«Wir sind in einer Extremsituation!»

  24.03.2020 Coronavirus

Gemäss Verordnung des Bundes müssen die Kindertagesstätten (Kita) den Betrieb aufrechterhalten, solange keine anderen geeigneten Betreuungsangebote bestehen. Deutlich herausfordernder ist allerdings der Heimbetrieb.

KEREM S. MAURER
Im Saanenland hat die Kindertagesstätte Chinderhuus Ebnit das Haus in Saanen geschlossen. Nur jenes in Gstaad bleibe geöffnet, gibt Institutionsleiter Patric Bill auf Anfrage bekannt. In der Kindertagesstätte selber würden derzeit nicht mehr viele Kinder betreut, sagt er. Die meisten Kinder würden zu Hause durch die eigenen Eltern betreut. «Dadurch konnten wir den Betrieb in der Kindertagesstätte deutlich herunterfahren», so Bill.

Heimbetrieb ist herausfordernd
Anders sehe es beim Heimbetrieb aus. Die Aufrechterhaltung dieses Betriebes sei zurzeit wesentlich schwieriger, erklärt Patric Bill. Die Notfallplätze für Kinder seien alle besetzt. Hauptsächlich von Kindern, deren Eltern im Gesundheitswesen arbeiteten. Die Schwierigkeit sei, dass der vom Bund geforderte Mindestabstand bei der Betreuung von Kindern kaum eingehalten werden könne. Das Pflegepersonal sei daher sehr darauf bedacht, in seiner Freizeit die Anweisungen des Bundes hinsichtlich Hygiene und Abstandhalten einzuhalten, damit niemand krank werde. Denn das Angebot könne nur aufrechterhalten werden, solange genügend Pflegepersonal verfügbar sei. «Wenn jemand krank wird oder sich sogar mit dem Virus infiziert, fällt die Person für mindestens zehn Tage aus», gibt der Institutionsleiter zu bedenken und fügt an, dass sie im Moment ohnehin nur von Montag bis Montag planen könnten. «Wir befinden uns in einer Extremsituation», sagt Bill und weiss, dass das, was heute noch gilt, morgen vielleicht schon wieder ganz anders ist.


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