Die beste Maturanote kommt aus der Klasse von Gstaad

Fr, 03. Jul. 2020
Freude herrscht! Die Gstaader Abschlussklasse mit Christoph Däpp (links aussen), Schulleiter der Abteilung Gstaad. FOTOS: MATTHIAS ZIMMER

Mit der Note 5,8 erzielte Marion Schenk (Zweisimmen) aus der Gstaader Klasse die Bestleistung. Mit sieben weiteren Maturandinnen und Maturanden mit einer Note von über 5 führt sie den Reigen der insgesamt 74 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Gymnasiums Interlaken an. Coronabedingt anders als üblich, jedoch stimmig und sehr eindrücklich, fand am Dienstag im Kursaal Interlaken die 55. Maturitätsfeier statt.

LOTTE BRENNER
Dieses Jahr war coronabedingt alles anders. Laut kantonaler Regelung absolvierten die Schüler und Schülerinnen die letzte Gymnasiumszeit mit Fernunterricht. Die Abschlussprüfungen wurden nicht durchgeführt. Die Rektorin Andrea Iseli sagt dazu: «Eigentlich machen ja die Prüfungsnoten nur 20 Prozent auf die Schlussnote aus. Alles andere basiert ohnehin auf Erfahrungsnoten und Noten des letzten Schuljahres, die dann aber nicht noch zum Abschluss an der Matura separat geprüft werden.» Sie unterstrich auch die Worte des Kommissionspräsidenten Kaspar Boss, der in seiner Grussbotschaft betonte, dass trotz der ausserordentlichen Situation alle ihren Ausweis hart erarbeitet und verdient hätten. Boss ermunterte die erfolgreichen jungen Leute ferner, die Freundschaftspflege, die unter den coronabedingten Umständen zu kurz gekommen sei, nachzuholen.

«Bringen Sie sich ein!»
Die Rektorin Andrea Iseli erläuterte die Bedeutung des Matura-Ausweises. Dieser stehe für Reife, Intelligenz, Kritikfähigkeit, Ausdauer, Qualität und Kreativität. Sie machte auf die schwierige Weltlage aufmerksam, in welcher wir stecken. Umso mehr seien jetzt kritische Geister und Denker gefragt. Die Welt sei auf Spezialisten angewiesen – und zwar auf allen Gebieten. In diesem Sinne rief sie den Gymnasiumsabgängern zu: «Bringen Sie sich ein!»

Auch der Gastredner Adriano Mannino, der selbst 2006 in Interlaken maturierte und heute als Philosoph und Sozialunternehmer das Solon Center for Policy Innovation der Parmenides Stiftung in München-Pullach leitet, legte den Maturae und Maturi eine sorgfältige Studienauswahl ans Herz. Man lebe nur einmal. Deshalb solle man seinen Studiengang genau planen, dort wirken, wo man einen Lösungsbeitrag zu einem Problem leisten könne. Er stellte das Motto in den Raum: «Lebe jeden Tag so, dass jeder einzelne Tag sich bestmöglichst in deine Lebensweise einfügt.» Schliesslich könnten die Probleme von verschiedenen Seiten, in unterschiedlichen Fächern angepackt werden.

Die Krone aufgesetzt
Christoph Daepp, Schulleiter der Abteilung Gstaad, spielte mit dem Wort Corona: «Die Krone selbst war Ihre Prüfung.» Obschon die Feier heuer unter den besonderen Umständen in zwei zeitversetzten Teilen, à je zwei Klassen, stattfand (unter Berücksichtigung der nötigen Distanz zwischen den Schülern und ihren nur je vier Angehörigen), gelang den Verantwortlichen eine eindrücklich wertvolle und nachhaltige Maturitätsfeier. Die Erfahrungswerte und Zukunftswünsche, welche die Lehrerschaft und die Schulkommission den jungen, angehenden Studentinnen und Studenten mitgaben, wirkten heuer besonders lebensnah. «Das Wissen, das sich die Jungen in vier Gymnasiumsjahren aneignen konnten, ist wertvoll und wird sie in ihrem Studiengang stärken.»

Dass trotz aller Mühen und Anstrengungen der jugendliche Schalk nicht zu kurz kam, zeigte das Rahmenprogramm, vom Jahressong mit prägnanten Solostimmen und rassigem Sound über satirische Lehrerbeurteilung oder einen Film über den Corona-Alltag eines Gymnasiasten bis hin zur persönlichen Vorstellung eines(r) jeden in Form von Porträtaufnahmen. Aufnahmen beim Gymnasiumseintritt neben aktuellen lassen Bände sprechen. Da wird die Entwicklung, der Reifeprozess auch äusserlich sichtbar: von der Zahnspange zur schönen Zahnreihe, von der brav gekämmten zur wilden Haarpracht, vom adretten, schüchternen zum eigenständigen, selbstbewussten Menschen …

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