Neubau Alpenruhe bestimmt die Hauptversammlung des Gönnervereins

Di, 22. Sep. 2020
Der Vorstand freute sich, die Hauptversammlung zum ersten Mal im Neubau der Alpenruhe durchführen zu können. Von links: Kassier Walter Matti, Emil Trachsel, Vizepräsidentin Renate Bach, Präsident Simon Graa und Sekretär Markus Kindler. FOTO: SONJA WOLF

Am vergangenen Freitag fand die Hauptversammlung des Gönnervereins zum ersten Mal im neuen Gebäude der Alpenruhe statt. Der Neubau, Corona-Ausfälle und eine engere Kooperation zwischen Stiftungsrat und Gönnerverein bestimmten die Sitzung.

SONJA WOLF
«Es ist ein langer und sehr steiniger Weg gewesen. Aber wir sind alle sehr froh, dass wir den Weg gegangen sind und für den Neubau gekämpft haben», freut sich Simon Graa, Vorstandspräsident des Gönnervereins zu Beginn der Hauptversammlung. Der Neubau sei nur durch die grosszügige Unterstützung von Gemeinde, Organisationen, Stiftungen und Privatspendern aus der ganzen Schweiz möglich geworden.

Im März hatte die Hauptversammlung coronabedingt abgesagt werden müssen. Nun freute sich Graa, sie doch noch physisch abhalten zu dürfen, und das sogar bereits im neuen Gebäude und vor etwa 20 Gönnern.

Bereit zum Zügeln
Nach gut 10 Jahren Planung und dem Spatenstich im Sommer 2018 ist es nun soweit: Institutionsleiter Markus Kindler freute sich, den Zügeltermin für heute Dienstag, 22. September und morgen Mittwoch, 23. September ankündigen zu dürfen. Unterstützt werde der Umzug vom Zivilschutz und freiwilligen Helfern. Die Telefonanlage und das ganze EDV-System werde an einem Tag transferiert, damit bezüglich Patientendokumentationen und auch der Erreichbarkeit keine Lücke entstehe. «Ab kommendem Oktober wird die alte Alpenruhe zurückgebaut. Von Januar bis September 2021 findet die Komplettsanierung des Werkstattgebäudes statt, ab Herbst 2021 werden die Umgebungsarbeiten vonstattengehen», erläuterte Kindler die folgenden Schritte. Im Frühling 2022 soll dann der Streichelzoo erneuert und der Spielplatz wiederaufgebaut werden. Bezüglich Spielplatz sind Kontakte mit Spielplatzbauern und auch mit dem GST geknüpft, da der Familienerlebnisweg Saanen–Gstaad direkt daran vorbeiführen wird. Der Spielplatz wird komplett aus Eigenmitteln finanziert werden müssen. Die Alpenruhe ist daher auf Spendengelder von Privatpersonen und Institutionen angewiesen.

Um sich ein genaues Bild vom Neubau zu machen, wurden die Gönner am Ende der Hauptversammlung durch die Räumlichkeiten geführt.

Konstituierung des neuen Vorstandes und Corona-Ausfälle
Simon Graa informierte die Gönner über die Konstituierung des neuen Vorstandes am 28. März. Als reguläres Mitglied fungiert Emil Trachsel, Walter Matti als Kassier, Markus Kindler als Sekretär, Renate Bach wurde zur Vizepräsidentin ernannt und Simon Graa zum Präsidenten.

Das Jahresprogramm konnte leider nicht durchgeführt werden. «Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben», zeigte sich Präsident Graa zuversichtlich für 2021. Der Gönnerverein hatte unter anderem einen gemeinsamen Tag für die Bewohner und externen Klienten geplant.

Engere Einbeziehung des Gönnervereins
Dem Präsidenten zufolge hat die Stiftung Alpenruhe ihrer Rechtsform entsprechend keine Mitglieder oder Gesellschafter. «Generalversammlungen» gibt es in der Stiftung daher keine. Die Jahresrechnung der Stiftung Alpenruhe wird jeweils anlässlich einer Stiftungsratssitzung diskutiert und genehmigt. Aktuell trifft sich der Stiftungsrat aber fast monatlich zu einer Baukomissionssitzung.

Der unabhängige Gönnerverein hat statutengemäss die Funktion, die Stiftung Alpenruhe ideell und finanziell zu unterstützen. Ausgewiesenes Ziel des Gönnervereins ist es, die Alpenruhe (noch) bekannter zu machen durch geeignete Werbemassnahmen.

Früher allerdings hätten Stiftung und Gönnerverein häufig sehr autonom Aktionen geplant, es fehlte oft die gemeinsame Stossrichtung. Daher soll der Gönnerverein fortan stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Die Statutenänderung von letztem Jahr zollt diesem Wunsch Tribut: Die Hälfte der Mitglieder des Gönnervereins werden aus den Reihen des Stiftungsrates gewählt.

Graa zufolge möchten auch der Vorstand des Gönnervereins und der Stiftungsrat in der Kommunikation nach aussen fortan geeinter auftreten. Denn die rechtliche Form der Stiftung erspare zwar Aufwand und Kosten, erwecke aber in der Kommunikation mit Behörden den Eindruck, es stehe ein wohlhabender Mäzen dahinter. «Dabei hat die Stiftung Alpenruhe genau wie alle Behindertenheime einen Leistungsvertrag mit dem Kanton», ergänzte Markus Kindler.

Neues Gebäude – neues Logo
Mit dem neuen Gebäude wird auch das Logo aufgefrischt, das bereits seit 25 Jahren besteht. Ganz nach der neuen engeren Verwebung wird das Logo der Stiftung Alpenruhe und das des Gönnervereins identisch sein. Nur der Claim wird sich unterscheiden. Der eine Claim wird schlicht «Gönnerverein» lauten, der andere hinsichtlich des respektvollen Umgangs mit Beeinträchtigten «anders und trotzdem gleich». Das Wort Stiftung wird nicht mehr benutzt. Die Gönner zeigen sich erfreut über das neue Design, das ab Mitte Oktober allmählich das alte ersetzen wird.

Auch Finanzen vom Neubau geprägt
Der betriebliche Ertrag 2019 belief sich auf 34’792.45 Franken und setzte sich aus drei verschiedenen Konten zusammen: den Mitgliederbeiträgen, den Spenden Neubau und den allgemeinen Spenden. Die Bilanz 2019 weist ein Bankguthaben von 51’429.80 Franken aus.

Das Budget für 2020 sah folgende Aufwandsausgaben vor: Einrichtung Neubau (z.B. Sofas und Relaxsessel für jede Wohngruppe), Unterstützung für Freizeitaktivitäten, Tessin-Ferien, Spesen/Porti/Inserate. Die Reise ins Tessin fand nicht statt, wurde aber gleichwohl angezahlt. Mit den Mitgliederbeiträgen aufgerechnet ergibt das Budget für 2020 einen Jahresverlust von 33’350 Franken.

Die Spenden an die Alpenruhe laufen neu über den Gönnerverein, eine Ausnahme bildeten die Bauspenden: Diese liefen bis zum 30. April noch über die Alpenruhe, ab 1. Mai auch über den Gönnerverein

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