Hoffnung auf Licht am Ende des Tunnels

Di, 03. Nov. 2020
Der FC Sarina muss momentan sowohl auf Spiele als auch auf Trainings verzichten. FOTO: BLANCA BURRI

Die Massnahmen des Kantons treffen auch die Vereinsszene hart. So ergeht es dem FC Sarina und den drei lokalen Turnvereinen.

NADINE HAGER
Mit den aktuellsten Massnahmen von Kanton und Bund fällt die Aktivität der drei Turnvereine Lauenen, Gsteig-Feutersoey (TGF) und Saanen-Gstaad (TSG) momentan weitgehend ins Wasser. Die Handhabung der Turnhallen wird jedoch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich gehandhabt, woraus sich unterschiedliche Trainingsvoraussetzungen ergeben.

In Saanen waren die Hallen letzte Woche für den ausserschulischen Betrieb geschlossen. «Die kleineren Riegen, welche weniger als 15 Personen umfassen, müssten sich irgendwo in der Natur treffen. Bei den meisten bricht die Aktivität deshalb zusammen», sagt Christian Berchten, Präsident des TSG. Grössere Riegen versuchten, mit Krafttrainings via Zoom am Ball zu bleiben. Darin sieht Christian Berchten jedoch auf Dauer auch keine Lösung. «Das nächste Jahr wird als Verein eine riesige Herausforderung. Leider sind schon wieder einige Anlässe daraus gestrichen. Das Problem ist, dass man keine Ziele vor Augen hat.» Da es so schwierig sei, die Mitglieder bei der Stange zu halten, würden Riegen deshalb längerfristig grosse Schwierigkeiten bekommen.

Seit gestern Montag sind die Turnhallen von Saanen für Drittnutzer zwar wieder geöffnet – die Einschränkungen sind jedoch so gross, dass kaum mit einer hohen Trainingsaktivität gerechnet werden kann (siehe Kasten).

Turnverein Gsteig-Feutersoey
Auch in Gsteig waren die Türen der Sporthalle bis anhin für den Turnverein geschlossen – und auch der TGF ist laut dem Vereinspräsidenten Christof Walker auf diese angewiesen. «Es ist kalt und wird früh dunkel. Daher ist es suboptimal, mit dem Training nach draussen auszuweichen.» Ob und inwiefern von der Gemeinde Gsteig Lockerungen beschlossen werden, welche die Halle für Trainings freigeben, ist aber noch unklar: Vorläufig bleibt sie nur für schulische Zwecke geöffnet. Trotz der insgesamt ernüchternden Situation zwingt sich Christof Walker dazu, nach vorne zu schauen: «Ich versuche wirklich, optimistisch zu sein. Als Präsident des Vereins habe ich eine Vorbildfunktion – deshalb ist nicht nur Realismus, sondern auch Optimismus gefragt.»

Turnverein Lauenen
Anders sieht es in Lauenen aus. Laut Daniela Hostettler, Präsidentin des Turnvereins Lauenen, hat ihre Gemeinde die Sporthalle nicht geschlossen. «Unter strengen Vorschriften wäre es für uns in der Theorie möglich, die Trainings des Turnvereins weiterzuführen.» Da die Auflagen jedoch sehr streng seien und sich die Riegen ohnehin nicht auf einen Wettkampf vorbereiten würden, hätten sie den Trainingsbetrieb dennoch eingestellt. «Natürlich ist es schade, dass auf diese Weise der gegenseitige soziale Kontakt fehlt. Für uns ist es jedoch gegenwärtig nicht sinnvoll, weiterzumachen – wir hoffen auf Lockerungen im kommenden Jahr.»

Genauso sieht es auch für die anderen beiden Turnvereine aus. Es heisst: warten und hoffen. Christian Berchten: «Wir hoffen auf baldige Lockerungen, damit es Licht am Ende des Tunnels gibt und wir uns wieder treffen können. Denn ich denke, dass das Vereinsleben ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft ist – in jeder Lebenssituation.»

FC Sarina
Der Fussballclub Sarina wird von den Massnahmen des Kantons Bern und des Bundesrats getroffen – selbst mit Schutzkonzept darf dieser Sport aktuell nicht mehr ausgetragen werden. Vereinspräsident Christian Frey blickt jedoch nach vorne. «Für uns ist die Saison unterbrochen, doch wir sehen sie nicht als abgebrochen. Im Moment sind wir optimistisch, dass wir diese im Frühling fertig spielen können.» Vorerst finden diesen Herbst weder Spiele noch Trainings statt. Frey heisst die drastischen Massnahmen des Kantons und des Bundes dennoch gut. «Ich habe natürlich gehofft, dass wir bis Ende Oktober noch mit den letzten Spielen der Saison durchkommen, aber bei den aktuellen Zahlen sind die neuen Vorschriften verständlich und zum Wohl aller.» Finanziell wird der Verein von den treuen Sponsorinnen und Sponsoren nach wie vor getragen. «Die Sponsoren unterstützen uns, Corona hin oder her. Bis jetzt haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht und sind natürlich auch sehr dankbar dafür – das ist nicht selbstverständlich.» Auch beim FC Sarina heisst es jetzt: die Fussballer/innen bei Laune behalten. «Wir lassen uns etwas einfallen, damit die Mitglieder fit bleiben und ihre Lust am Fussball behalten – zum Beispiel mit einer digitalen Challenge», so Christian Frey. «Aber eines ist klar: Jeder muss selber Motivation mitbringen, weiterzumachen.»


NEUE VORAUSSETZUNGEN DANK PRÄZISIERUNG

Der Kanton Bern päzisierte am vergangenen Freitag die Covid-Massnahmen, weil es Unsicherheiten gab. Das sind die wichtigsten Anpassungen:
• Die Nutzung von Sport- und Fitnesszentren inklusive Kletterhallen, Eissportanlagen und dergleichen bleiben bis am 23. November für die generelle Nutzung geschlossen.
• Jedoch dürfen geleitete Trainings bis maximal 15 Personen für Sportarten ohne Körperkontakt wieder durchgeführt werden. Die Benutzung von Sport- und Fitnesszentren ist zulässig, sofern darin geleitete Trainings angeboten werden, bei denen sowohl die Präsenzzeiten als auch der Personenkreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Vornherein festgelegt sind.
• Turn- und Mehrzweckhallen in Schulanlagen wurden weder durch den Bund noch durch den Kanton geschlossen, denn sie gelten nicht als Sport- und Fitnesszentren. Das heisst, Unterrichtsräume und Sportanlagen von Schulen bleiben geöffnet, sofern die Gemeinden nicht anders entscheiden. Auch in solchen Räumlichkeiten dürfen allerdings nur Sportaktivitäten ohne Körperkontakt in Gruppen bis zu 15 Personen ausgeübt werden.

Kurz: Geleitete Trainings ohne Körperkontakt bis 15 Personen sind überall möglich: private Studios, Schulanlagen, Sportzentren etc.

Schulanlagen in der Gemeinde Saanen:
In der Gemeinde Saanen galt seit dem 26. Oktober ein Benutzungsverbot der Schulanlagen durch Dritte. Aufgrund der Päzisierungen des Regierungsrats hat auch die Gemeinde Saanen Änderungen vorgenommen und lässt die Drittnutzung seit Montag, 2. November wieder zu. Das Schutzkonzept ist sehr restriktiv. Die wichtigsten Punkte sind die allgemeine Maskenpflicht für Personen ab 12 Jahren und eine generelle Abstandsregel von 1,5 Metern, beide auch während der Sportaktivität. Zudem gilt eine maximale Gruppengrösse von 15 Personen und jede Organisation muss eine/n Corona-Beauftragte/n bestimmen und die Nutzer müssen eine Präsenzliste führen.

PD

Präzisierungen Regierungsrat: https://tinyurl.com/y2ja2hbb Schutzkonzept Saanen: www.saanen.ch

 

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