Am Tag der offenen Tür der Alpenruhe in Saanen trafen sich letzten Samstagnachmittag in entspanntem Rahmen Klient:innen und Besuchende zum Aperitif und zur Ausstellung von Bildern, die im Rahmen eines Projekts von zwei Sozialpädagoginnen in Ausbildung entstanden sind. Ebenfalls ...
Am Tag der offenen Tür der Alpenruhe in Saanen trafen sich letzten Samstagnachmittag in entspanntem Rahmen Klient:innen und Besuchende zum Aperitif und zur Ausstellung von Bildern, die im Rahmen eines Projekts von zwei Sozialpädagoginnen in Ausbildung entstanden sind. Ebenfalls auf dem Programm waren Führungen durch die Institution.
MARTIN GURTNER-DUPERREX
«Viele fragen sich, was wir eigentlich in diesem Gebäude tun – vom Hotel bis zur Herberge ist schon alles vermutet worden…», sagte Markus Kindler, Institutionsleiter der Alpenruhe in Saanen, im Vorfeld des Anlasses. «Als unsere zwei Sozialpädagoginnen in Ausbildung eine Ausstellung von Bildern unserer Klient:innen planten, haben wir entschieden, den Tag der offenen Tür damit zu verbinden.» Damit wollte die Alpenruhe einem grösseren Publikum zeigen, wer sie ist und was sie tut – nämlich geistig, körperlich und psychisch beeinträchtigte Menschen zu betreuen, begleiten und fördern.
Nach der Eröffnung und dem Apéro wurden die Besuchenden jeden Alters zur geführten Entdeckungsreise durch den Wohnbereich eingeladen. Auch die Besichtigung der Werkstätten und Ateliers stand auf dem Programm. In diesen Räumen waren die Bilder während eines Tages ausgestellt und die Produkte, die u.a. im Café erhältlich sind, werden hier durch fleissige Hände hergestellt. Derweil sorgte DJ Hene für musikalische Stimmung – und schon bald wurde auf der Terrasse beschwingt getanzt.
KREATIVITÄT OHNE GRENZEN: KLIENT:INNEN ZEIGEN IHRE WERKE
In der Alpenruhe wurde mit Begeisterung gemalt, geklebt und gestaltet: 47 Klient:innen beteiligten sich an der Bilderausstellung. «Viele wussten sofort, was sie malen wollten – andere liessen sich einfach auf den kreativen Prozess ein», berichtete Isabelle Zeller, Mitorganisatorin des Projekts. Sie unterstützte mit Vorlagen und zeigte Techniken wie das Aufkleben von Korkzapfen oder Glasmosaiken.
Ein Werk sticht ins Auge: «Dieses Bild zeigt ein Farbenspiel in Rot, Blau und Weiss. Ich mag abstrakte Formen mit klaren Linien – obwohl ich sonst selten male, hat es mir Freude gemacht», sagte Susanne über ihr Bild.
Martin, gebürtiger Niederländer, fand seine Inspiration bei einem bekannten Landsmann: «Van Gogh ist mein Lieblingsmaler – seine Sonnenblumen habe ich im Museum in Amsterdam gesehen. Malen macht mir einfach Spass.»
Die Ausstellung beweist: Kreativität kennt keine Barrieren – und keine Grenzen.
PROJEKTMANAGEMENT MIT HERZ UND FARBE
Wie reagieren Menschen mit Beeinträchtigung auf eine leere, weisse Leinwand? «Ich wäre da wohl überfordert gewesen», gestand Isabelle Zeller schmunzelnd. Gemeinsam mit ihrer Mitstudentin Anina Kneubühler organisierten sie im Rahmen des Projektmanagement-Moduls ihrer Ausbildung zur Sozialpädagogin diese Bilderausstellung – bewusst als Beitrag zum Tag der offenen Tür in der Institution Alpenruhe.
Die Idee war rasch geboren: «Wir wollten den Menschen in der Region die Alpenruhe näherbringen und gleichzeitig unsere Klient:innen aktiv einbeziehen», erklärte Kneubühler. Dabei sei es ihnen nicht um Kunsttherapie im engeren Sinn gegangen, denn: «Malen bewirkt etwas – gerade für Menschen, die sich verbal schwer ausdrücken können, ist es eine Form, Emotionen sichtbar zu machen.»
Im Oktober wird das Projekt an der Schule ausgewertet – doch die farbenfrohen Bilder werden sicher länger nachwirken.
Ich bin mit meiner Frau und meiner Mutter hier, weil wir finden, dass die Alpenruhe eine gute Sache und unterstützungswürdig ist. Die Institution bietet beeinträchtigten Menschen ein Zuhause und je nach ihren Möglichkeiten eine Arbeitsmöglichkeit – das ist sehr schön! Meine Frau arbeitet hier als Freiwillige alle 14 Tage mit.
RETO VON SIEBENTHAL, GSTAAD
Ich nehme am Tag der offenen Türteil, weil meine Schwester mitgeholfen hat, die Vernissage zuorganisieren. Die Alpenruhe ist eine sehr spannende Institution. Ich nehme ebenfalls an der Führung teil, weil es mich interessiert, wie es hinter den Kulissen läuft.
LORENA KNEUBÜHLER, GSTAAD