Erneuerte Paar- und Familienberatung

Di, 14. Jan. 2020

Neuer Berater, neue Räumlichkeiten: Seit 1. Januar 2020 betreut Christian Weber die Partner- und Familienberatung des Kirchlichen Bezirkes Obersimmental-Saanen im Personalhaus des Spitals Zweisimmen.

SONJA WOLF
Seit 30 Jahren gibt es sie nun schon, die Ehe-, Paar- und Familienberatung (EPF) des Kirchlichen Bezirks Obersimmental-Saanen, seit Anfang des Jahres neu mit Christian Weber als Therapeut und Berater. Der gebürtige Burgdorfer und Vater dreier Kinder wird jeweils montags in Zweisimmen wertvolle Ratschläge geben.

Pfarrer und psychologischer Berater
«Ich habe meine Stelle als Pfarrer in Brienz von 100 auf 70 Prozent reduziert, um diese spannende Herausforderung annehmen zu können», verrät er auf Anfrage und ergänzt: «Schon während dem Vikariat erwachte in mir ein besonderes Interesse an der Seelsorge und ich besuchte fortgehend einschlägige Weiterbildungen und Kurse. Berufsbegleitend absolvierte ich eine psychologische Langzeitausbildung in systemischer Therapie und Beratung.» Zusätzlich zu seinem Theologiestudium und seiner psychologischen Beraterausbildung hat er bereits einen Rucksack an wertvollen Erfahrungen geschnürt: Er arbeitete als Gefangenenseelsorger des Jugendheims Prêles, wo er schwer erziehbare Jugendliche betreute, oder auch nebenamtlich während mehreren Jahren beim Careteam des Kantons Bern und als Armeeseelsorger.

Eine besondere Beziehung hat er auch zur Region Saanenland-Obersimmental: Seine erste Pfarrstelle trat er 2006 in Oberwil an, wo er fünf Jahre lang wirkte. Parallel zu seiner Pfarrtätigkeit arbeitete er u.a. zwölf Jahre lang als Seelsorger im Spital Zweisimmen oder machte auch im Alterswohnheim Maison Claudine Pereira Vertretungen für Pfarrer Fritz Ehrensperger.

30 Jahre Eheberatung im kirchlichen Bezirk
Webers Vorgänger Beat Siegfried beendete seine Tätigkeit als Eheberater im Bezirk Obersimmental-Saanen, da er die Leitung der Abteilung Soziales der Stadt Thun übernommen hat. Gerne hätte er diese neue Aufgabe in einem Teilpensum übernommen und die Eheberatung in der Region weitergeführt, was aber aufgrund der Komplexität der neuen Stelle nicht möglich war.

In seinem letzten Jahresbericht schreibt er: «Von den Themen, die in der Beratung behandelt werden, hat sich in 30 Jahren nichts Wesentliches verändert: Die Kommunikation – insbesondere wenn Meinungsverschiedenheiten bestehen und Konflikte ausgetragen werden müssen – ist ein zentrales Thema.» Die Qualität der Beratungsarbeit zeige sich, wenn man ein offenes Herz hat, die Menschen mag, die in die Beratung kommen, und wenn die Menschen Vertrauen in die Beratenden haben. «Die Schicksale rühren ans Herz und besonders wenn Gewalt und Drohungen ein Thema sind, ist die Arbeit nach Feierabend nicht einfach fertig», resümiert Beat Siegfried.

Neuer Standort
Die ersten Ratsuchenden in den 90er-Jahren empfing Beat Siegfried noch im Spital Zweisimmen. Später fanden die Beratungen im Altersheim Bergsonne in Zweisimmen statt. Mit dem Weggang von Beat Siegfried wurde auch eine neue Örtlichkeit gewählt: Christian Weber empfängt Familien, Paare und Einzelpersonen seit dem 1. Januar dieses Jahres im Personalhaus des Spitals.

Brigitte Zahnd, die ehemalige Co-Präsidentin des Kirchlichen Bezirkes Obersimmental-Saanen, der für die Ehe-, Paar- und Familienberatung verantwortlich ist und diese grösstenteils finanziert, gab im Gespräch mit dem «Anzeiger von Saanen» Aufschluss über den Ortswechsel: «Die Leute kommen nicht gerne in eine öffentliche Institution mit Wartezimmer im Korridor, wo Besucher des Altersheims ein- und ausgehen.» Viele Klienten hätten daher lieber den weiteren Weg nach Thun auf sich genommen, um den Berater in seinen dortigen Räumen zu treffen. Die jetzigen Räumlichkeiten im Personalhaus des Spitals dagegen seien viel diskreter, es gebe ein abgetrenntes Wartezimmer und keinen Besucherverkehr, die Privatsphäre der Ratsuchenden bleibe also gewährt.

Rege Nachfrage
Die Paar- und Famienberatung wird im Kirchlichen Berzirk Obersimmental-Saanen gerne genutzt. Die Trägerorganisation Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn baute daher in ihrem hiesigen Bezirk 1993 die anfänglichen Einzelmandate in eine Festanstellung von 25 Prozent aus. Je nach Nachfrage wurde diese Stellenkapazität im Lauf der Jahre auf 30 oder sogar 35 Prozent erhöht. Laut Statistiken besuchen die Beratungsstelle zu über 50 Prozent Paare, knapp ein Drittel machen einzelne Frauen aus, es nehmen aber auch einzelne Männer oder ganze Familien das therapeutische Hilfsangebot des Kirchlichen Bezirks Obersimmental-Saanen wahr. Die Beratung wird kostenlos geführt und ist unabhängig von religiöser Anschauung, Herkunft, Zivilstand und gewählter Lebensform. (Siehe Inserat)

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