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IVBV-Klettermeisterschaften der Bergführer in St. Gallen

Di, 07. Dez. 2021
Die schöne Kletterhalle mit der blauen Finalroute 8b+.

Nachdem letztes Jahr das traditionelle Bergführertreffen aus bekannten Gründen nicht hatte stattfinden können, reisten wir, Walter, Armin, Bernhard, Samuel und ich am letzten Novemberwochenende nach St. Gallen an die IVBV-Klettermeisterschaften.

Hampi Schoop, Bergführer aus Urnäsch, organisierte den Anlass mehr oder weniger im Alleingang. Alles hat geklappt und wir verbrachten zwei Tage bei gemütlicher Kletteratmosphäre. Zwei Bergführerinnen aus dem Aostatal sowie unsere Schweizer Präsidentin Rita Christen und 45 Bergführer aus Deutschland, Italien und der Schweiz haben teilgenommen. Unter normalen Umständen wären auch Bergführer aus allen anderen IVBV-Mitgliedsländern aus der ganzen Welt anwesend gewesen. Beispielsweise die Österreicher hätten sich nach dem Event bei ihrer Rückreise in Quarantäne begeben müssen … und dies nicht etwa wegen dem beim Klettern unverzichtbaren Gebrauch von Magnesiapulver an den Händen und … in der Lunge.

Qualifikation
Freitagnachmittag und Samstagvormittag hatten alle Zeit, um die 16 Qualifikationsrouten der Schwierigkeitsgrade 4c+ bis 7c+ (für Nichtkletterer: Hier sprechen wir immer noch nicht von Algebra) zu klettern. Je nach erreichter Höhe sowie Schwierigkeitsgrad gab es mehr oder weniger Punkte. Die sehr grosszügig gebaute Kletterhalle in St. Gallen weist eine Höhe von bis zu 18 Metern auf, während wir hier im Vertical Gstaad gerade mal elf Meter hohe Kletterwände haben. Dieser Umstand führte dazu, dass wir nicht «müedi Scheiche» (wie auch schon mal einer sie hatte), sondern müde Arme bekommen haben, zumal alle 16 Routen an einer überhängenden Wand zu bewältigen waren!

Beim Bergsport und Klettern sind keine Altersgrenzen gesetzt
In der Kategorie der über 80-Jährigen kletterten der 86-jährige Bergführer Ernst Neeracher aus Grabs (Kanton St. Gallen) sowie die 84-jährigen Othmar Wenk aus Samedan (Kanton Graubünden) und Gusti Imfeld aus Engelberg (Kanton Obwalden). Auf eine beeindruckende Art und Weise zeigten die Senioren, dass man auch im hohen Alter Bergsport betreiben kann. Alle drei bekräftigten, seit Jahren an den Kletterwettbewerben der IVBV teilzunehmen und mehrmals in der Woche in der Kletterhalle zu trainieren. Als Anreiz zur Teilnahme am Wettkampf nannten sie das Treffen mit Kollegen sowie die sportliche Herausforderung.

Zwischen dem Jüngsten, Yannick Glatthard mit Jahrgang 1998, und dem Ältesten, Ernst Neeracher mit Jahrgang 1935, liegen ganze 63 Jahre – so etwas gibt es nicht bei jeder Sportveranstaltung!

Austausch, Network und Gemütlichkeit
Da der Freitagabend bei Speis und Trank, Jodelgesang und Witzeerzählen zum frühen Samstagmorgen wurde, kamen die Klettergriffe am Samstagvormittag dem einen oder anderen viel kleiner, runder und rutschiger vor, was zwangsläufig zu reduziertem Punktesammeln führte … Hinzu kam – wie konnte es anders sein – dass einige neben einem trockenen Mund (und dies nicht nur wegen dem Magnesiastaub) auch noch mehr oder weniger «mal aux cheveux» hatten …

Final
Am Samstag ab 15 Uhr startete der Final. Die zwölf Besten – darunter die beiden Bergführerinnen aus dem Aostatal – durften die Finalroute im Schwierigkeitsgrad 8b+ klettern, die Zeitvorgabe dazu betrug acht Minuten. Hier galt es nicht nur das Top zu erreichen, die benötigte Zeit spielte ebenso eine Rolle. Drei dieser zwölf Finalisten erreichten das Top, wobei der Deutsche Martin Schidlowski 15 Sekunden schneller war als der Meiringer Yannick Glatthard und diesen auf den zweiten Rang verwies. Den dritten Rang belegte der aus dem Berner Jura stammende Tobias Suter. Einen Podestplatz durften auch wir feiern: In der Kategorie 70- bis 79-Jährige kletterte nämlich Walter Rieder aus der Lenk auf den ausgezeichneten zweiten Platz!

Sonst haben wir eher für die Verlängerung der Rangliste nach hinten gesorgt, was den Kommentar eines Berner Kollegen bestätigt, welcher seit Jahren sehr gut klettert, aber kein Held ist auf den Ski … Wir haben diesem nämlich vor einigen Jahren einmal nahegelegt, doch jeweils auch im Frühling an die IVBV-Skimeisterschaften mitzukommen. Seine Antwort lautete: «Söu jede dahäre ga, woner häre kört!»

… Eben, deshalb freuen wir uns schon jetzt auf die Internationalen Bergführer-Skimeisterschaften in Verbier Ende April 2022. In diesem Sinne wünschen wir allen gute Gesundheit und einen schneereichen, unfallfreien Winter.

BERGFÜHRERVEREIN GSTAAD-LENK/UELI HAUSWIRTH

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