Treue, Freundschaft und Solidarität

Fr, 21. Aug. 2020
Gastredner Christoph Müller (Artistic Director des Gstaad Menuhin Festivals), die Vereinsvorstandsmitglieder Lukas Wittermann (Gstaad Menuhin Festival), Jacqueline Jaggi und Präsidentin Caroline Schwenter (von links). FOTO: LOTTE BRENNER

Unter sorgfältiger Berücksichtigung der Corona-Regeln war der Landhaussaal in Saanen am vergangenen Samstag sehr gut besetzt, als sich die Festivalfreunde zur jährlichen Vereinsversammlung einfanden. Durch alle Traktanden hindurch wurde eines spürbar: Freundschaft, Treue und Solidarität.

LOTTE BRENNER
Der Jahresbericht 2018/19 von Präsidentin Caroline Schwenter war gespickt mit tollen Konzerten und Erlebnissen rund um das Gstaad Menuhin Festival. Besonders schöne Momente durften die Festivalfreunde im Partnerhotel Ermitage bei einem Diner mit Musik verbringen; ebenso fand anschliessend an die GV im Gstaad Palace ein Nachtessen mit der traditionellen Rede und der Überreichung eines Geschenkes durch den Saanen-Bank-Direktor Jürg von Allmen statt. Caroline Schwenter verdankte diese beiden Events als Würdigung der vielen Beiträge, die immer wieder geleistet werden, vor allem auch jetzt in dieser coronabedingt schwierigen Zeit. Die Solidarität und Festivalfreundschaft würden sich auch in der jährlichen Erneuerung der Mitgliedschaften zeigen. Der Verein zähle jetzt über 200 Mitglieder und dieser Stand bleibe unter Berücksichtigung der Mutationen im Gleichgewicht.

Dorothea Gehret wurde für drei weitere Jahre im Vorstand bestätigt. Die austretende Danielle Hakim wird nicht ersetzt, da der bestehende Vorstand mit Caroline Schwenter (Präsidentin), Jacqueline Jaggi, Angelika Heerema, Manfred Weilguni, Cyrille de Kostine, Dorothea Gehret, Beatrice Frautschi (Sekretariat) und Lukas Wittermann personell genügend abgedeckt ist.

Nicht gewinnorientiert
Da der Verein Festivalfreunde Gstaad Menuhin Festival kein gewinnorientiertes Unternehmen ist, fällt der Jahresgewinn mit Fr. 34.60 bescheiden aus. Er wird auf die neue Rechnung übertragen. Lukas Wittermann, der Linda Bieri der Treuhand Ribo vertritt, erläuterte kurz und klar die Jahresrechnung, die einen betrieblichen Ertrag von Fr. 714’719.55 und einem Aufwand von Fr. 714’139.80 aufweist, was ein betriebliches Ergebnis von Fr. 579.75 ergibt. Wittermann betonte, dass mit Beiträgen an Projekte wie Jugend- und Amateurwochen, Kinderkonzerte sowie der Unterstützung des Gstaad Menuhin Festivals dem statuarischen Zweck Treue erwiesen werde.

Caroline Schwenter wies auf das Kinder- und Jugendprojekt «Haydn haut auf die Pauke» hin, das unter dem Patronat des Vereins und der Mitarbeit mit Hilfe der grosszügigen Unterstützung von Angelika Heerema und Babette Herbert als Discoveryprojekt mit Schulklassen von Gsteig, Biel und Basel verkürzt stattgefunden hat. Zwar habe die grosse Abschlussperformance wegen Corona nicht stattfinden können, doch habe jede Schule für sich einen beeindruckenden Performance-Abschluss präsentiert. Diese verschiedenen Beiträge seien dann – bestens gelungen – digital verbunden worden. «Ein fantastisches Projekt über das Jahr wurde da verwirklicht.» Die Kinder seien in ihrer Begeisterung für die Musik belohnt worden und hätten ihren Dank an die Freunde und Sponsoren denn auch spontan und keineswegs einstudiert ausgedrückt.

Die Festivals 2021 und 2022 werden stattfinden
Im Anschluss an die Versammlung machte Rolf Steiger einmal mehr auf das Menuhin Center aufmerksam und betonte, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen den festivalnahen Organisationen sei. Dabei stellte er anerkennend fest, dass sich nun die IMMA (internationale Menuhin-Musik-Akademie) wieder mehr in Richtung Saanen bewege. Festivalintendant Christoph Müller zeigte sich erfreut darüber, dass alle grossen Eigenproduktionen durch eine Verschiebung ins Jahr 2022 gerettet werden können. Er versuche möglichst grosse Teile des Programms 2020 ins Jahr 2022 zu verlegen, sozusagen «Beethoven delayed». Weiter versicherte er, das Festival 2021 werde stattfinden, und zwar unter dem Motto «London» (Händel, Purcell, Elgar ...).

Müller zeigte sich erfreut über den Erfolg der Pop-up-Konzerte und der digitalen Plattform, mit welcher er ja schon seit länger Zeit Erfahrung hat und machte aufmerksam auf Wanderkonzerte, die am 22. und 29. August an fünf Stationen von Saanenmöser bis Schönried von Kammermusikensembles – eines davon mit Musikerinnen und Musikern der IMMA – bespielt werden. Er zeigte sich auch hocherfreut über die Präsenz des Gstaad Menuhin Festivals in der Fernsehübertragung von «Highlights aus dem Klassiksommer 2020», die am vergangenen Sonntag erfolgreich ausgestrahlt wurden.

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