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Dramatischer als Postkarten

Di, 25. Feb. 2020
Zum ersten Mal stellt der Gstaader Fotograf Raphaël Faux seine Fotos öffentlich aus. Zu seinen Lieblingsmotiven zählen auch die Yaks. FOTO: KEREM MAURER

Noch bis am 15. März zeigt der Gstaader Fotograf Raphaël Faux 23 Fotos im Rahmen seiner ersten Fotoausstellung mit dem Titel «Saanenland Revealed», auf gut Deutsch: Saanenland enthüllt.

KEREM S. MAURER
Es ist die spezielle Landschaft im Übergang von den Voralpen zu den Alpen, die es dem Gstaader Fotografen Raphaël Faux angetan haben. Er spielt mit dem Kontrast zwischen runden, grasbewachsenen Hügelkuppen und schroffen Felsen, weichem Licht und harten Kanten. Ein Foto mit dem Titel «Cold Summer» zeigte eine Kuh im Schnee. Raphaël Faux erklärt, er habe dieses Foto im September gemacht, also im Spätsommer. Dann nimmt er Bezug auf das aktuelle Wetter und stellt fest, dass es gegenwärtig fast Sommer im Winter sei. Auch das ein Kontrast. Seine Sujets sind Bäume, Landschaften, Tiere – im Speziellen Yaks und Kühe – aber auch das Innenleben alter Bauernhäuser, die mit wenig Gegenständen ganze Geschichten erzählen, «Manchmal braucht es gar nicht viel auf einem Bild, damit man begreift, worum es geht», sagt Faux, der zum ersten Mal seine Fotos öffentlich ausstellt.

Kleine Details in grossen Fotos
Seine Fotos hat er gross aufgezogen, zum Teil sehr gross. Jenes zum Beispiel mit dem Titel «Yak 1», welches er als Bild für das Plakat seiner Ausstellung verwendet, hat eine Breite von über einem Meter achtzig und eine Höhe von hundertundvier Zentimetern. Auch die anderen Fotobilder haben eine Kantenlänge von mindestens siebzig Zentimetern. «Fotos werden heute meist nur noch im Smartphone-Format angeschaut», sagt Raphaël Faux und erklärt, was es mit einem guten Foto macht, wenn man es viel grösser sieht. «Die Dimensionen ändern sich, Details werden wichtig und das Bild gewinnt an Dramatik.» Dramatik im Bild ist das, was Faux sucht – und findet. Unter anderem mit Wolken am Himmel oder speziellen Lichtstimmungen. Ihm geht es darum, mehr zu zeigen, als das, was man auf Postkarten sieht. Er experimentiert auch mit verschiedenen Stilen: Manche Fotos sind schwarz-weiss, andere farbig oder monochrom. Aber: «Ich bearbeite meine Fotos sehr wenig», sagt der Fotograf, der am liebsten mit dem «echten Bild» arbeitet.

Noch viele Themen
In seiner ersten Ausstellung zeigt Raphaël Faux verschiedene Themen und Motive, er ist nach eigenen Angaben «noch auf der Suche». Er zeigt auf ein Foto mit dem Titel «Gstaad Factory». Darauf sieht man einen Heustall mit einem Heugebläse, mit dem das Heu in den oberen Stock befördert wird. «Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Bild der Anfang einer Serie ist», sagt Faux. Eine Serie, die Landschaft mit typischen Tätigkeiten in der Landwirtschaft oder in der Industrie vereine. Apropos Serie: Wenn er weitere Ausstellungen mache, dann werden diese ziemlich sicher themenbezogen sein. Doch welches Thema dies dann sein werde, darauf will er sich noch nicht festlegen. Kunst ist Entwicklung und Entwicklung ist Wandel. Die Ausstellung ist noch bis am 15. März an der Promenade 58 in Gstaad, jeweils von 16 Uhr 30 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung, zu sehen.


ZUR PERSON

Raphaël Faux arbeitet seit 2004 als professioneller Fotograf mit Sitz in Gstaad. Er ist für Privat- und Firmenkunden tätig. Zu seinen Stammkunden zählen unter anderen das Menuhin Festival Gstaad und das Hublot Polo Gstaad. Raphaël Faux hat eine Ausbildung bei der Agentur Magnum Photo in Paris absolviert und erste Arbeitserfahrungen als Assistent in verschiedenen Modestudios in der französischen Hauptstadt gesammelt. Heute wohnt er in Rougemont.

KEREM S. MAURER

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