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Die Schweiz kocht an der Weltspitze mit

Fr, 21. Feb. 2020
Grosser Jubel am Mittwoch nach der Rangverkündung. Die beiden Schweizer Nationalmannschaften haben in der Gesamtwertung die Plätze 3 und 7 belegt. FOTOS: ZVG

Hochzufrieden kehrt Teammanager Tobia Ciarulli mit seinen Teams von der Kocholympiade in Stuttgart zurück. Dreimal Gold und einmal Silber sind die gastronomisch beeindruckenden Ergebnisse.

SONJA WOLF
Schweizer Shrimps und Lebkuchentoast, marinierter Lachs und gepickelter Rettich auf Meerrettich-Pannacotta, modern interpretiertes Kaninchenschnitzel, Simmental-Kalb oder auch Sour-Cream-Mousse mit Orangenkern: Vier Tage lang kochten die Schweizer Nationalmannschaft und die Junioren-Nationalmannschaft unter der Leitung des Schönrieders Tobia Ciarulli mit höchster Konzentration und Präzision. 18 bis 19 Stunden am Tag, immer beobachtet vom Publikum durch riesige Glaswände rund um die Schauküche, streng bewertet von der Jury im Wettstreit mit den Nationalteams aus 59 Ländern.

Tuchfühlung zur Weltspitze
Der Einsatz hat sich gelohnt: Die Junioren-Nationalmannschaft erreichte in ihren beiden Programmen «Hot Kitchen» und «IKA Buffet» jeweils die Goldmedaille. Die Nationalmannschaft erreichte in der Kategorie «Hot Kitchen» die Goldmedaille und holte für ihr Programm «Chef’s Table» Silber.

Die Medaille gibt es jeweils für eine bestimmte Anzahl von Punkten, die erkocht wurde, beispielsweise bekommt ein Team die Goldmedaille für eine Bewertung zwischen 91 und 100 Punkten. Im Gesamtpunkte-Klassement steht damit die Junioren-Nationalmannschaft auf Platz drei nach Schweden und Norwegen. Auch die Nationalmannschaft musste sich unter anderem durch die Hauptrivalen Norwegen und Schweden geschlagen geben, landeten aber gesamthaft auf dem siebten Platz. «Also kochen wir in beiden Teams unter den zehn besten Teams der Welt», freut sich Teammanager Ciarulli im Gespräch mit dem «Anzeiger von Saanen» direkt nach seiner Rückkehr ins Saanenland.

Teams in Topform
Die Nationalmannschaft hat bereits eine 30-jährige Tradition, aber in jeweils unterschiedlicher Zusammensetzung. Die teilnehmenden Köchinnen und Köche bleiben laut Ciarulli gewöhnlich etwa jeweils vier Jahre beim Nationalteam. Denn sie kochen meist in ihren regulären Betrieben und investieren viel Freizeit in die Nationalteamvorbereitungen. «Die zeitliche Belastung in der Vorbereitungsphase und auch die mentale Belastung während den Meisterschaften ist schon enorm hoch. Wir haben sogar wie im Spitzensport Mentaltrainer, die uns begleiten», so Ciarulli. «Wenn aber nur zwei Personen in einem acht- bis zehnköpfigen Team wechseln, muss man fast wieder von vorne beginnen, bis alle wieder aufeinander eingespielt sind.»

Schweizer Fanpublikum
Das Zusammenspiel scheint in Stuttgart an der Olympiade jedenfalls perfekt geklappt zu haben, obwohl gerade das Juniorenteam grösstenteils neu formiert war. Das extra angereiste Schweizer Publikum, darunter auch zahlreiche Angehörige der Delegationsmitglieder, hat es den erfolgreichen Köchen bei der Preisverleihung mit begeistertem Fahnen- und Glockenschwingen gedankt.

Wir dürfen also wieder gespannt sein auf das Abschneiden der Nationalteams an der kommenden Weltmeisterschaft in Luxemburg 2022 oder an der nächsten Stuttgarter internationalen Kocholympiade 2024.

Unterstützung aus dem Saanenland
Besonders wichtig und wertvoll ist dem Schönrieder Teammanager die stete Unterstützung aus dem Saanenland. Ob es um die genau passenden Holzplatten zum Anrichten geht, die rechtzeitige Beschaffung der teilweise sehr speziellen Lebensmittel, das Beiseitestellen der besten Fleischstücke für die beiden Mannschaften oder die Organisation der nötigen Fahrzeugkonvois: «Die einheimische Bevölkerung tut einiges, um unsere hohen und manchmal aussergewöhnlichen Ansprüche zu erfüllen», zeigt sich Tobia Ciarulli dankbar.


TOBIA CIARULLI

Der Schönrieder Tobia Ciarulli ist gebürtiger Italiener. Er ist seit 2015 Teammanager der beiden Kochnationalmannschaften. 19 Jahre lang war er als Küchenchef, F&B-Manager und Vizedirektor im Hotel Olden tätig. Er verfügt nicht nur über eine grosse Berufserfahrung als Koch, sondern auch als Juror zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe.

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