Gut besuchter Infoabend zur Impfung

  16.11.2021 Coronavirus

Rund 250 Personen fanden sich am Freitag zu einem Informationsanlass über die Covid-Impfung in St. Stephan ein. Prof. Dr. Stefan Hockertz stellte sich den Fragen der Anwesenden und präsentierte Alternativen zur Impfung.

KEREM S. MAURER
«Bundesrat Berset will, dass wir zwei Zeltwände offenlassen und Bundesrätin Sommaruga will, dass wir Energie sparen», eröffnete SVP-Politiker Kilian Wyssen, OK-Mitglied aus St. Stephan, den Infoabend zur Impfung. Das Zelt auf dem Flugplatz in St. Stephan war leicht geheizt, zwei Wände mussten offenstehen, so wie es die geltenden Coronamassnahmen vorschreiben. Die zwei Polizisten, welche vor Ort die Konformität des Anlasses überprüften, hatten laut den Veranstaltern nichts zu beanstanden. Die rund 250 Anwesenden waren warm angezogen, trugen zum Teil Skihosen, Schal und Kappe. Prof Dr. Stefan Hockertz räumte gleich zu Beginn ein Missverständnis aus, das seine Person betraf und im Vorfeld für Verwirrung gesorgt hatte: «Ich bin Biologe. Habe mich im Bereich der Infektionsimmunologie, Toxikologie und Pharmakologie weitergebildet. Deshalb nenne ich mich Immunologe, Pharmakologe, Toxikologe. Da ich in einem medizinischen Fachbereich habilitiert habe, bin ich Professor, aber – und das war das Missverständnis – ich habe keine Approbation als Arzt.»

Gentherapie mit ungewissen Folgen?
Vor dem aktuellen Hintergrund, dass in Israel bereits die vierte Impfdosis empfohlen wird, in der Schweiz die dritte Impfung für einen Teil der Bevölkerung bereits zugelassen ist und in Frankreich doppelt Geimpfte ohne Booster-Impfung demnächst wieder als ungeimpft gelten, stand die Wirksamkeit der Impfung im Zentrum. Stefan Hockertz, der selber ein Laboratorium betrieben und viele Untersuchungen dahingehend selber durchgeführt hatte, wirkte kompetent und sattelfest. Er bezeichnete die mRNA-Impfstoffe als «gentherapeutische Massnahme», weil sie mit der Wirkungsweise herkömmlicher Impfstoffe nichts gemein hätten. Man wisse, dass die sogenannten Impfstoffe in den Zellen die Produktion von Spike-Proteinen bewirkten. Doch man wisse weder, in welchen Zellen das genau geschehe, noch wie viele Spike-Proteine entstünden, geschweige denn, wann die Produktion der Spike-Proteine wieder aufhöre. Da es sehr wenige Studien über die Wirkung dieser Gentherapie gebe und Langzeitstudien gänzlich fehlten, sprach Hockertz von den Impfungen als «Massnahmen, die uns aufgezwungen werden und die im Grunde mit Gesundheits nichts zu tun haben».

Es gibt oder gebe Alternativen
Hockertz, der als Nichtarzt keine Therapieempfehlungen abgeben, aber über Therapien sprechen darf, sagte, man habe festgestellt, dass das Wurmmittel Ivermectin Menschen bei ganz schweren Covid19-Verläufen vor dem Tod retten könne. Ebenso gebe es Bluthochdruck-, Malaria- und weitere pflanzliche Arzneimittel, von denen man wisse, dass sie bei Covid19-Infektionen eine kurative (heilende) Rolle spielen können. Dazu gebe es eine ganze Reihe von neuen Entwicklungen, da man schliesslich wisse, wie das Coronavirus in die Zelle gelange, nämlich via ACE2-Rezeptor. «Wenn man weiss, wie das Virus in die Zelle hineinkommt, kann man relativ zügig wirkungsvolle Heilmittel herstellen», erklärte er. Doch warum ist das nicht gemacht worden? Hockertz: «Wenn ein Arzneimittel bei einer Infektion Wirksamkeit zeigt, ist es nicht mehr erlaubt, Notfallzulassungen für einen Impfstoff zu erwirken!» Und die ganzen Impfstrategien aller Regierungen rund um den Globus gründeten schliesslich auf diesen Notfallzulassungen. Und auf Impfungen, von denen es heisst, sie seien der einzige Ausweg aus der Pandemie. Eine Aussage, die für Stefan Hockertz so definitiv nicht stimmt. Denn diese Covid-Impfungen, deren Wirksamkeit und Schutzdauer immer wieder nach unten korrigiert wurde, könne so gut nicht sein, schlussfolgerte er. Zudem sei längst bekannt, dass Geimpfte an Covid-19 erkranken können, andere anstecken und schlimmstenfalls sogar einen schweren Verlauf haben und sterben können.

