Brass Band «Harmonie» Saanen in den Ohren – grünes Irland vor Augen

  09.11.2021 Musik

Für das erste Konzert nach zwei Jahren Zwangspause führte die Brass Band Harmonie Saanen das Publikum akustisch ins Reich der Kelten. Die Gastsolistin Simone Roggen bereicherte den musikalischen Abend auf der Violine.

JENNY STERCHI
Es dauerte eine Weile, bis sich die Härchen auf den Armen wieder legten. Von der ersten bis zur letzten Minute nahmen die Zuhörerinnen und Zuhörer die Musik der Brass Band in sich auf.

Endlich wieder live
Wie musste es wohl für die Musikerinnen und Musiker sein, nach zwei Jahren im Übungsmodus wieder vor Publikum, und zwar vor einem erfreulich grossen, zu spielen? «Ich kann es nicht beschreiben», erklärte der Dirigent Michael Bach am Ende des Konzerts sichtlich gerührt.

Und wer ihn während der über eine Stunde währenden Aufführung beobachtete, wusste, was er meinte. Er strahlte bei den Harmonien, breitete seine Arme aus, um alles von den Bläserinnen und Bläsern zu fordern und hüpfte beinahe übermütig bei jedem einzelnen der zahlreichen Highlights.

Keltischer Abend
Mit dem Stück «Wellerman» in den Konzertabend zu starten, war sehr geschickt geplant. Der Wiedererkennungswert des sehr populären Liedes ist hoch, die Menschen waren sofort dabei.

Das traditionelle «Ye Banks and Braes» führte das Publikum musikalisch entlang des Flusses Doon. Die Melodie und das Arrengement von «Lord Tullamore» zeichneten ein zauberhaftes Bild des irischen Dorfes Tullamore, bekannt für Musik und Whiskey.

Das schottische Volkslied «The Wee Cooper o’Fife» passte klanglich hervorragend in das Konzert. Mit dem Stück «The Cliffs of Moher» entführte die Band das Publikum zu den wohl bekanntesten steilen Klippen an der Küste Irlands. Der zweite Teil des Konzertabends war geprägt von bekannter irischer Tanzmusik. Themen aus «Riverdance» und «Lord of the Dance», beides weltbekannte Tanzshows, liessen den Zuhörer nur schwer still sitzen. Mitreissend und lebendig präsentierten die Band und die Solistin Simone Roggen die keltische Tanzmusik. Das traditionelle irische Volkslied «Erin Shore», das durch die Band «The Corrs» zu grosser Bekanntheit gelangte, machte den virtuellen Spaziergang über Irlands grüne Hügel komplett.

Der mächtige Klang der Blechbläser und die eindringlichen Paukenschläge verursachten bei vielen in der Mehrzweckhalle Schönried «Gänsehaut». Der Konzertabend war gefüllt mit feinen, leisen Tönen, kraftvollen Crescendi und einem unglaublichen Zusammenspiel zwischen Blas- und Schlaginstrumenten. Und dann war da noch eine Violine.

Weitgereiste Gastsolistin
Die Violinistin Simone Roggen erweiterte das Klangerlebnis als Solistin. Sie, die in Auckland (Neuseeland) als Tochter eines Schweizer Vaters und einer südafrikanischen Mutter aufgewachsen war, kam nach ihrem Musikstudium in die Schweiz. Sie absolvierte in Luzern ihr Solistendiplom und ist als Konzertmeisterin und Solistin auf der ganzen Welt unterwegs. Dem Netzwerk des Dirigenten der Brass Band «Harmonie» Saanen sei Dank konnte Simone Roggen für die Zusammenarbeit gewonnen werden. Und das Ergebnis war ein echter Gewinn.

Symbolkraft
«You raise me up» – «Du baust mich auf» – war die Zugabe der Brass Band «Harmonie» Saanen. Passender hätte die Auswahl nicht getroffen werden können. Das Lied ist der Inbegriff für Hoffnung und das Vertrauen zueinander. Dass sein Klang perfekt in die keltische Musik passt, war ein optimaler Nebeneffekt. Und spätestens an diesem Punkt des Abends brauchte es hier und da ein Taschentuch.


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