Mit frischen Ideen und Gemeinschaftsgeist: die Gstaader Messe

  05.11.2024 Gstaad

Die Gstaader Messe bot auch dieses Jahr ein vielfältiges Programm. Lehrlingsprojekte wurden ausgezeichnet, der Goldene Kranich feierte seine Premiere, und das Gewerbe präsentierte sich von seiner innovativen Seite. Vorstandspräsident Philipp Reber zieht eine positive Bilanz.

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Auf der Gstaader Messe gab es wieder viel zu entdecken. Viele Gewerbeausstellende boten interaktive Spiele und Simulatoren, oft auch Gewinnspiele oder Kostproben ihrer Dienstleistungen und Produkte – eine Ausstellung für alle Sinne. Vorstandspräsident Philipp Reber zeigt sich begeistert von der Vielfalt und Qualität des Angebots: «Das Niveau ist hoch, die Ausstellenden sind motiviert und bringen immer wieder neue Ideen ein.»

Auch die Besucherzahlen stimmen ihn zufrieden, mit einer Ausnahme: «Am Donnerstag war für meinen Geschmack etwas zu wenig los. Allerdings sieht das wohl jeder anders – meine Frau meinte, es war genug los», erzählt er schmunzelnd. Sowohl von Ausstellenden als auch von Besuchenden habe er viel positives Feedback erhalten, was ihn und den Vorstand in ihrer Arbeit bestärke. «Wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst. Ich freue mich schon auf die 44. Ausgabe», so Reber.

Erstmals nutzte die Gstaader Messe Social Media als Newsplattform. In Zusammenarbeit mit der Müller Medien AG wurden laufend Videos und Fotos vom Messegeschehen gepostet. «So erhielten die Menschen einen umfassenden Eindruck von den vielfältigen Angeboten und Aktivitäten», erklärt Reber. In der vergangenen Woche wurde das Instagram-Profil der Gstaader Messe insgesamt 70’400-mal aufgerufen, und rund 2700 Interaktionen fanden statt. Einige Videos wurden mehrfach angesehen, das beliebteste über 2800 Mal (Stand Sonntagabend). «Ein Debriefing steht noch aus, aber die bisherigen Zahlen stimmen mich positiv», so Reber.

Lehrlingswettbewerb: Ausstellungsstücke fehlen und wurden beschädigt
Enttäuscht und überrascht zeigte sich Reber über den Zustand der Lehrlingsprojekte auf der Bühne: Wie jedes Jahr waren dort alle Arbeiten ausgestellt, doch die Würfel des Siegerprojekts sind verschwunden, und das Spiel selbst weist kleine Beschädigungen auf. Auch andere Lehrlingsprojekte zum Thema «Glücksspiel» wurden offenbar nicht sehr sorgsam behandelt. «Das ist inakzeptabel. Diese Projekte sind Ausstellungsstücke, in welche die Lernenden viel Zeit investiert haben. Sie sollten respektvoll behandelt und daher nicht angefasst werden», betont Reber. Er hofft, dass die Würfel der Siegerin Riana Hunziker zurückgegeben werden: «Das wäre für uns alle eine Freude.»

Lehrlingswettbewerb: Eile mit Weile triumphierte
Bei der Preisverleihung des Lehrlingswettbewerbs war das Siegerprojekt noch vollständig. Stolz präsentierte Riana Hunziker dieser Zeitung ihr «Special-Eile-mit-Weile», gefertigt aus massiven Materialien wie Aluminium, Kupfer, Eisen und Messing. Rund 65 Stunden investierte die Spengler-Lernende der Wälti Luftund Klimatechnik AG in ihr Projekt, das ihr schliesslich den ersten Preis in der Einzelkategorie einbrachte. Für Hunziker eine echte Überraschung, denn damit hatte sie nicht gerechnet. Ursprünglich habe sie ein Roulette gestalten wollen, sei jedoch auf einige Problematiken gestossen. «Ich wollte unbedingt ein Spiel umsetzen und entschied mich am Ende für Eile mit Weile», erzählt sie.

In der Teamkategorie gewannen vier Lernende der Chaletbau Matti AG: Lucien von Grünigen, Elias Horak, Michael Glarner und Andrin Matti. Gemeinsam entwickelten die Lernenden der Berufsgattungen Hochbauzeichner, Schreiner und Zimmermann einen Stehtisch namens «Gamezone», der mit verschiedenen Spielplatten bestückt werden kann, darunter Brändi Dog, Schach, Mühle und sogar ein selbst entworfenes «Monopoly Gstaad». «Wir haben gemeinsam ein Brainstorming gemacht und beschlossen, einen Stehtisch für Spiele zu entwerfen», erklärt Andrin Matti. Die Idee: eine Abwechslung zum vielen Sitzen im Berufsalltag. Auch der Teamgeist sei super gewesen. «Wir haben gut zusammengearbeitet und uns immer wieder gegenseitig neue Impulse gegeben, wie wir das Projekt noch verbessern können», so Matti.

Goldener Kranich fliegt in den Turbach
Weitere Preise wurden vergeben, darunter erstmals der Goldene Kranich. Das Self-Checkout-System im Dorfladen Turbach überzeugte sowohl die Jury als auch das Publikum und wurde mit dem goldenen Kranich-Pokal sowie einem Preisgeld von 10’000 Franken ausgezeichnet. Das Preisgeld stellt die Gemeinde Saanen zur Verfügung, während der Gewerbeverein Saanenland, Gstaad Saanenland Tourismus, der Hotelierverein Gstaad-Saanenland und die Landwirtschaftliche Vereinigung Saanenland für die Umsetzung verantwortlich waren.

Das Preisgeld werde direkt in den Dorfladen fliessen, sagt Hansjakob Bach, Präsident der Wirtschaftlichen Genossenschaft Turbach. «Wir können nun in etwas Spezielles investieren, für das sonst das nötige Geld fehlen würde.» Das Team rund um den Dorfladen hat bereits viel positives Feedback zu ihrem Self-Checkout-System erhalten. «Auch die Gäste schätzen es, wenn sie spät anreisen und dennoch einkaufen können», erklärt Bach. Auf der Bühne war die Freude über die goldene, gefiederte Auszeichnung deutlich zu spüren.

Die Messe hat gezeigt: Kreativität und Gemeinschaftsgeist sind im Saanenland stark verwurzelt.


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