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Vorsichtsmassnahmen wegen Norovirus

Fr, 10. Jan. 2020
Das Novovirus tritt in Heimen und grossen Lebensgemeinschaften oft auf. FOTOS: BLANCA BURRI

Das Norovirus geht in Heimen und Spitälern um. Als Vorsichtsmassnahme hat das Alters- und Pflegeheim Maison Claudine Pereira das öffentliche Restaurant vorübergehend geschlossen.

BLANCA BURRI
Das Maison Claudine Perreira (MCP) ist vom Norovirus betroffen. Im Moment sind sechs Bewohnende erkrankt, total aber war rund die Hälfte, also rund 25 Personen, betroffen, sagt André Streit, Geschäftsleiter Alterswohnen STS AG, auf Anfrage. Ebenso haben sich Mitarbeitende mit dem Virus angesteckt. «Es ist eine Herausforderung, den Mehraufwand mit weniger Mitarbeitenden zu bewältigen», sagt André Streit. Vor allem aber leidet er mit den betroffenen Klienten mit. Die Krankheit mit schwallartigem Erbrechen und starkem Durchfall sei äusserst unangenehm und vor allem für ältere und schwächere Menschen unglaublich anstrengend.

Hochansteckend
Weil das Norovirus höchst ansteckend ist, wurden einige Vorsichtsmassnahmen getroffen: «Unser Restaurant bleibt wegen Noroviruserkrankung bis auf Weiteres geschlossen», steht auf der Glastür des Restaurants Eggliblick im MCP. Als weitere Vorsichtsmassnahmen wurden alle Weiterbildungen und das Aktivierungsprogramm bis Ende nächste Woche gestrichen. Erkranktes Personal darf erst 48 Stunden nach Abklingen der Symptome wieder an die Arbeit und Angehörigen wird empfohlen, auf Besuche im Heim zu verzichten.

Nichts Aussergewöhnliches
«Das Norovirus geht fast jeden Winter um», erklärt Martina Gläsel, Leiterin des Spitals Zweisimmen. Das Spital verzeichnet im Moment vier Fälle. Die Patienten werden bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome isoliert. Auch Dr. med. Beat Michel bestätigt, dass Noroviren im Winter vor allem dort, wo viele Menschen zusammenleben, immer wieder vorkommen. Viele Fälle würden aber gar nicht als Noroviren erkannt, weil nicht jeder, der an Durchfall und Erbrechen leide, zum Arzt gehe, und nicht immer mache es Sinn, abzuklären, ob es ein Norovirus sei. Es gebe im Moment zwar Patienten mit Norovirus-Symptomen, von einer Erkrankungswelle könne man aber nicht sprechen.

Nicht alle Heime sind betroffen
«Das Alters- und Pflegeheim Pfyffenegg war bisher glücklicherweie noch nie vom Norovirus betroffen», sagt Heimleiter Edwin von Siebenthal. Ebenfalls ist das Chinderhuus bisher virenfrei. Als Vorsichtsmassnahme wurde die Satelliten-KITA von Saanen ins Mutterhaus nach Gstaad verlegt, wie Institutionsleiter Patric Bill auf Anfrage sagte. Das Alters- und Pflegeheim Sunnebüehl in Lauenen hat die Welle bereits überstanden, hält André Streit fest.


WAS IST DAS NOROVIRUS?

Noroviren sind Durchfallerreger. Die Übertragung erfolgt über den Mund oder die Nase. Erkrankte leiden an schwallartigem Erbrechen und starkem Durchfall. Noroviren sind weltweit verbreitet. Es gibt keine Medikamente beziehungsweise Impfungen zur Vorbeugung.

Noroviren sind für die Mehrzahl der nicht bakteriell bedingten Durchfälle verantwortlich. Da sie sehr infektiös sind, kommt es überall dort zu gehäuftem Krankheitsauftreten, wo Menschen auf engem Raum zusammenleben. Die Übertragung erfolgt über den Mund, durch Kontakt mit der Haut (zum Beispiel verunreinigte Hände) beziehungsweise mit Objekten wie kontaminierte Türfallen, durch Inhalation der in der Luft schwebenden feinen Tröpfchen (beispielsweise nach Erbrechen) oder durch Konsum von verunreinigten Lebensmitteln und Wasser. Noroviren sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen und können auf verunreinigten Flächen mehr als zwölf Tage lang ansteckend bleiben. Die Krankheit bricht in der Regel 12 bis 48 Stunden nach der Ansteckung aus; meist abrupt und häufig begleitet von Bauch-, Muskel- und Kopfschmerzen. Vereinzelt kommt noch Fieber dazu. Nach zwei bis drei Tagen ist die Krankheit überwunden.

Als Behandlung ist vor allem auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Wichtig ist eine gute Händehygiene, nämlich gründliches Waschen mit Seife, insbesondere nach jedem Toilettengang. Ausserdem sollten Gegenstände und Oberflächen, die mit Stuhl oder Erbrochenem in Kontakt gekommen sind, gereinigt und anschliessend desinfiziert werden.

Erkrankte Personen sollten keine Mahlzeiten zubereiten. Sind sie in gefährdeten Institutionen tätig (Altersheimen, Spitälern, Gastronomie, Schulen), sollten erkrankte Personen auch nach Abklingen der Symptome mindestens zwei bis drei Tage der Arbeit fernbleiben und weiterhin auf gute Hygiene achten.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit

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