Vollsperrung zwischen Gsteig und Col du Pillon

Fr, 22. Mai. 2020
Die Strassenschäden auf dem Weg zum Pillon sind nicht zu übersehen und bergen ein erhebliches Risiko für alle Verkehrsteilnehmer.

Ab kommendem Montag wird die stark beschädigte Kantonsstrasse zwischen Gsteig und Col du Pillon saniert. Aus diesem Grund ist die Durchfahrt für die kommenden fünf Wochen an den Wochentagen für den Durchgangs- und Zubringerverkehr komplett gesperrt.

Laut Mitteilung im «Amtlichen Anzeiger Saanen» von dieser Woche wird die Kantonsstrasse zwischen Gsteig und Col du Pillon ab kommendem Montag komplett gesperrt. An den Wochenenden ist die Durchfahrt einspurig befahrbar und durch eine Lichtsignalanlage geregelt.

Vorbereitung ist alles
Der Strassenzustand auf dem Teilstück zwischen Gsteig und dem Col du Pillon verschlechterte sich zusehends. Reparaturarbeiten in der Vergangenheit führten nur vorübergehend zu einem verbesserten Zustand. Die zunehmenden Strassenschäden liessen die Unzufriedenheit der Anwohner wachsen.

Um die desolate Fahrbahn optimal und möglichst nachhaltig zu sanieren, bedurfte es einer umfassenden Analyse der Schadensursache. Dabei wurde die Beschaffenheit des Untergrundes auf dem betroffenen Abschnitt sondiert, um anschliessend die geeignete Sanierungsmethode zu bestimmen.

Das Versammlungsverbot, das seit mehr als zwei Monaten als Massnahme gegen die Corona-Pandemie gilt, machte eine vorgängige Informationsveranstaltung unmöglich. Aus dem gleichen Grund bestanden bis vor Kurzem auch Unsicherheiten, ob das Bauvorhaben im geplanten Rahmen umgesetzt werden könne.

Kanton in der Verantwortung
Die daraus resultierende kurzfristige Informationspolitik löste einigen Unmut bei den Anwohnern aus. Der Kanton sieht sich in der Verantwortung und entschuldigt sich sowohl bei den rund 40 Anstössern als auch bei der Gemeinde Gsteig für entstandenes Ungemach und die vielen offenen Fragen. In einem zweiten Schreiben informiert das Tiefbauamt alle Betroffenen über Durchfahrtmöglichkeiten oder Transportalternativen in Notfällen. Der Milchtransport wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gsteig geregelt.

Konzentrierte Sanierung
Die gesamten Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich fünf Wochen in Anspruch nehmen. An der Ausführung sind zwei Equipen beteiligt. Eine wird auf dem Abschnitt Höji–Reusch im Einsatz stehen und von Gsteig aus agieren. Die andere erschliesst das zweite Teilstück Reusch–Kantonsgrenze von Les Diablerets aus.

Richtigen Zeitpunkt gibt es nicht
Viele Überlegungen wurden im Vorfeld angestellt, um den günstigsten Zeitpunkt für die Sanierung zu finden. Den gibt es aber bekanntlich nicht und so wurde dieser Frühling als «kleinstes Übel» für die Anlieger bezeichnet. Der noch nicht so rege Verkehr über den Pillon-Pass, der aus den Corona-Massnahmen resultiert, spricht laut Tiefbauamt ebenfalls für die Einrichtung der Baustelle zu diesem Zeitpunkt.

Glacier 3000 nimmt, orientiert an den Durchfahrtszeiten (siehe Kasten), seinen Betrieb an den Wochenenden vom 13./14. und 20./21. Juni auf. «Wir haben unseren Start in den Sommer zunächst auf die Wochenenden verlegt und können so die Einschränkungen für die Zufahrt zu unserer Talstation auf ein Minimum senken», sagt Bernhard Tschannen, Geschäftsführer der Glacier 3000 AG. Das sei zwar eine Anpassung infolge der Strassensperrung gewesen, die für den Betrieb jedoch sehr gut funktioniere. «Ab 27. Juni lassen wir dann den Betrieb durchgehend bis im Oktober 2021 laufen und freuen uns, wenn die Besucher die Talstation ab dann wieder über eine intakte Strasse erreichen.»

Keine Alternativen zur Vollsperrung?
Eine Umfahrungsmöglichkeit steht in diesem Bereich schlicht nicht zur Verfügung. Dem oft kommunizierten Wunsch nach einspuriger Verkehrsführungen konnte aus Sicherheitsgründen nicht entsprochen werden. Für das Offenhalten einer Fahrbahnseite braucht es über die Hälfte der gesamten Fahrbahn. So die Baustelle, die eine Aushubtiefe von bis zu einem Meter aufweist, ungesichert und mit einem Abstand von rund 20 Zentimeter zu passieren, birgt ein unüberblickbares Risiko. Eine provisorischen Verbreiterung der Fahrbahn, die zur Lösung des Problems beitragen könnte, steht in diesem Fall aufgrund einer sehr steilen Talseite und bergseitig bestehenden Stützmauern nicht zur Verfügung. Die Kosten der Sanierung werden vom Tiefbauamt des Kantons Bern auf 3 Millionen Franken geschätzt.

PD/JENNY STERCHI


VOLLSPERRUNG ZWISCHEN GSTEIG – COL DU PILLON

Die Vollsperrung an Werktagen dauert vom 25. Mai bis am 30. Juni 2020. Am Wochenende und am Pfingstmontag ist die Strasse einspurig befahrbar und durch Ampelverkehr geregelt. Bei daraus resultierenden Problemen für die Anwohner wird das Tiefbauamt des Kantons Bern versuchen, geeignete Lösungen zu finden. Ihre Anliegen nimmt ausschliesslich das Tiefbauamt des Kantons Bern entgegen.

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