, ein Jagdversuch eines jungen Luchses und ein majestätisch dreinblickender Steinbock begegnetem dem Zuschauer des Films «Leben mit der Natur» vom Naturfilmer Ronny Mast. Sogar der nächtliche Spaziergang eines Wildschweins wurde dokumentiert. Und das waren nur einige der Tiere, die Mast mit seiner Kamera eingefangen hatte.

Hauptsache Wildnis
Die Spannung im voll besetzten Gemeindesaal in Zweisimmen herrschte von der ersten bis zur letzten Minute. Zwei Jahre hat Ronny Mast an seinem sechsten Film gearbeitet. Für die Aufnahmen der Wildtiere, die, wie Mast betonte, alle in freier Wildbahn gemacht wurden, brauchte er 18 Monate.

Zum ersten Mal setzte er für einige Aufnahmen eine Drohne ein. Die Bilder aus dieser Perspektive ergänzen das übrige Material hervorragend. Zu den Naturaufnahmen und eindrucksvollen Landschaftsbildern rund um das charakteristische Felsmassiv der Gastlosen kommt eine unkomplizierte Rahmenhandlung mit Stummfilmcharakter und ein Sprecher, dem die Ohren des Zuhörers zweifelsohne folgen können. Dem Naturfilmer Ronny Mast ist damit ein abendfüllender und bezaubernder Streifen gelungen.

Tieraufnahmen von Rahmenhandlung umschlossen
Beide Protagonisten und der Schöpfer des Filmes waren am Samstagabend in Zweisimmen anwesend. Neben Masts Sohn Fabrizio, der im Film den verwaisten Gabriel spielt, ist auch Felix Thürler im Film zu sehen.

Thürler, Ureinwohner Jauns und mit seinem Auftritt in der Reihe «SRF bi de Lüt» des Schweizer Fernsehens SRF schweizweit medial in Erscheinung getreten, spielt im Film die Rolle des Grossvaters. Im Anschluss an die Vorführung war er persönlich anwesend und erklärte dem Publikum, dass es eine Ehre gewesen sei, in die Rolle des alten Bergbauern zu schlüpfen. Besonders eindrücklich habe er die Filmaufnahmen bei minus 21 Grad Celsius erlebt. Ebenso erinnerte er sich an Sequenzen, in denen er sich auf schmalen Gipfelpfaden und steilen Abhängen bewegte. Ausserdem skizzierte er im Anschluss an die Vorführung seine immer wiederkehrenden Hilfseinsätze in Nepal, denen die Kollekte des Abends zugedacht war. Mit dem Bau von Schulgebäuden und anderen festen Behausungen sorge er mit grosser Unterstützung der Einheimischen für bessere Rahmenbedingungen, in denen die Kinder in ihre Ausbildung starten.

Durch den Film führt der Sprecher Herbert Ming, der bis vor einigen Jahren im Regionaljournal des Schweizer Radios SRF zu hören war.

Zuerst Geschichte oder zuerst Aufnahmen?
Sein Drehbuch hatte Ronny Mast fertig, bevor er das erste Tier mit der Kamera einfing. «Weil ich gern Szenen im Film haben wollte, die Mensch und Tier zusammen zeigen, mussten wir uns mit den Dreharbeiten ganz nach dem Rhythmus der Tiere richten.» Den ersten Ausflug des Jungadlers beobachtete Mast allein, ohne sein Filmteam. Er wollte jedoch dieses Erlebnis um jeden Preis in seinem Film haben. Und so aktivierte er kurzerhand sein gesamtes Filmteam und brachte den jungen Greifvogel und seinen Sohn Fabrizio gleichzeitig ins Bild. Als weiteres eindrückliches Beispiel berichtete Mast, dass in zwei Wochen Herbstferien 50 Aufnahmeminuten entstanden waren, von denen er schliesslich nur 20 Sekunden im Film verwendete.


WER IST RONNY MAST?

Der mittlerweile sehr erfolgreiche Naturfilmer wuchs in Jaun auf. Dort entdeckte er im Alter von zehn Jahren seine Liebe zur Natur und zu den Wildtieren. Mit seiner ersten Kamera, die er von seinen Eltern erhielt, produzierte er in mühevoller Handarbeit drei Filme, die er nur Freunden und Bekannten präsentierte. Sein erster professioneller Film «Bergwild von Jaun», den er 2007 dank digitaler Aufnahmetechnik produzieren und im DVD-Format herausbringen konnte, fand schon weitläufigere Beachtung. In den beiden folgenden Filmen «Bergwelt vom Jauntal» (2010) und «Bergwald vom Jauntal» (2012) stellte Ronny Mast immer wieder die Natur mit Flora und Fauna sowie den Umgang damit ins Zentrum seiner Aufnahmen.

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