«Swiss Alpine Village»: Richtplan ist beim AGR

Di, 13. Okt. 2020

In Saanenmöser sollen ein Ferienresort samt einem grossen Parkhaus sowie ein neues Hotel entstehen. Zudem ist der Um- und Ausbau des Bahnhofs geplant. Eine der grössten Herausforderungen ist die Erschliessung. Der Richtplan wurde beim Amt für Gemeinden und Raumplanung AGR eingereicht, mit einer Antwort rechnet man bis Ende November.

ANITA MOSER
Das geplante Projekt auf dem Parkplatz der Saanerslochbahn umfasst ein Ferienresort inklusive einer Einstellhalle und ein Hotelprojekt. Im Rahmen des Projektes plant die MOB den Umbau von heute drei Geleisen zur Doppelspur und die Verlängerung des Perrons auf 220 Meter. Bereits realisiert ist der Ersatz der Gondelbahn Saanersloch. Das Niveau der Talstation wurde mit dem Resort abgeglichen und auch mit einer allfälligen Verlegung des Bahnhofs. Damit könnte «Vom Zug direkt ins Skigebiet» umgesetzt werden.

Die grösste Herausforderung ist die Erschliessung. Ziel dieser sei, «dass man – zu Fuss, mit dem Velo, Auto oder Zug – möglichst optimal zum Resort, zur Talstation oder zum Hotel kommt», erklärte Walter Matti-Zbären, Fachleiter Raumplanung, an der Infoveranstaltung im November 2017. Als machbarste Variante kristallisierte sich jene mit einer Brücke über die kleine Simme heraus.

Hauptfokus liegt beim Brückenprojekt
Knapp drei Jahre nach der Informationsveranstaltung ist man nun einen Schritt weiter: Der Gemeinderat hat den Richtplan genehmigt und beim Kanton eingereicht. Mit der Antwort rechnet man bis Ende November.

Der Hauptfokus liegt beim Brückenprojekt, so die einhellige Meinung. «Für zusätzliche Infrastrukturen wie zum Beispiel das geplante Resort ist die Brücke zwingend», sagt etwa Gemeindepräsident Toni von Grünigen auf Anfrage. Die Erschliessung durch die Brücke sowie die Eliminierung des Bahnübergangs würden das Dorf entlasten.

Ein Mehrwert für die Destination
Das ganze Projekt sei abhängig von der Erschliessung, sagt auch Tourismusdirektor Flurin Riedi. Die Brücke sei Bestandteil eines Gesamtprojekts und dieses stelle einen grossen Mehrwert für die Destination dar. Die Komplexität des Projektes zeige auch die verschiedenen Bedürfnisse auf, die unter einen Hut gebracht werden müssten. Deshalb sei es ein grosser Schritt, dass nun der Richtplan vorliege. «Es ist die Bestätigung der Erkenntnis, dass verschiedene Projekte ineinanderspielen und dass man in Saanenmöser ein grosses Potenzial hat.»

«Es geht um die Zukunft»
«Touristisch reden wir von einem Hub, von einem Zentrum, in dem alles zusammenkommt», so Riedi. Die Konzentration mache Sinn. «Es geht um Convenience für den Gast.» Pendants gebe es in Andermatt mit dem neuem Bereich Bahnhof, Parking, Talstation und Sportgeschäften usw. oder in Grindelwald mit dem neuen V-Projekt. Man erfülle mit solchen Projekten die Bedürfnisse des modernen Gastes. «Es geht um die Zukunft, um die nächsten 10, 20, 30 Jahre.» Die aktuelle Ist-Situation sei nicht zufriedenstellend. Deshalb sei es sehr positiv zu werten, dass jetzt ein gesamtheitlicher Ansatz verfolgt werde. Weitere Meilensteine, wie das Resort, könnten folgen. «Es ist kein Geheimnis, dass wir als Destination nichts gegen zusätzliche Betten im Drei- und Viersternbereich haben.»

Auch die BDG unterstützt das Projekt, wie Geschäftsführer Matthias In-Albon auf Anfrage sagt. Aus Sicht des Gastes seien die Erschliessung über die Brücke und die Anbindung der Talstation Saanerslochbahn an die MOB eigentlich ein Muss und auch für die Anwohner im Dorf sei eine Entlastung sehr zu begrüssen. Nichtsdestotrotz sei die Parkplatzdiskussion damit noch nicht erledigt. «Es braucht mehr Parkplätze und einen Überlaufparkplatz für die Spitzentage», so In-Albon.

Basiserschliessung oder Detailerschliessung?
In Bezug auf die Finanzierung der Brücke ist es zentral, ob sie vom Kanton als Basis- oder als Detailerschliessung taxiert wird. An einer Basiserschliessung beteiligt sich der Kanton grosszügiger an den Kosten als an einer Detailerschliessung.

 

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