Spaltung stoppen
Entgegen der Vermutung einiger Leute im Vorfeld der Veranstaltung verlief der Anlass gesittet, ruhig und respektvoll. Der Tenor der Veranstaltung war kurz zusammengefasst folgender: Wer sich mit den mRNA-Impfstoffen vor dem Coronavirus schützen will, soll dies aus freien Stücken heraus tun können. Wer sich jedoch dagegen entscheidet, soll dies aus ebenso freien Stücken lassen dürfen, ohne mit Repressalien rechnen zu müssen. Es gelte vielmehr, sich gegen die Spaltung in der Gesellschaft zu wehren. Letzteres forderten in der Pause die Helvetia-Trychler lautstark.


Fünf Fragen an Flurina Welten, OK-Präsidentin des Impfanlasses

INTERVIEW: KEREM S. MAURER

Warum wurde Prof. Dr. Stefan Hockertz für diesen Anlass eingeladen?
Die Anfrage für eine unabhängige Fachperson – egal ob Arzt, Anwalt, Professor – für unsere Veranstaltung ging an ALETHEIA (offenes Netzwerk «Medizin und Wissenschaft für Verhältnismässigkeit»). Dort wurde mir Professor Hockertz sehr empfohlen. Einerseits aufgrund seines breiten Wissens in verschiedenen Themenbereichen und andererseits, weil er im Berner Oberland wohnt. Daraufhin nahm ich Kontakt mit ihm auf und er sagte direkt für unseren Anlass zu.

Warum haben Sie darauf beharrt, dass im Inserat steht, er sei Arzt?
Ich habe keineswegs darauf beharrt. Im Gegenteil. Das war eine unglückliche Formulierung meinerseits. Leider war es vorgängig niemandem der Beteiligten aufgefallen, dass die Bezeichnung «Arzt» auf Professor Hockertz nicht zutrifft. Als das Inserat dann erschienen ist und mir dieser Fehler zugetragen wurde, habe ich das Inserat umgehend korrigieren lassen. Professor Hockertz ist studierter Biologe und Professor in Medizin. Ich entschuldige mich von Herzen für diesen Fehler, es war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht, irgendwelche Falschinformationen zu verbreiten. Am Infoanlass selbst hat Professor Hockertz übrigens direkt am Anfang klargestellt, dass er kein Arzt ist und liess so keinen Platz für Missverständnisse diesbezüglich.

Warum haben Sie nicht zu einer Podiumsdiskussion mit pro und kontra zur Impfung eingeladen?
Das hat verschiedene Gründe: Da keine Organisation oder kein Verein hinter unserem Anlass stand und wir auch kein Eintrittsgeld verlangen wollten, verfügten wir nicht über unbegrenzte finanzielle Mittel. Mehrere Fachpersonen wären entsprechend teurer geworden. Zudem war es uns wichtig, dass möglichst viele Anwesende die Möglichkeit erhielten, ihre eigenen Fragen zu stellen und damit ihre persönlichen Unsicherheiten auszuräumen – egal, in welche Richtung der/die Fragende unterwegs ist. Wir wollten den Abend für die Besuchenden möglichst offen lassen.

Warum engagieren Sie sich derart in dieser Sache?
Das frage ich mich manchmal auch… Es ist durchaus nicht immer leicht.

Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam für unsere Freiheit einstehen und um das Wiedererlangen unserer Grundrechte kämpfen müssen. Spaltung (und erst noch durch andere provoziert) akzeptiere ich nicht. Jeder Mensch soll und darf seine Meinung haben, solange es seine eigene Überzeugung ist und niemand zu etwas gedrängt wird. Viele Leute trauen sich nicht, offen ihre Meinung zu sagen oder können es aufgrund des Jobs/des Umfeldes nicht tun. Einige davon kommen auf mich zu und vertrauen sich mir an. Ich fühle mich für diese Leute ein bisschen wie ein Sprachrohr. Es ist eine Herzensangelegenheit für mich geworden, für meine Kinder, meine Mitmenschen und deren Kinder, wie auch für unsere Rechte einzustehen.

Wie fällt Ihr Fazit aus? Wie ist der Abend gelaufen, sind Sie zufrieden?
Die Tatsache, dass so viele Menschen unsere Veranstaltung besucht haben und dann dermassen rege Fragen gestellt wurden – sodass wir wohl noch ein paar Stunden hätten weitermachen können – sagt in meinen Augen alles. Alles verlief fair und respektvoll. Das Jubeln und Klatschen beim Auftritt der Helvetia-Trychler sowie die positiven, unterstützenden und dankbaren Rückmeldungen aus dem Publikum geben uns die Bestätigung, dass es ein gelungener Abend war. Wir sind überwältigt und dankbar, es war definitiv «mehr» als wir erwartet haben und trotz den kalten Temperaturen sprühte es nur so vor Herzenswärme. Unser Fazit ist: Wir müssen schnellstmöglich einen Weg aus dem Negativstrudel hinausfinden. Statt uns spalten zu lassen, müssen wir einen Weg finden, den wir alle gemeinsam und in Frieden gehen können.

 


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote