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Derzeit über 2000 Impfungen pro Tag im Kanton Bern

Fr, 22. Jan. 2021
Die Impfbereitschaft der Berner Bevölkerung ist unerwartet und erfreulich hoch. Jetzt gilt es, die Mengen der verabreichten Impfdosen kontinuierlich zu steigern. FOTO: ADOBESTOCK

Dank des zweiten zugelassenen Impfstoffes konnte die Zahl der verabreichten Impfungen sukzessive erhöht werden. Bisher wurden über 10000 Menschen geimpft. Die erfreulich vielen impfwilligen Bernerinnen und Berner können auf reibungslose Anmeldesysteme zugreifen.

JENNY STERCHI
Im Kanton Bern liessen sich am 11. Januar, Tag des Impfbeginns, 376 Menschen impfen. Im Impfzentrum Thun wurden an diesem Tag 61 Impfdosen verabreicht. Gemessen an den Zahlen derer, die sich für die Impfung registrieren und anmelden, sind die Bernerinnen und Berner impfbereiter als angenommen. Mittlerweile werden pro Tag über 1500 Menschen gegen Covid-19 geimpft. Gesamthaft erhielten seit Impfbeginn über 8000 Menschen im Kanton Bern die erste Impfdosis.

Anmeldeprozess fehlerfrei
Die Anmeldungen und Registrierungen, die online oder per Telefon eingehen, konnten von Beginn an kontinuierlich verarbeitet werden. Grosses Interesse führte an den ersten Tagen zu längeren Wartezeiten beim Anmeldeprozedere. Jedoch erhielten die meisten der impfberechtigten Personen einen Termin für die erste Impfung. Zwischenzeitlich seien noch freie von über 40’000 Impfterminen verfügbar gewesen. Derzeit sind alle vorhandenen Impfdosen verplant. Impfberechtigt ist momentan die Berner Impfgruppe A, das heisst Personen über 75 Jahre.

Tempo erhöht
Warum konnte im Kanton Bern die Impfkapazität in den vergangenen Tagen derart gesteigert werden? Die Gesundheitsdirektion erklärt die absolvierte Kapazitätserhöhung mit der vergleichsweise hohen Anzahl an Impfzentren. Neun solcher Zentren haben den Betrieb aufgenommen.

Impfung in Altersheimen
Kritik an zögerlichem Impfvorgehen in den Altersheimen des Kantons wird laut. «Seit Impfbeginn seien sieben mobile Impfteams in den Berner Altersheimen unterwegs», verteidigt die Gesundheitsdirektion ihr Vorgehen. Ab nächster Woche kommen noch drei solcher Equipen hinzu. Es sei zudem geplant, ab Februar die Heimärzte mit dem Moderna-Impfstoff auszustatten und so in die Impfstrategie mit einzubeziehen. Im Kanton Bern leben etwa 100’000 Menschen, die über 75 Jahre alt sind. 14’000 von ihnen sind in Alters- und Pflegeheimen untergebracht.

Reduzierte Lieferung
Gundekar Giebel, Pressesprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern, erklärt gegenüber den Medien: «Wir wollen über lange Zeit ständig, viel und gleichberechtigt impfen.» Wenn dann ein markanter Teil der eingeplanten Impfdosen nicht zur Verfügung stünde, wie derzeit beim Impfstoff der Firma Pfizer/Biontech der Fall, könne man nicht kurzfristig die gesamte Impfstrategie revidieren. «Wir müssen keine Termine absagen oder verschieben», fügt Giebel hinzu.

Seit Mittwoch ist weltweit eine allenfalls nötige Anpassung der Impfstoffe wegen zunehmender Virusmutationen im Gespräch. Es müsse ständig auf veränderte Parameter reagiert werden und gleichzeitig strebe man eine Kontinuität bei der Bekämpfung der Pandemie an.

Das Ziel der Berner Gesundheitsdirektion ist es, die Zahl der Geimpften möglichst kontinuierlich zu steigern. Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe und die Impfzentren in den Vollbetrieb gehen können, seien 5000 Impfungen pro Tag angestrebt.

Mit kompletter Aufstellung, bei der neben Impfzentren und mobilen Impfteams auch Hausärzte und Apotheken involviert wären, könnten 8000 Impfdosen pro Tag verabreicht werden. Dazu sei man jedoch auf grosse Mengen des Impfstoffes und deren zuverlässige Lieferung angewiesen.

Unbehagen wegen Nebenwirkungen
Meldungen aus Norwegen und Grossbritannien über schwere Nebenwirkungen und sogar Todesfälle unmittelbar nach der Impfung verunsichern.

Die Gesundheitsdirektion betont, dass das Risiko für schwere Nebenwirkungen nach der Impfung viel kleiner als das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus ist. Menschen, die wissentlich von einer Allergie betroffen sind, werden angehalten, das Impfvorgehen mit einem Arzt zu besprechen. Den Einwand der zu kurzen Entwicklungszeit des Covid-19-Impfstoffes lässt keiner der Verantwortlichen gelten. Die Forschung habe nicht erst aufgrund der Entdeckung des Sars-CoV- 2-Erregers im letzten Winter mit der Entwicklung dieses Impfverfahrens begonnen. Bereits mit dem Ausbruch des Sars-Erregers vor knapp 20 Jahren und weiterführend mit dem Auftreten des Mers-Virus 2012 arbeiteten Virologen weltweit an Impfstoffgrundlagen. Beide Erreger gehörten ebenfalls zur Gruppe der Coronaviren.

 

 

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